Das bisherige (Berufs-)Leben auf den Kopf stellen vom Bassspielen leben – davon träumen sicher viele! Doch kann das funktionieren? Einfach so? Die Britin Deborah Newcombe alias „Duchess of Westcliff“ dokumentiert in einem YouTube-Tagebuch eben diesen bemerkenswerten Wandel in ihrem Leben. In ihren Clips schildert Deborah, was in ihrem Alltag passiert, seit sie inmitten einer erfolgreichen Karriere als Psychotherapeutin die radikale Entscheidung fällte, als Bass-Neuling vom Musikmachen zu leben. Ohne Angst und Scheu schildert Deborah die zahlreichen Irrungen und Wirrungen dieses Prozesses, beginnend bei den ersten Schritten bis heute.

Was hat Deborah Newcombe bewogen, professionelle Bassistin zu werden?
Auf YouTube tummeln sich Kanäle beeindruckender Bassistinnen und Bassisten jeglicher Couleur, Spieltechnik und Stilistik. Auch Lehrinhalte gibt es en masse, und mitunter fällt es in diesem Über-Angebot schwer, gezielt etwas Neues und Bewegendes zu entdecken.
Zudem vermitteln nicht wenige Inhalte bei einigen Userinnen und Usern tendenziell eher einen negativen Effekt: Sie wirken eher frustrierend als motivierend, getreu dem Motto: „Das schaffe ich nie!“ Das Gegenteil vermittelt der Videoblog „Becoming a professional bass player – this is the video journal of my career transition“ von Deborah Newcombe!
Doch wie fing alles an? Schon seit sage und schreibe 15 Jahren ist Deborah eine sehr erfolgreiche praktizierende Psychotherapeutin aus dem englischen Southend-on-Sea, einer Küstenstadt ca. 70 km östlich von London. Davor war sie 12 Jahre lang in den Bereichen Marketing und Werbung tätig. Irgendwann verliebte Deborah sich in den E-Bass, spielte vier Jahre in einer Pub-Band, bis sie sich schließlich eines Tages vor etwa zwei Jahren entschied: „Bassspielen muss mein Beruf werden!“
Die Inspiration hierfür schöpfte sie während eines monatlichen Events in London namens „Talkin’ Low“. Das ist ein lockeres „Get-together“ im berühmten Stadtteil Soho an jedem dritten Dienstag im Monat, zu dem sich Bassistinnen und Bassisten aller Niveaustufen zu einem fröhlichen Austausch treffen.
Initiiert wurde dieses Event 2024 erstmals vom Londoner Bassisten Phil Mulford, einer Legende unter den britischen Session-Musikern. Seit Bestehen von „Talkin’ Low“ hat Deborah noch kein Event verpasst – und genau dort ist sie mir auch zum ersten Mal begegnet.

Welche neuen Wege schlägt Deborah Newcombe ein, um Profibassistin zu werden?
Deborah war von Anfang an bewusst, dass sie unkonventionelle Wege gehen muss. Würde sie sich über Auditions bei Bands bewerben, müsste sie gegen wesentlich erfahrenere Mitbewerberinnen und -bewerber antreten.
Ihre Chance sah sie darin, eigene Projekte zu kreieren, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Daher gründete sie die Band Divine Funk, mit der sie eine immersive Disco-Show entwickelt, sowie die Gruppe Truly Red, eine Simply Red Tribute Show.
Um ihrem Ziel näherzukommen, greift Deborah auf ihre Erfahrungen aus den Bereichen Marketing und Events, aber auch aus der Psychologie zurück. Sie weiß, dass sie nur mit Kreativität weiterkommen kann – kommt sie doch aus einer komplett untypischen Situation und verfügt über wenig akademisch-musikalisches Vorwissen.

In ihren Vlog-Beiträgen geht es weniger darum, was in den Projekten musikalisch am Bass passiert, sondern um den Prozess der Entwicklung, der Umsetzung sowie die zahlreichen alltäglichen Herausforderungen neben dem Bassspielen.
Deborahs Fokus liegt auf strategischem Vorgehen, nicht um blinden Aktionismus. Und man merkt ihren Videos die außerordentliche Leidenschaft und Abenteuerlust an, die sie für das Bassspielen und ihren neuen Lebensinhalt hegt.
Zweimal pro Woche veröffentlicht sie einen ungeschnittenen Vlog, in dem sie auf sehr offene, ehrliche und sympathische Weise über ihre Fortschritte berichtet, aber auch die gelegentlichen Rückschläge nicht verschweigt.
Sie schildert ihre Erfolgserlebnisse genauso packend wie ihre Selbstzweifel – und genau mit dieser 100%igen Authentizität und Ehrlichkeit holt sie die Zuschauerinnen und Zuschauer ab, wo sie normalerweise selten in YouTube-Content abgeholt werden. Deborah erreicht viele Menschen genau an dem Punkt, an dem sie sich eventuell selbst gerade befinden: an einem Scheideweg!

Doch selbst Profis können hier neue Motivation schöpfen, sei es durch die Rückbesinnung auf die Gründe, aus denen man überhaupt mal angefangen hat mit dem Musikmachen. Oder aufgrund der Inspiration für den Umgang mit den alltäglichen Problemen des Freelancer-Daseins in einer Welt, die definitiv nicht auf einen wartet!
Es lohnt sich auf jeden Fall, Deborahs Weg kontinuierlich zu verfolgen. Wir wünschen ihr dabei viel Glück, Erfüllung und Erfolg!
Unter diesem Link könnt ihr Deborah bei ihrem Weg begleiten: www.youtube.com/@DuchessofWestcliff



























