DJ-Sets im Livestream wird auch 2026 ein großes Thema, denn Technik und Plattformen machen es möglich, dass sowohl unerfahrenere Anwender wie auch Profis die Möglichkeit dazu haben. Wenn man bedenkt, dass noch vor Kurzem die meisten von uns unter „Streaming“ lediglich das Abspielen von Musikdateien über Streaming-Dienste wie Spotify und Soundcloud verstanden haben, hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Spätestens seit der Pandemie ist Live-Streaming von DJ-Sets das neue, heiße Ding. Dazu muss man nicht bei HÖR Berlin oder dem Boilerroom gebucht sein, ihr könnt mittlerweile nahezu von überall online sein. Wir werfen einen Blick auf die neuesten und besten Tools dafür und zeigen mehrere Wege zum erfolgreichen DJ-Set im Internet und was ihr dabei beachten müsst.

Welches Setup benötige ich für DJ-Livestreams?
Um aus dem heimischen Bedroom-Studio auf Sendung zu gehen, braucht es außer etwas Phantasie gar nicht so viel. Denn die Tools dafür sind mittlerweile durchaus erschwinglich geworden oder bereits in eurem Besitz. Hier ein paar Anregungen dazu …
- DJ-Setup bestehend aus Controller, Turntable und Mischer oder Mediaplayern
- Streaming Software
- Audiointerface, Streaming-Interface oder Streaming-Mischpult
- Je nach Anwendung ein Mikrofon oder Headset
- Kamera zum Aufzeichen des DJ-Gigs, beispielsweise aus der POV-Perspektive
- Geeignete Social Media Plattformen, Host und Streamimg-Provider
- Welches Setup benötige ich für DJ-Livestreams?
- DJ Livestream Setup zum Senden und Aufzeichen
- Welche Kamera eignet sich für den DJ Livestream?
- Web- und USB-Cams für den DJ Livestream
- Welche Action und Vlog-Cams sind zu empfehlen?
- Welche Videomixer und Video-Switcher bieten sich für DJ-Streamings an?
- Welches Mischpult und Audiointerface ist am besten für den DJ Livestream geeignet?
- Welche Software ist am besten geeignet, um das DJ-Set zu streamen?
- Welche Video-Einstellungen sind für einen DJ-Livestream zu empfehlen?
- Welche Beleuchtung und Licht-Settings für den DJ-Livestream?
- Was hat es mit der Point-of-View-Persepektive auf sich?
- Welches DJ Livestream Setup ist für mobiles Streaming zu empfehlen?
- Wo kann ich mein DJ Livestreaming übetragen?
- Unsere Empfehlungen für DJ Livestreaming
- Welche kleinere Streaming Lösung empfiehlt sich für Social Media?
- DJ-Set streamen is here to stay
DJ Livestream Setup zum Senden und Aufzeichen
Ein Setup mit zwei Playern und einem Mixer ist natürlich die Grundvoraussetzung für ein DJ-Set. Vinyl-DJs nutzen ihre Turntables und den Mixer, digitale DJs statt der Wheels-of-Steel entsprechende Media-Player.
Es muss aber kein komplettes Club-Setup mit zwei Pioneer CDJs sein. Kompakte Konsolen reichen mit ihren Features schon längst an die „großen“ Player heran. Sie dienen entweder als Controller für die DJ-Software oder sogar „standalone“, also ohne angeschlossenen Computer. Rekordbox-User sind mit dem Pioneer DJ XDJ-RX3 oder – wenn es etwas luxuriöser sein darf – dem Pioneer DJ Opus Quad gut aufgehoben. Wer standalone will, findet auch bei Denon DJ mit dem Prime 4+ eine Konsole auf Pioneer-Augenhöhe. Die gibt’s sogar im schicken weißen Finish. Und RANE hat mit dem SYSTEM ONE gerade eine beeindruckende Serato-kompatiblen Luxuskonsole mit drehenden Plattentellern vorgestellt. Ideal für Scratch-DJs.
Auch Traktor Pro 4 und kompatible Konsolen wie die Traktor Kontrol S4 Mk3 oder die brandneue Traktor MX2 (hier im Test) sind nach wie vor eine gute Wahl für das Audiostreaming von DJ-Sets. Wie, das wird in diesem Artikel am Beispiel von Traktor und Icecast sehr anschaulich erklärt ist. Allerdings sollte man beobachten, wie sich die gerade angekündigte Insolvenz von Native Instruments auf die Weiterentwicklung der Traktor-Produkte auswirken wird.
Welche Kamera eignet sich für den DJ Livestream?
Aber wir wollen ja Video streamen und brauchen dazu Kameras. Mindestens eine. Das kann zur Not auch die eingebaute Cam im Laptop oder Smartphone sein. Interessantere Perspektiven ergeben sich aber erst durch mehrere gute und gut positionierte Kameras.
