Stimmprobleme: Was tun bei Stress mit der Stimme?

Und plötzlich fällt euch auf, dass eure Stimme nicht mehr so wie immer will. Das kann verschiedene Gründe haben. Sei es die Erkältung, die sich genau im falschen Moment auf eure Stimme legt. Sei es die Dauerbelastung durch viele Shows und Proben, die sich bemerkbar macht. Sei es eine falsche oder unzureichende Gesangstechnik.

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Was stresst meine Stimme?

Stress für die Stimme kann Ursachen haben, an die wir gar nicht primär denken. Das lange Gespräch in der Kneipe oder im Club, Luftverschmutzung, Allergien, allgemeiner Stress und Schlafmangel. Aber egal, wo der Grund für eure stimmliche Unpässlichkeit liegt, es gilt immer die Regel: Lieber früher als später zum Stimmarzt. Denn schnelles Handeln zahlt sich aus. Beim Spezialisten können Stimmstörungen erkannt werden, bevor sie sich verfestigt haben und richtige Schäden verursachen. Je eher ihr hingeht, desto leichter ist das Problem zu beheben.

Was sind die häufigsten Symptome von Stimmstress? Eine Checkliste

Wenn eure Stimme nicht will, checkt bitte folgende Dinge ab:

  • Könnt ihr ein weiches, leises “NG” als tonalen Slide, ohne Druck, quer durch die Lagen singen?
  • Könnt ihr ganz allgemein weich und leise hoch singen?
  • Funktioniert eure Kopfstimme?
  • Hat sich eure Range spontan oder konstant merklich verkleinert?
  • Habt ihr tonale “Löcher” in eurer Range?
  • Hat sich eure Sprechstimme verändert? Ist sie heiser und rau?
  • Ist eure Stimme immer müde, egal ob ihr gesungen habt oder nicht?
  • Kostet es euch immer mehr Kraft zu singen?
  • Könnt ihr eurer gewohntes Repertoire noch wie früher singen?

Wann muss ich zum Stimmarzt?

Ihr solltet auf alle Fälle sofort zum Stimmarzt gehen, wenn euch das Singen wehtut, die krasse Veränderung der Stimme ganz plötzlich gekommen ist, oder ihr zeitnah Auftritte habt.

Ihr solltet möglichst bald gehen, wenn Punkte dieser Checkliste auf euch zutreffen und die Symptome nicht weggehen.

Ihr solltet erst mal abwarten, wenn eure Sprechstimme ok ist, ihr eure Range halten könnt und sich eure nach dem Singen müde Stimme am nächsten Morgen wieder erholt hat.

Soforthilfe gegen Heiserkeit durch Stress

Folgende Dinge helfen, eure Stimme sofort zu entlasten:

  • Rauchen einstellen
  • Normal, ohne Druck aber mit Raum sprechen.
  • Nicht flüstern!
  • Nicht räuspern!
  • Nicht husten. Wenn ihr es nicht unterdrücken könnt, atmet am anfang etwas Lauft aus, damit der Huster nur mit dem halben Luftdruck an die Stimmbänder kommt.
  • Schlafen! So viel, wie möglich. Das ist das Heilmittel Nr.1
  • Kein Alkohol
  • Keine scharfen, mentholhaltigen Sachen nehmen, die trocknen die Stimmbänder aus.
  • Alle anderen Parameter auf 100% bringen: Essen, körperliche Fitness und genug trinken.

Was beachte ich, wenn ich heiser singen will?

Solltet ihr trotzdem singen müssen, so beachtet unbedingt folgende Dinge:

  • Bleibt in den Grenzen, die euch eure Stimme setzt! Sie verzeiht keinen einzigen Fehler mehr.
  • Singt euch zuerst komplett stumm ein.
  • Gebt eurer Stimme viel Zeit, um warm zu werden.
  • Wenn irgenwie möglich, ändert das Programm so, dass die Songs eurer Stimme entgegenkommen.
  • Kontaktiert euren Vocalcoach und fragt, ober er oder sie euch durchchecken kann. Von ihm könnt ihr auch eine Empfehlung bekommen, welcher HNO-Arzt sich auf Sänger*innen spezialisiert hat. Solltet ihr keinen Vocalcoach haben, fragt im Bedarfsfall andere Sängerinnen oder Sänger nach einer Empfehlung.

