Anzeige

Test: Electro Harmonix Pico Swello – Streicher-Sounds aus der Gitarre und der E-Bass als Cello

Das Electro Harmonix Pico Swello gehört zu den eher eigenwilligen Effektkombinationen des New Yorker Traditionsherstellers. Die Kombination aus Auto-Swell-Effekt und Envelope-Filter ist inspiriert von der Effekt-Sektion des beliebten POG2 und erzeugt Streicher- und Synth-Pad-Sounds, wie man sie von der Arbeit mit dem Volume-Pedal kennt. Ein zuschaltbarer Tiefpass-Hüllkurvenfilter sorgt bei Bedarf zusätzlich für Auto-Wah-ähnliche Klänge. 

Test: Electro Harmonix Pico Swello
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • eigenständige Auto-Swell-Sounds
  • intuitive Bedienung
  • flexible Filter-Sektion
Contra
  • Envelope-Filter nicht separat vom Auto-Swell-Effekt nutzbar
  • hohe Grundlatenz (ca. 25 ms in der Attack-Minimalstellung)
Artikelbild
Test: Electro Harmonix Pico Swello – Streicher-Sounds aus der Gitarre und der E-Bass als Cello
Für 135,00€ bei

Electro Harmonix Pico Swello – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Electro Harmonix Pico Swello? Das Electro Harmonix Pico Swello kombiniert einen Auto-Swell-Effekt, ein Envelope-Filter und bei Bedarf ein Tiefpass-Hüllkurvenfilter in einem Pedal.
  • Welche Effekte erzeugt das Pico Swello? Auto-Swell-Effekt und Envelope-Filter stehen zusammen für Synth-Pad- und Streicher-Sounds. Mit dem zusätzlichen Tiefpass-Hüllkurvenfilter gelingen auch Auto-Wah-ähnliche Effektsounds.
  • Gibt es ein Vorbild für den Pico Swello? Als Vorbild für das Pedal gilt der beliebte EHX POG2, ein polyphoner Oktav-Generator mit einer flexiblen Effektsektion für Experimentierfreudige.
  • Was sagt der Test? Das Pico Swello von Electro Harmonix ist ein vielseitiges Auto-Swell-Pedal für Klänge wie Streicher und Synth-Pads, mit der zuschaltbaren Filter-Sektion auch für Auto-Wah. Leider ist Letztere nicht separat nutzbar.

Aufbau und Bedienung des Pico Swello

Das Pico Swello sitzt in einem weißen (BxHxT) 50 x 48 x 92 mm großen Gehäuse und legt 160 Gramm auf die Waage. Zu den globalen Bedienelementen gehören zwei Potis für die Ausgangslautstärke (Vol) und die Verzögerung der Pegelhüllkurve (Attack), womit die Einschwingzeit des Signals bestimmt wird. Ein kleiner Drucktaster (Filter) aktiviert die optionale Filtersektion, die in zwei unterschiedlichen Intensitätsstufen abrufbar ist.

Aufschluss über den Effektstatus gibt die LED, die entweder grün (Filter deaktiviert), orange (Filter mit niedriger Resonanz) oder rot (Filter mit hoher Resonanz) leuchtet. Die ab Werk eingestellten Resonanzwerte (Bandbreite der Filterbewegung) lassen sich nach Halten des Filter-Tasters nachträglich verändern und speichern. 

Fotostrecke: 4 Bilder Das Electro Harmonix Pico Swello kombiniert Auto-Swell-Effekt und Filtersektion und erzeugt daraus Streicher- und Synth-Pad-Sounds.

Als Parameter für die Filtersektion dienen zwei Potis zur Bestimmung der Grenzfrequenz (Freq) und für die Tiefe und Richtung der Filterhüllkurve (Mod). In der 12-Uhr-Stellung des Mod-Potis erzeugt das Pedal einen statischen Tiefpassfilter ohne Modulation. Betrieben werden kann das Pico Swello bei einer Stromaufnahme von 100 mA mit dem beiliegenden 9-V-Netzteil.      

Anzeige

Wie klingt das EHX Pico Swello in der Praxis?

Getestet wird das Swello mit Telecaster und Les Paul vor einem Budda Superdrive 45 in Kombination mit einem Two Notes Torpedo Captor X. Alle Delay- und Reverb-Sounds kommen von einem MXR Carbon Copy und einem Neunaber Wet Reverb.  

Im grünen Modus erzeugt das Pico Swello die typischen Auto-Swell-Sounds, die man von der Arbeit mit dem Volume-Pedal oder dem Volume-Poti kennt. Durch das Abkappen des Attacks erscheinen die Töne insgesamt weicher und erzeugen die Illusion eines Streichinstrumentes oder einer Synthesizer-Fläche. Der große Vorteil gegenüber einer manuellen Lösung (Pedal, Poti) besteht beim Swello darin, dass sich auch schnellere Single-Note-Linien oder Arpeggios problemlos realisieren lassen. 

Der Sweet-Spot des Attack-Potis liegt dabei im Bereich der 11-Uhr-Stellung, je nachdem, in welchem Tempo man unterwegs ist. Kürzere Attack-Zeiten vor der 9-Uhr-Stellung lassen den Effekt schnell verblassen, während sich längere Einschwingzeiten vor allem für Flächensounds ohne rhythmische Muster empfehlen. 