Web- und USB-Cams für den DJ Livestream
Web- und USB-Cams haben einen großen Sprung gemacht und für 1080 p oder 4K Desktop-Streams kann man sie gut einsetzen. Die Logitech Elgato Facecam 4k nimmt beispielsweise Ultra-HD-Videos mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde für unter 200,- Euro auf. Die ELP 4KWebcam mit 10 x 5-50 mm optischem Zoom erlaubt mit USB- und HDMI-Out sogar eine einfache Verbindung sowohl zum Computer als auch zu Video-Switchern.
Ebenfalls als Web-/Livestream-Kamera gilt die YoloLiv YoloCam S7. Sie bietet HDMI- und USB-Anbindung direkt für die Live-Produktion, ist aber mit knapp unter 1.000,- Euro nicht gerade ein Schnäppchen. Allerdings verfügt sie über eine KI-Autofokus-Unterstützung und ist ideal für hochwertige Videoqualität ohne den separaten Spiegelreflex-Body von Systemkameras.

Welche Action und Vlog-Cams sind zu empfehlen?
Auch Action-Kameras sind interessant für Streaming. Leider haben neuere Action-Cams meist keinen nativen HDMI-Out. Lediglich die GoPro HERO 10, 11, 12 und 13 bieten über das optionale Media Mod Modul einen HDMI-Ausgang.
Vlog-Cams wie die Sony ZV-E10 II sind super für Livestreams, da sie zu Preisen unter 1.000,- Euro bereits richtig gute Video-Qualität und clean HDMI bieten. Clean HDMI ist wichtig, weil diese Kameras nur das reine Videobild ohne Kamera-Overlay senden, wenn man sie nicht für Vlogging, sondern auch für Multikamera-Szenarien mit Video-Switchern einsetzen möchte. Noch etwas teurer (und besser) sind spiegellose/DSL-Kameras wie die Sony Alpha-Serie (z. B. Sony A6400/A7C) oder Canon EOS R-Serie.
Smartphones verfügen ebenfalls über mächtige Kameras und können mit Bildfilter-Apps als trickreiche Effektkameras in einem Multi-Kamera-Setup genutzt werden, wo sie mit einem USB-C-zu-HDMI-Adapter Anschluss finden. Apples USB‑C Digital AV Multiport Adapter versorgt ein iPhone dabei parallel mit Strom.
Blackmagic Design bietet für das iPhone 17 mit dem Camera Pro Dock sogar einen richtigen Rig-Frame mit vielen professionellen Anschlüssen für HDMI-Monitoring, Mikrofon, Kopfhörer, Genlock, USB für externe Laufwerke und Strom! Passend dazu gibt’s die kostenlose Blackmagic Camera App im Apple App Store – und auch für Android im Google Play und Galaxy Store. So wird aus dem iPhone 17 eine richtige Profikamera.
Die iOS App FiLMiC Pro ist eine sehr ausgereifte und empfehlenswerte Kamera-App mit vielen professionellen Einstellmöglichkeiten, die einen Clean HDMI Feed zur Verfügung stellt. Für die Wandlung des HDMI-Ausgangs einer Kamera in ein USB-Signal hat sich Elgato Cam Link 4K bewährt.
Welche Videomixer und Video-Switcher bieten sich für DJ-Streamings an?
Warum überhaupt HDMI? Clean HDMI benötigen wir vor allem, wenn wir Video-Switcher einsetzen wollen. Diese integrieren mehrere Kameras und Hands-on-Control für flüssige Perspektivwechsel und ohne großen PC-Overhead. Schließlich möchte niemand mitten im Stream mit der Maus in den Menüs herumsuchen.
Videomischer von Blackmagic
Die Switcher der Blackmagic Design ATEM-Serie waren die ersten, die standalone ohne Computer funktioniert. Sie bieten vier skalierbare HDMI-Eingänge, sind RTMP-fähig für direktes Live-Streaming via Ethernet und können mit ihrem USB-Ausgang auch sehr flexibel wie eine Webcam am Computer genutzt werden, allerdings mit direkter Kontrolle über vier Videoquellen und Spezialeffekte auf Knopfdruck.
Genial für Zoom-Meetings, Online-Tutorials, Gaming Walk-Thrus, Live-VJs: So ein ATEM Mini ist wie ein Schweizer Taschenmesser für alle möglichen Video-Aufgaben (hier im Test).
Als Audioeingänge verfügen alle ATEM Switcher aber lediglich über zwei Miniklinkeneingänge für Mikrofone und/oder Stereo-Line-Signale. Das ist natürlich nicht optimal und hier hat die etablierte Audio-Konkurrenz nicht geschlafen: Mittlerweile gibt es sehr viele Angebote an Streaming-Geräten mit professionellen Audioeingängen, zuerst für Podcasts, dann auch für Videostreaming.