Wie läuft ein Stimmscreening beim HNO ab?

Zuerst wird der Arzt oder die Ärztin mit euch sprechen und euch Fragen stellen. Dann werden eure Stimmbänder angeschaut. Keine Sorge, das tut überhaupt nicht weh. Ihr müsst mit geöffnetem Mund verschiedene Vokale in verschiedenen Tonhöhen singen, während ein kleiner Spiegel an euren weichen Gaumen gelegt wird und durch ihn, mit einer Lamers, das Schwingungsverhalten eurer Stimmbänder gecheckt und aufgenommen wird. Ihr könnt dabei auf einem Monitor zugucken. Das ist wirklich spannend, den eigenen Stimmbändern bei der Arbeit zuzusehen.

Sind die Stimmbänder gerötet? Ist die Schleimhaut geschwollen? Schließen sie nicht? Schwingen die Stimmbänder nicht gleichmäßig? Gibt es vielleicht sogar kleine Bläschen an den Rändern der Stimmlippen (Sängerknötchen)? Anhand solcher Dinge kann der Stimmarzt oder die Stimmärztinsehen, ob eure Stimmstörung eine organische oder eine funktionale (gesangstechnische) Ursache hat und eine Diagnose erstellen. Auf deren Basis wird er oder sie dann mit euch das weitere Vorgehen besprechen.

Was kann ein Stimmarzt für euch tun?

Wenn es darum geht, ob ihr ein Konzert spielen könnt, wird euer Stimmarzt oder eure Stimmärztin euch das O.K. oder ein Gesangsverbot für die Show geben. Daran solltet ihr euch auch halten, damit eure Stimme keinen größeren Schaden nimmt. Bei einem O.K. kann der Arzt oder die Ärztin eure Stimme für die Show durch die Gabe von Medikamenten unterstützen, die die Stimmbänder abschwellen lassen.

Er oder Sie wird euch auch eine Einschätzung geben, ob normaler Gesangsunterricht ausreicht oder ob eine logopädische Therapie für die Behebung der Stimmprobleme sinnvoll ist. Wenn ihr einen Logopäden aufsuchen sollt, hört euch um, welche Praxis nicht nur mit der Sprechstimme arbeitet, sondern aich auch auf Gesang spezialisiert hat.

Wie kann ich meine Stimmfitness dauerhaft verbessern?

  • Eignet euch eine wirklich gute Gesangstechnik an und sucht euch einen wirklich guten Vocalcoach!
  • Denkt wie ein Sportler oder eine Sportlerin! eure Stimmbänder sind Muskeln und euer Körper wird während des Singens wie beim Sport benutzt.
  • Macht Sport, um eure körperliche Fitness zu steigern.
  • Macht ein Warm-Up vor dem Singen und ein Warm-Down nach der Probe, dem Üben oder dem Konzert.

Wie mache ich meine Stimme für eine Tour fit?

  • Trainiert eure Stimme regelmäßig und macht eine gute Konzert- oder Tourvorbereitung.
  • Haltet euren Körper fit, trinkt genug, ernährt euch ausgewogen und gesund.
  • Wenn ihr Profis seid: Lasst eure Stimme regelmäßig (1x im Jahr) oder nach großen Touren vom Stimmarzt checken. Sollten sich Fehler eingeschlichen haben, können sie rechtzeitig erkannt werden und ihr könnt gegensteuern, bevor sie größere Auswirkungen auf eure Stimme haben.
  • Hört mit dem Rauchen auf. Rauchen ist der Feind eines jeden Sängers und einer jeden Sängerin. Wenn ihr es nicht lassen könnt, dann raucht wenigstens eine Stunde vor dem Singen nicht. So lange brauchen nämlich die Flimmerhärchen in eurem Hals, die eure Stimme zum Beispiel vor Bakterien schützen, bis sie wieder voll funktionsfähig sind.

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