Die Kombination aus Pegel- und Filter-Modulation sorgt für eigenständige Sounds

Schaltet man vom grünen in den orangefarbenen Modus, mischen sich subtile Auto-Filter-Sounds in das Signal, die an eine schnelle manuelle WahWah-Bewegung erinnern. Im roten Modus wird dieser Effekt ab Werk durch einen höheren Q-Faktor (Filtergüte) verstärkt. Die Geschwindigkeit der Filterbewegung ist dabei an das Attack-Poti gekoppelt und verändert sich stets simultan zur Pegelmodulation. Die dadurch entstehende „Effektmischung“ sorgt für sehr eigenständige Sounds und erweitert die Klangpalette des Pico Swello enorm. 

Wer hier allerdings echte Envelope-Filter-Sounds im Stile des Electro Harmonix Q-Tron erwartet, könnte etwas enttäuscht sein. Durch die fest eingestellte Synchronisation von Pegel- und Filterbewegung wirken die Filtersounds stets etwas „entschärft“ und verzögert. Hinzu kommt, dass das Swello selbst in der Minimalstellung des Attack-Potis noch eine spürbare Latenz von fast 25 Millisekunden erzeugt. Rhythmische Funk-Licks mit dem charakteristischen „Quack“ eines Envelope-Followers sind hier nur bedingt möglich. Nichtsdestotrotz empfiehlt sich die Filter-Sektion als zusätzliche Modulationsebene und kann nebenbei auch als statischer Tiefpassfilter eingesetzt werden. Besonders nützlich zeigt sich dieses Feature bei der Simulation von Streichinstrumenten, die vor allem am E-Bass verblüffend echt klingen.

Das EHX Pico Swello im Auto-Swell-Modus

Wir starten den Praxisteil im Auto-Swell-Modus (grün) mit drei unterschiedlichen Spielweisen und den entsprechenden Attack-Settings.   

Audio Samples
0:00
Bypass -> Auto-Swell, Single-Notes, Attack 12:00 (Les Paul) Bypass -> Auto-Swell, Arpeggios, Attack 10:00 (Les Paul) Bypass -> Auto-Swell, Chords, Attack 15:00 (Tele)

Auto-Swell- und Filter-Sektion bilden eine eigenständige „Effektmischung“

Weiter geht es mit der Kombination aus Auto-Swell- und Filtersektion. Wir hören zunächst die beiden Werks-Presets für die Intensität der Filterresonanz (orange, rot) und danach einen Überblick über den Regelweg des Attack-Potis. Sowohl das Freq- als auch das Mod-Poti stehen hierfür auf ihrem Maximalwert. 

Audio Samples
0:00
Bypass -> Auto-Swell+Filter, Resonanz low -> high (Tele) Bypass -> Auto-Swell+Filter, Attack min -> max (Tele)

In den nächsten beiden Beispielen steht die Wirkungsweise der beiden Filter-Bedienelemente Mod und Freq im Fokus.

Audio Samples
0:00
Auto-Swell+Filter, Mod min -> max (Les Paul) Auto-Swell+Filter, Freq min -> max (Les Paul)

Mit dem Pico Swello wird der E-Bass zum Pseudo-Cello

Abschließend hören wir das Pico Swello noch mit dem E-Bass und einer Simulation eines gestrichenen Cellos bzw. Kontrabasses. Das Mod-Poti steht hierfür in der 12-Uhr- und das Freq-Poti in der 14-Uhr-Stellung.

Audio Samples
0:00
Bypass -> Pseudo-Cello (E-Bass)
Anzeige

Fazit

Mit dem Electro Harmonix Pico Swello präsentiert sich ein charakterstarkes Auto-Swell-Pedal, das sich an der Effektsektion des legendären POG2 orientiert. Mit seiner regelbaren Pegelhüllkurve erzeugt das Pedal Streicher- und Synth-Pad-ähnliche Sounds und eignet sich gleichermaßen für Single-Note-Linien, Akkorde und Arpeggios. Die zuschaltbare Filter-Sektion sorgt für zusätzliche Flexibilität und liefert neben einem statischen Tiefpassfilter auch eine Envelope-Follower-Funktion. Leider ist diese fest an den Auto-Swell-Effekt gekoppelt und wirkt dadurch in der Praxis stets etwas „entschärft“ und verzögert. Wer den Envelope-Filter nur als „Add-on“ für die Auto-Swell-Funktion nutzen möchte, dürfte hiermit kein Problem haben. Ein exklusiver Filter-Modus ohne Swells hätte dem Pedal trotzdem gutgetan.

Atmosphärische Swell- und Pad-Sounds gehören zu den Stärken des Pico Swello, während die gekoppelte Filtersektion und die Latenz Kritikpunkte bleiben.
Atmosphärische Swell- und Pad-Sounds gehören zu den Stärken des Pico Swello, während die gekoppelte Filtersektion und die Latenz Kritikpunkte bleiben.
  • Hersteller: Electro Harmonix
  • Modell: Pico Swello
  • Typ: Auto-Swell-Effekt + Tiefpassfilter
  • Herstellungsland: USA
  • Anschlüsse: Input, Output, Netzteil
  • Regler/Schalter: Volume, Attack, Freq, Mod
  • Stromversorgung: 9-V-Netzteil (im Lieferumfang)
  • Stromaufnahme: 100 mA
  • Abmessungen: (BxHxT) 50 x 48 x 92 mm
  • Gewicht: 160 g
  • Ladenpreis: 135,00 Euro (März 2026)

Herstellerseite: https://www.ehx.com

Hot or Not
?
Test: Electro Harmonix Pico Swello

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • PRS SE CE 24 Standard Stoptail Satin – Affordable but Pro-Ready? | Sound Demo & Review
  • Peavey Vypyr X2 – Review & Sound Demo | A Hidden Gem for Practice?
  • Peavey Vypyr X2 | Classic Rock Tones