Videomischer von RØDE
Der RØDE Rodecaster Pro war wohl eine der ersten professionellen All-in-one-Lösung für Audio-Podcasts. Mit dem neuen RodeCaster Video S will RØDE nun auch den Video-Streaming-Markt aufmischen und dem ATEM Mini gehörig Konkurrenz machen.
Umschalten von bis zu vier Videoquellen und fünf Szenen, automatische Normwandlung an allen HDMI- und USB-Eingängen und RTMP-Streaming über Ethernet oder WLAN, das klingt schon lecker. Das Teil kann den Stream auf externem USB-Speicher oder über UVC aufzeichnen und verfügt über einen integrierten Mediaplayer mit 24 GB Speicher für MP4, PNG, JPG, WAV, natürlich standalone.
Mit dem superkompakten Streamer X (hier im Test) hat RØDE aber schon länger eine integrierte Audio-Video-Lösung im Portfolio, die neben ihrer Video-Capturing-Karte ein zusätzliches kleines Audiointerface an Bord hat. Video-Capturing geht mit variabler Bildrate und bis 4k60 HDR im Passthrough-Modus. Praktischerweise ist eine Drahtlosverbindung zu Wireless Go und Verbindung mit zwei PCs zugleich möglich
Videomischer von Mackie, YoloLiv und Roland
Der Mackie Mainstream ist etwas größer und bietet einen HDMI-Eingang mit voller HD-Kapazität (1080p x 60 fps) und einen leistungsfähigen HDMI-Passthrough (4K x 60 fps) für den Monitor.
Der integrierte USB-C Input-Hub ermöglicht den Anschluss zweier USB-Geräte wie etwa Webcams, USB-Mikrofone oder anderer Peripheriegeräte. So lassen sich alle benötigten USB-Geräte an einem einzigen USB-Port des Rechners betreiben.
Der Roland Bridge Cast X bietet sich als Audiointerface und Steuerzentrale für den Stream mit gleich zwei HDMI-Eingängen, einem HDMI-Thru für einen externen Monitor, zwei USB-C-Ports und praktischen Trigger-Buttons zum Steuern von Funktionen an. Sozusagen ATEM und Elgato Stream Deck in einem, aber mit professionellem XLR-Eingang fürs Mikro, funky Pitch-Effekten für die Stimme. Alle Voreinstellungen können bequem über die Bridge Cast App vorgenommen werden.
Wer völlig losgelöst streamen möchte, sollte sich die verschiedenen Yoloboxen von YoloLiv ansehen. Das sind autarke All-in-one-mobile Livestream-Encoder & Multicam-Switcher mit 4K-Support. Mehr dazu weiter unten.
Für die Bedienung von OBS-Studio ohne externen Video-Switcher hat sich das Elgato Stream Deck (zum Test) in verschiedenen Ausführungen sehr bewährt. Dessen sehr intuitiv mit Icons beleuchtete Tasten können wir mit verschiedensten Funktionen belegen, um z. B. OBS-Studio-Szenarien per Knopfdruck abzurufen. Auch als programmierbare Controller im reinen Musikstudio machen sie übrigens eine sehr gute Figur.
Welches Mischpult und Audiointerface ist am besten für den DJ Livestream geeignet?
Natürlich geht es auch ohne spezialisiertes Video-Streaming-Interface und ihr könnt vorhandene Mischpulte und Audiointerfaces nutzen. Wenn das Mischpult nicht über einen USB-Ausgang (z. B. für OBS-Studio) verfügt, müssen wir den Klang via Soundkarte zum Rechner schicken. Hier geht die Range von kleinen Spezialisten wie iK Multimedia iRig Stream, iRig Stream Pro oder Roland go:mixer Pro X bis hin zu ausgewachsenen Studioteilen wie Focusrite Scarlett 16i16 4th Gen oder dem Behringer U Phoria UMC204HD.
Kleine Mischpulte wie das Yamaha AG06 Mk2 verfügen über die wichtige Loopback-Funktion. Mit dem größeren Bruder AG08 steigt Yamaha auch in das Podcast-Mixer-Geschäft ein.
Welche Software ist am besten geeignet, um das DJ-Set zu streamen?
In Sachen Streaming-Software lange Zeit nur einen klaren Tipp: Die Open-Source-Software OBS Studio (steht für: Open Broadcaster Software). Sie ist einfach, sie ist mächtig, sie ist plattformübergreifend für macOS, Windows und selbst Linux und – sie ist kostenlos. Mittlerweile gibt es jedoch Alternativen.
Streamlabs ist eine aufgebrezelte Version von OBS Studio. Streamlabs hat noch viel mehr Features, für Einsteiger vielleicht zu viele, sozusagen OBS Studio auf Stereoiden. Gut: Alle Setups, die ihr in OBS Studio bereits gemacht habt, könnt ihr super-easy in Streamlabs importieren.
