In diesem Artikel testen wir die neuen Tonabnehmer Ortofon MC X10 und MC X20. Der dänische Hersteller präsentiert eine neue Serie von MC-Übertragern, die mit insgesamt vier Modellen (X10, X20, X30 &X40) an den Start geht und mit zahlreichen innovativen Features frohlockt, die sämtliche Modelle mit auf den Weg bekommen haben und die sonst nur den hochpreisigen Serien vorbehalten sind.
Die Preise reichen von rund 300 bis knapp 1000 Euro, wobei die Produktabgrenzung einzig in der Besetzung des Nadelträgers stattfindet. Als Testprobanden dienen uns heute die beiden Einsteigermodelle MC X10 und MC X20, die für 299 bzw. 499 Euro über die Ladentheke wandern.

- Reinsilberspulen
- Edelstahlchassis mit Wabenstruktur
- einfache Montage
- keine Einlaufphase notwendig
- sehr ausgewogener Klang
- gute Präsenz ohne Penetranz
- sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- komplette Fertigung in Dänemark
- keins

Ortofon MC X10 und MC X20 – das Wichtigste in Kürze
Was ist im Lieferumfang der Ortofon MC X10 und X20?
Der Lieferumfang gestaltet sich bei beiden Testprobanden erwartbar übersichtlich. Neben den Tonabnehmern haben zwei Montageschrauben, ein Minischraubendreher, eine simple Nadelbürste sowie ein Short-Manual den Weg in die Produktverpackung gefunden.






Das Design der Ortofon MC X10
Beim ersten Anblick des MC X10 sticht mir direkt die Ähnlichkeit zu der 2M-Serie ins Auge. Das Chassis verjüngt sich jedoch in Richtung des Nadelträgers krasser als bei 2M. Dadurch wirken sie mit weniger „Bauch“ insgesamt schlanker, eleganter und zudem „stromlinienförmiger“. Die für Ortofon typische Ästhetik lässt sich anhand der minimalistischen Silhouette gut nachvollziehen.
Obwohl MC X die mehr als 10 Jahre alte MC Quintet-Reihe, die aufgrund von Kastenform und verschiedener Farben der Modelle mehr an eine Handvoll Legosteine denn an Tonabnehmer erinnert, ablösen wird, wird mehr und mehr klar, dass das Design von MC X eine Weiterentwicklung der Chassis-Formgebung von 2M ist.
Innovationen von Ortofons MC X-Serie
Den Grundstein der MC X-Modelle legt das neu entwickelte Chassis. Dieses ist aus einer speziellen Edelstahllegierung in Spritzgusstechnik gefertigt. Dadurch erhält das Housing eine weitaus größere Festigkeit gegenüber dem oft hierfür verwendeten Aluminium. Die von oben sichtbare Wabenstruktur realisiert die nötige Reduktion des Gewichts, erhält dabei aber die Steifigkeit.
Die sensible Signalverarbeitung wird durch ein speziell entwickeltes Magnetsystem mit integriertem Polzylinder realisiert. Interessant ist hierbei die Wahl des verwendeten Werkstoffs Samarium Kobalt, das hinsichtlich der magnetischen Kraft weniger effektiv ist als Alnico oder gar Neodym.
Hierdurch gelingt aber eine bessere Kanaltrennung und das kann man hören. Für die Nutzung von reinem Silber bei den Spulen hat sich Ortofon entschieden, obwohl es im Einkauf teurer und komplizierter beim Wicklungsvorgang als Kupfer ist, was in höherer Empfindlichkeit und Langlebigkeit resultiert.
Für die Minimierung von Resonanzen und die Stabilität der Abtastung über den gesamten Übertragungsbereich sorgen neu entwickelte mechanische Gummidämpfer. Sogar deren Gummimischung hat Ortofon selbst erstellt, so dass der dänische Hersteller alle Ingredienzien der MC X-Reihe im eigenen Haus eigenständig fertigt und sich somit unabhängig von Zulieferunternehmen macht.







Was sind die technischen Besonderheiten des Ortofon MC X10 und MC X20
Weitestgehend gleichen sich die Daten der beiden Tonabnehmer, was aufgrund der identischen Übertragungstechnik naheliegend erscheint. Die Testprobanden weisen mit 0,5 dB eine sehr gute Kanalbalance auf und liefern mit 0,4 mV eine für MCs ordentliche Ausgangsspannung. Ortofon empfiehlt bei allen Modellen einen Lastwiderstand größer 50 Ω, als ideal erweisen sich wie so häufig 100 Ω. Die interne Impedanz gibt Ortofon mit 6 Ω an und das Gesamtgewicht mit 8,6 Gramm. Bei beiden Tonabnehmern wird Aluminium als Werkstoff für den Nadelträger verwendet.
Die technischen Unterschiede ergeben sich durch die Wahl des Stylus-Typs. Während Ortofons MC X10 mit einem gefassten elliptischen Diamanten ausstaffiert ist, ziert beim MC X20 ein nackter Diamant mit gleichem Schliff den Alunadelträger. Doch was bedeutet das?
Der nackte Diamant ist allererste Wahl und somit genügend groß, um ohne Fassung direkt auf dem Nadelträger fixiert zu werden, während die „zweite“ Charge in eine Fassung geklebt und diese wiederum auf dem Nadelträger fixiert wird. Letztlich haben wir also einen Materialübergang mehr, der sich direkt mess- und hörbar auswirkt.
Beispielsweise ist die Kanaltrennung beim MC X20 mit 25 dB um 1 dB effektiver als die des MC X10 mit 24 dB. Auch die maximale Abweichung des Übertragungsbereichs, der mit 20 Hz bis 20 kHz angegeben wird, erreicht beim X20 sehr gute +/-1 dB, beim X10 sind es +/-2 dB.
Die Nadelnachgiebigkeit unterscheidet sich ebenfalls ein wenig. Der dänische Hersteller gibt beim X10 13 μm/mN und beim X20 15 μm/mN an. Mit beiden Werten deckt man aber gut den Sektor sämtlicher mittelschwerer Tonarme ab. Wieder einig sind sich unsere beiden Testprobanden hinsichtlich ihres Auflagegewichts. Die Dänen empfehlen bei allen Modellen durchweg exakt (!) 2 Gramm.




