Speziell DJs, die ausschließlich auf Twitch streamen wollen, sollten sich Twitch-Studio anschauen, eine Software für Einsteiger entwickelt, die ausschließlich auf die eigene Plattform streamt und eine schnelle und unkomplizierte Einrichtung gewährleistet.
Sie erkennt automatisch die angeschlossene Hardware und konfiguriert Mikrofon, Webcam und Stream-Qualität ohne manuelle Anpassungen. Die Software bietet außerdem vorgefertigte Designs und Twitch-eigene Benachrichtigungen. Nicht so komplex und mächtig wie OBS streamt Twitch Studio und bietet einen schnellen Zugang zum Twitch-Universum.
Restream.io. kann auf über 30 Plattformen gleichzeitig streamen, aber nur jeweils auf einem Kanal pro Plattform. Technisch funktioniert das hervorragend, strategisch ist jedoch Vorsicht geboten:
Jede Plattform bringt eigene Copyright-Regeln mit – ein Multistream kann das Risiko also vervielfachen. Schön wiederum: Restream.io hat ein eigenes Chat-Fenster. Auch daher ist Multistreaming eher für Talk-Formate oder eigene Musik geeignet, weniger für klassische DJ-Sets.
Im kostenlosen Plan kann man mit Wasserzeichen auf zwei Kanälen streamen. Der Standardplan erlaubt drei Streams ohne Wasserzeichen und mit unlimitiertem Cloud-Recording für 190,- US$ pro Jahr. 50 zusätzliche AI-Clips kosten dann nochmal 19 US$ pro Monat. Die Professional- und Business-Pläne bieten mehr und kosten mehr.
Wirecast ist eine professionelle Software für Live-Videostreaming und -produktion, die speziell für Kreative, Sender und Veranstalter entwickelt wurde, die hochwertige Produktionsfunktionen benötigen.
Sie unterstützt Multi-Kamera-Setups, Echtzeitgrafiken und Live-Umschaltungen, ermöglicht das gleichzeitige Streamen auf YouTube, Facebook und weiteren Plattformen und eignet sich damit ideal für professionelles Streaming im TV-Stil, kostet aber auch 399,- US$ (Wirecast Studio) bzw. 499,- US$ (Wirecast Pro) pro Jahr.
Welche Video-Einstellungen sind für einen DJ-Livestream zu empfehlen?
In Streaming-Software wie OBS-Studio werden in verschiedenen Szenen unterschiedliche Video-Settings angelegt und über zuweisbare Hotkeys auch flott bedient.
Mögliche Quellen können Webcams, aber auch andere Videostreams und geöffnete Fenster auf dem Computer sein. Selbst Text und GIFs lassen sich einbinden. Zwischen den Scenes kann dann dynamisch umgeschaltet werden, die Überblendzeiten sind einstellbar und immer wieder neu modifizierbar.
Jeder Kamera kann ein Filter zugewiesen werden, wenn die Kamera ein eigenes Software-Setup mitbringt, hat OBS Studio auch darauf Zugriff. Eine wahre Spielwiese für Kreativlinge!
Kleiner Tipp: Kreiert unbedingt auch eine „Kaltgetränke holen/Pinkelpause Szene“, in der die Kameras deaktiviert sind und z. B. ein Quicktime-Film bildschirmfüllend durchloopt. Natürlich solltet ihr mögliche Urheberrechtsverletzungen beachten. Also bitte nicht „Star Wars“ zeigen, sondern lieber selbstproduzierte Animationen, iPhone-Filme oder euren neuen Robot-DJ-Freund!
Welche Beleuchtung und Licht-Settings für den DJ-Livestream?
Welches Kamera-Setup auch immer, die Bühne muss bereitet sein und hier ist der Regisseur in dir gefragt. Soll nur das DJ-Pult gut ausgeleuchtet werden oder hast du einen Partykeller mit fetter Lichtshow am Start, wo deine Freunde noch etwas Ausdruckstanz beisteuern. Wie auch immer: Die Kameras sollten so positioniert sein, dass sie das Bedroom-DJ-Set aus einer interessanten Perspektive einfangen, allzu private Details deines Bedrooms wie der Stapel mit der alten Unterwäsche oder das Familienbild vom letzten Weihnachtsfest müssen dagegen nicht zwingend im Bild sein.

Auch das Ausleuchten ist Geschmackssache: Soll es richtig knackig hell sein, findet ihr schon für kleines Geld (weil zumeist aus chinesischer Produktion) LED-Panels wie beispielsweise von Neewer, die auch ohne Stromnetz mit NP-F550, NP-F750, oder NP-F970-Batteriepacks betrieben werden können.
Stimmungsvoll wird es mit farbiger Ausleuchtung und Lichteffekten. Hier werdet ihr in unserem Bonedo-Ratgeber „Effektlichter für Ambient-Lighting und Streaming“ fündig.
Was hat es mit der Point-of-View-Persepektive auf sich?
Für manche Anwendungen kann auch die Point-of-View-Persepektive ideal sein, wo der DJ ähnlich wie ein Extremsportler eine GoPro-Action-Cam am Körper trägt, so dass der Zuschauer mitten im Geschehen ist. Besonders beliebt natürlich bei Scratch-DJs, die so besonders gut ihre Skills zeigen können.
Um mit den Kameras interessante Blickwinkel zu erzeugen, sind Kreativität und flexible Ständer gefragt. Ein simpler Tripod ist da nicht immer hilfreich. Typische Galgenmikrofonständer sind meist stabiler und flexibler. Allerdings benötigt ihr kleine 3/8 männlich auf 1/4 weiblich-Gewindeadapter, um eine Kamera mit 3/8-Gewinde auf einem Mikroständer mit ¼-Gewinde zu befestigen.

Ansonsten ist Fantasie gefragt: zieht euch was Vernünftiges an, räumt zumindest den Teil der Bude auf, der von den Kameras eingefangen wird, sorgt für einen coolen Hintergrund und blendet im Overlay euren Namen oder auch eure wichtigsten Weblinks ein. Gebt der Party einen Namen und kommuniziert mit eurem Publikum, z.B. wenn ihr Kommentare geschickt bekommt. Sorgt dafür, daß euer Publikum Spaß an eurer Performance hat. Wer Spaß hat, kommt wieder!
Welches DJ Livestream Setup ist für mobiles Streaming zu empfehlen?
Aber Streaming geht natürlich auch ganz spontan mit einem Smartphone und einem kompakten Audiointerface, an das wir den Record-Ausgang des Mischpults anschließen. Hierfür bietet vor allem IK Multimedia einige kleine Interfaces an. IK Multimedia iRig Stream, iRig Stream Pro oder Roland go:mixer pro eignen sich alle für unkomplizierten guten Streaming-Sound mit dem Smartphone.
Howler Audio bieten einen sehr kompakten Recorder & Streamer an, der standalone ohne zusätzliches Phone auf die interne microSD-Karte aufnimmt und über ein angeschlossenes iPhone auch streamen kann. Somit eine perfekte Plug & Play-Allzweckwaffe für DJs auf Tour.
Yoloboxen – das rundum sorglos Paket
Für alle, die nach einer kompakten Rundum-Sorglos-Lösung suchen, bietet YoloLiv die Yoloboxen, Yololiv und YoloBox Pro. Diese kleinen All-in-one-Wunderkästen mit Touchscreen-Panel, integriertem LTE-Modem und internem Recorder in der Größe eines Tablets haben wirklich alles an Bord, was man für DJ-Streams benötigt, denn ihr könnt ohne Computer streamen und aufzeichnen.
Sie dienen nicht nur als Video-Umschalter zwischen verschiedensten Kameras und Videoquellen, sondern auch als Encoder/Streamer, Monitor, Recorder oder Audio-Mixer mit direkter Integration zu YouTube/Facebook/RTMP(s).
Streaming geht über Ethernet, Wi-Fi oder LTE 4G. Ein autarkes All-in-one-Package und ideal für Live-Events, denn die Stromversorgung erfolgt via internem USB-Akku. USB-Anschlüsse sorgen für die Einbindung von USB-Kameras oder weiteren Video-Switchern.
Komplett wird das Ganze mit Kopfhörerausgang zum Vorhören, SD-Karten-Eingang zum Aufnehmen und dem SIM-Karten-Slot zum Senden. Die Range reicht vom Topmodell YoloLiv YoloBox Extreme über die YoloLiv YoloBox Ultra bis zur erschwinglichen YoloBox Pro.
Mit dem YoloLiv YoloDeck ist auch eine praktische Fernbedienung à la Elgato Streamdeck erhältlich. Den Bonedo-Test zur „Ur-YoloBox“ mit 7-Zoll-Touchscreen findet ihr übrigens hier.Weitere Tips für kleine Soundkarten findet ihr auch in unserem Kaufberater „Die besten DJ-Mix und Set-Recording Tools für DJs“
Wo kann ich mein DJ Livestreaming übetragen?
DJ-Livestreams gehören auch 2026 fest zur Club-, Promo- und Community-Kultur. Die Plattform-Landschaft hat sich jedoch stark verschoben: Während einige Netzwerke an Bedeutung verloren haben, sind andere – insbesondere Mobile-First-Plattformen – zu echten Reichweitenmotoren geworden. Gleichzeitig bleibt das Thema Urheberrecht der entscheidende Faktor bei der Wahl der richtigen Streaming-Plattform. Denn was bei Shazam ein Segen ist, wird bei DJ-Streaming zum Fluch: Die meisten Titel werden zumeist sofort erkannt und die Konsequenzen sind Mutes (Stummschalten), Strikes (Mahnungen), Takedowns (Herunternahme der Aufnahme) und als Ultima-Ratio die Sperrung des Kanals.

Aber schauen wir uns einmal die einzelnen Plattformen in der Reihenfolge ihrer aktuellen Relevanz für DJ-Streaming an.
DJ Livestream auf TikTok
TikTok ist 2026 die wohl wichtigste Plattform für DJ-Livestreams, insbesondere wenn es um Reichweitenaufbau und virale Effekte geht. Während klassische DJ-Sets früher vor allem auf YouTube oder Facebook stattfanden, hat TikTok das Konsumverhalten grundlegend verändert: Kurze Aufmerksamkeitsspannen, schnelle Hooks und visuell starke Perspektiven sind hier entscheidend. Deshalb sind kurze schnelle Clips bei TikTok King. Mit TikTok Live Studio gibt es eine extra Produktions-App für macOS und PC.
Diese erlaubt anspruchsvolle Streaming-Produktionen mit Audiointerfaces, mehreren Kameras und OBS-ähnlichen Overlays. TikTok erzeugt eine hohe organische Reichweite, Livestreams werden aktiv im Feed ausgespielt und das Strike-Risiko ist gering: DJ-Sets werden häufig toleriert. Trotzdem kann Musik teilweise stummgeschaltet werden. Außerdem gibt es keine langfristige Archivfunktion und auch das bevorzugte Vertikalformat gefällt nicht jedem.
Twitch DJ Kanal
Twitch ist längst nicht mehr nur eine Gaming-Plattform. Unter den Kategorien “Music” und “Performing Arts” hat sich Twitch längst als starke Community-Plattform für DJs
etabliert – vor allem für Artists, die regelmäßig streamen, langfristig denken und eine loyale Community aufbauen möchten. Hier sind lange, ununterbrochene Livestreams mit geringem Strike-Risiko möglich, aber nicht ausgeschlossen, denn TikTok hat keine echte Musiklizenz für DJs. Live-DJ-Sets werden jedoch meist toleriert.
Mit dem DJ-Programm bietet Twitch sogar dessen Teilnehmern die Möglichkeit, einen „überwiegenden Großteil der Popmusik in Zusammenarbeit mit allen großen Labels und Hunderten Indie-Labels“ legal zu streamen sowie „Zuschüsse für das erste Jahr, um Differenzen in der Beteiligung an den Einnahmen auszugleichen“.
Weiterhin lockt Twitch mit einer sehr aktiven Chat-Kultur, Monetarisierung über Subs, Bits und Donations und Funktionen wie „Stream Together“ für Kollaborationen.
DJ Livestream auf Mixcloud Live
Mixcloud Live bleibt auch 2026 die einzige große Streaming-Plattform für DJ-Mixes und Streaming, wo es überhaupt keine Copyright-Probleme gibt, weil Mixcloud mit den Urhebern über eine UK-Radiolizenz abrechnet. DJs können hier ohne Angst vor Strikes oder Mutes streamen. Das Problem? Euer Publikum weiß nichts davon.
Mixcloud kennen vor allem DJs. Alle anderen sind auf und TikTok, Twitch und YouTube. Mixcloud arbeitet jedoch hart daran, sichtbarer zu werden und speichert zwar nicht das komplette Video (wie YouTube) nach dem Stream, aber immerhin die Audiospur, damit eure Fans das Set noch mal nachhören können.
Somit ist Mixcloud ideal für Radioshows, Labels, Genre-Sets und alle, die rechtlich auf Nummer sicher gehen wollen und damit die professionellste und sicherste Lösung für klassische DJ-Sets – allerdings nichts für schnellen Reichweitenaufbau. Und die Monetarisierung geht vor allem nur in eine Richtung: Ein „Mixcloud Pro for Creators Abo“ kostet jährlich 99,- Euro.
YouTube für DJ Streaming
YouTube bleibt technisch eine der besten Streaming-Plattformen, ist für DJs jedoch weiterhin rechtlich problematisch. Das Content-ID-System erkennt Musik äußerst zuverlässig, was besonders bei bekannten Tracks zu Einschränkungen führt. Strikes entstehen vor allem bei vollständig blockierten Titeln und wiederholten Verstößen.
Ein bewährter Workaround besteht darin, erst mal ein Testvideo mit den geplanten Titeln zusammenzuschneiden und hochzuladen, um problematische Titel vorab zu identifizieren. Kurz nach dem Upload solltet ihr bereits E-Mails mit allen beanstandeten Copyright-Claims erhalten.
Wenn die Rechteinhaber lediglich die Monetarisierung beanspruchen, ist alles gut. Titel, die jedoch „partially blocked“ oder „blocked“ sind, führen dazu, dass das komplette Video blockiert wird und auch euer Livestream abgebrochen werden würde.
Diese Titel solltet ihr dann also gegen unbedenkliche Titel austauschen. Danach kann man dann sorgenfrei in den Mix gehen. Spontane Mix-Sessions sind so natürlich nicht möglich, aber bei wirklich wichtigen Streams kann die Vorabüberprüfung sehr hilfreich sein.
YouTube Live eignet sich vor allem für eigene Produktionen, Label-Showcases mit Freigaben und hybride Talk- & DJ-Formate. Für klassische Club-Sets bleibt das Risiko hoch, dass es zu Strikes, Mutes und Takedowns kommt. So mixt man als DJ auf YouTube eigentlich ständig am Rande der Legalität und des Kanalverlusts. Dennoch steht Streaming auf YouTube prinzipiell jedem offen.
Instagram Live
Instagram ist 2026 keine primäre Livestream-Plattform mehr. Der Fokus liegt klar auf Reels und kurzen Clips. Lives werden algorithmisch deutlich schlechter ausgespielt als früher. Zudem greift die Musik-Erkennung schnell.
Streaming via OBS ist zwar möglich, wird aber nicht priorisiert, denn die Plattform bleibt stark auf mobile Geräte fokussiert und wird zumeist auch auf ebensolchen konsumiert. Zudem existiert die Speicherung via IGTV nicht mehr. Daher eignet sich Instagram eher für kurze Promo-Clips, Teaser und Highlight-Momente, als für längere DJ-Livestreams mit technisch hochqualitativem Aufwand geeignet.
Facebook spielt im DJ-Livestream-Kosmos 2026 nur noch eine untergeordnete Rolle. Die organische Reichweite ist gering, Live-Streams werden kaum noch gepusht und die Musik-Erkennung ist sehr restriktiv. Häufige Stummschaltungen sind die Regel, temporäre Live-Sperren immer möglich und die Reichweite geht kaum aus der bestehenden Community hinaus. Daher erscheint Facebook Live 2026 nur noch sinnvoll zur Pflege bestehender Fanpages, lokaler Communities und für Streams mit eigener Musik.
Nach wie vor als das beliebteste Netzwerk ist Facebook eigentlich ideal, um eure Fans mit hochwertigen Livestreams zu beglücken. Livestreams werden vom Facebook Algorithmus auch besonders gefeatured und können in OBS Studio qualitativ anspruchsvoll gestaltet werden. Das Problem für uns DJs ist hier das Urheberrecht. Schnell wird so ein Stream auf Facebook aufgrund der mittlerweile sehr smarten Musikerkennungsalgorithmen wegen Copyright Infringement unterbrochen.
Kick
Nur um es erwähnt zu haben: Mit Kick gibt es eine Twitch-Alternative, die sich an junge Zuschauer richtet und ebenfalls Monetarisierungsmodelle bietet, zu der wir aber noch nicht viel sagen können.
Unsere Empfehlungen für DJ Livestreaming
DJ-Livestreaming ist 2026 weniger eine technische Frage als eine strategische Entscheidung: Wer Social-Media-affin ist und Plattform, Format und Zielgruppe sinnvoll kombiniert, kann ein großes Publikum erreichen.
- TikTok Live: gut für Reichweite & Entdeckung
- Twitch: gut für Community & Interaktion
- Mixcloud Live: gut für rechtssichere DJ-Sets
- YouTube: gut für Specials & Archiv

Welche kleinere Streaming Lösung empfiehlt sich für Social Media?
Wer mit dem Smartphone lediglich direkt in die sozialen Netzwerke streamen will, kann das trotzdem in hoher Soundqualität tun, wenn das Audiosignals vom DJ-Mischpult mit einer kompatiblen Soundkarte auf das Smartphone aufgenommen wird.
Dazu eignen sich alle Geräte, die ich schon im Special zum Thema DJ-Set-Recording vorgestellt habe: entweder den Howler Recorder + Streamer, die Evermix MixBox, ein Mischpult mit Smartphone-Anbindung wie Yamaha AG-03 bzw. AG-06 oder die Lösungen von IK Multimedia wie iRig Pro Duo oder iRig Stream.
Gerade Letzteres ist eine sehr preiswerte, kompakte und kompatible Lösung für Audiostreaming mit Mac, PC, iPhone oder Android-Smartphone. Anders als bei der Evermix MixBox verfügt das iRig Stream auch noch über einen Loopback-Schalter und einen regelbaren Kopfhörerausgang, der zur Not auch zum Durchschleifen des Signals zu den Monitorboxen genutzt werden kann, wenn das Mischpult oder die Konsole keinen dedizierten Record-Out hat.
Zusammen mit einem Smartphone hat DJ dann prinzipiell die Mindestausstattung, um in den sozialen Medien live zu gehen – mit den oben beschriebenen Copyright-Fallen. Und für die Zeit danach ist das iRig Stream auch ein guter Partner zum Aufnehmen des ersten DJ-Sets im Club oder Festival auf das Smartphone.
Wer generell mit Smartphone streamen möchte, sollte die App Wirecast Go kennen: Hiermit lassen sich Fotos und Logos in einen Stream einbinden, der dann direkt zu YouTube geht.

DJ-Set streamen is here to stay
Eines ist klar: Streaming ist gekommen, um zu bleiben. Die Technik entwickelt sich ständig weiter. Und auch wenn ein Livestream niemals die echte Live-Experience ersetzen kann, werden die Angebote immer raffinierter. Aber vergesst bitte trotzdem die Clubs nicht: Denn IRL findet „im real life“ statt!


























Woolookologie sagt:
#1 - 10.06.2020 um 11:50 Uhr
Seit einigen Tagen hat Twitch seine Terms of Service so verändert, dass DJ Sets dort leider nicht mehr möglich sind. https://www.twitch.tv/p/de-...
peter.bonedo sagt:
#2 - 12.06.2020 um 14:22 Uhr
Hallo Woolookologie,danke für den Hinweis, wir werden den Artikel diesbezüglich überarbeiten.LG
Peter
Maximilian Winkel sagt:
#3 - 10.01.2021 um 14:36 Uhr
Gut geschrieben. Danke für die Infos, ich fand's bloß schade dass das streamen über mixcloud nicht erwähnt wurde.
Thorsten Braun sagt:
#4 - 25.04.2021 um 05:51 Uhr
also cool, ja, aber, rechtlicht gibs probleme, wer sendet ( streamen tut) ohne lizenzen, macht es illigal. es muss GVL oder zuminndest gema gebüren zahlen, kann mir nicht vorstellen, dass die plattformen, für den mix( von sagen mir mal 2 std= ca.20 tracks) die künstler, produzenten, gebür mal so übernehmen tut.so und wer es nur dass, kommt noch hinzu wieviel hören zu 5,10,25,100 hörer.. er es nicht berappen tut, hat ja ein piraten sender, oder anders gesagt macht sich strafbar, auch die die es anbitten tun, facebook, und co. mit "LIVE" aber wenn die soviel geld haben.. hmm.. naja... und ein gutes sende programm, bei mir ist "BUTT"Starte butt 0.1.29
Entwickelt von Daniel Nöthen
iPhone/iPad client: https://izicast.de
Spende: paypal@danielnoethen.de
Frank Uah sagt:
#5 - 21.05.2021 um 13:41 Uhr
vielen Dank für diesen unglaublich guten Artikel zum Thema DJ-Streaming. Das war sicher ein gutes Stück Arbeit, in jedem Fall ein Gewinn an Informationen für Newcomer im DJ-Bereich, die durch die Corona-Zeit erst dazu gekommen sind, wie ich zum Beispiel.Also noch mal ein fettes DANKE SCHÖN
John sagt:
#6 - 05.03.2022 um 15:37 Uhr
Danke für die Info, wie man das Set-Streamen technisch vorbereitet! Gibt es hins. Micros eine Empfehlung? Da die Gema unumgänglich ist (wenn man es legal abwickeln will), dann würde ich gerne wissen, wie man das mit der Gema regeln kann, bevor man ein Set (etwa auf YouTube) ins Netz stellt. Weiß die entspr. Software bei Youtube, dass man das Set schon vorher bei der Gema angemeldet hat? (Oder läuft das ganz anders?) Ist das offiziell mit der Gema abgeklärte Procedere derart teuer, dass man schon von einem 20 Tracks-langem Set in die Armut getrieben würde, selbst wenn man die einzelnen Tracks angibt und man es als Liebhaberei und nicht kommerziell betreibt? Wo kann man solche Infos erfragen? Am Ende finde ich es übrigens nur fair, dass die Urheber was davon haben. Das müsste aber doch inzwischen zu regeln sein. Schließlich sind DJs, die bereit sind, mit offenen Karten zu spielen, genau genommen Music Influencer, die zur Verbreitung der Musik entscheidend beitragen, und nicht etwa Gegner. Man sollte sie unterstützen, anstatt sie zu bekämpfen. Vielleicht kommt das ja noch...
Name sagt:
#7 - 25.03.2025 um 12:48 Uhr
Mich würde ein Artikel über die genaue Einbindung der Ausgänge sehr interessieren. Bei mir liegt das Problem vor, dass in OBS auch der Kopfhörerausgang (PFL) mit aufgezeichnet wird. Egal, was ich versuche, ich kann dieses Problem nicht beheben.