Thorn Steambass Flex Bass Compressor Test

Ein Kompressor gehört für viele Bassistinnen und Bassisten mittlerweile zur Grundausstattung. Die Bedienung der kleinen Helferlein stellt für viele in der Praxis jedoch eine Herausforderung dar: Zwischen effektiver Dynamikkontrolle und übermäßiger Klangbearbeitung liegt ein schmaler Grat. Mit dem Steambass präsentiert Thorn Soundlabs einen flexiblen, komplett analogen Bass-Kompressor, der unterschiedliche Kompressionscharaktere in einem kompakten Pedal vereinen möchte, soll er doch sowohl dezente Verdichtung als auch deutlich hörbare Kompression ermöglichen. Dabei verspricht das Pedal eine praxisnahe Bedienbarkeit sowie vielseitige Einsatzmöglichkeiten im Studio- und Live-Betrieb. Ob dieses Konzept aufgeht und wie sich der Thorn Soundlabs Steambass klanglich schlägt, klären wir im heutigen Test.

Thorn Soundlabs Flex Bass Compressor
Der Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor im Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • transparenter Sound
  • großer Headroom für aktive Bässe
  • flexibel einsetzbar
  • Detail-Regler für Höhen
  • tadellose Verarbeitung
  • moderater Preis
Contra
  • keine Specs oder Beschriftungen für die einzelnen Parameter
Artikelbild
Thorn Steambass Flex Bass Compressor Test
Für 189,00€ bei

Thorn Steambass – das Wichtigste in Kürze

  • vielseitiger analoger Kompressor für Bass
  • hilfreicher Detail-Regler zur Kompensation von Höhenverlust
  • Auto/Manual-Schalter für Attack- und Releasezeiten
  • True-Bypass-Funktion
  • 9-Volt Stromversorgung per Netzteil

Wie sind die Maße und das Gewicht des Thorn Soundlabs Steambass?

Der Thorn Soundlabs Steambass ist in einem relativ kompakten und stabilen Metallgehäuse untergebracht, das einen sehr bühnentauglichen Eindruck macht. Die Verarbeitung ist sauber, sämtliche Bedienelemente wirken stabil und langlebig.

Die genauen Maße betragen 94 × 120 × 38 mm und auf der Waage macht sich das Pedal mit 380 g bemerkbar – auf dem Board nimmt der Thorn Soundlabs Steambass also etwas mehr Platz als ein Boss-Pedal im Standardformat ein.

Mit im Karton liegen übrigens zwei großflächige Aufkleber für die Bodenplatte. Der Klettbandaufkleber sichert das Pedal auf einem Pedalboard, und wer das Pedal einfach auf dem Boden platzieren will, verwendet dafür die Gummiaufkleber – die Aufkleber sind also ohne Frage eine willkommene Dreingabe!

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Fotostrecke: 3 Bilder Der Steambass verfügt …

Über welche Regler verfügt der Thorn Soundlabs Steambass?

Die komplette Steuerung des analog aufgebauten Kompressor-Pedals erfolgt mithilfe von sechs Reglern auf der Oberseite. Herzstück ist dabei natürlich der Threshold-Regler, mit dem festgelegt wird, ab welchem Eingangspegel die Kompression einsetzt. Über den Amount-Regler wird anschließend die Intensität der Kompression bestimmt – also wie stark das Signal bearbeitet wird.

Darüber hinaus bietet das Pedal direkten Zugriff auf Attack und Release, mit denen sich das zeitliche Verhalten der Kompression einstellen lässt: Attack bestimmt, wie schnell der Kompressor auf Pegelspitzen reagiert, während Release festlegt, wie rasch die Kompression wieder loslässt. Damit deckt der Steambass bereits die grundlegenden Parameter eines klassischen Kompressors ab.

Ein besonderes Feature ist der Detail-Regler, der dazu dient, Höhenverluste auszugleichen, wie sie bei stärkerer Kompression auftreten können. Hierbei handelt es sich im Prinzip um einen Boost-Only EQ-Regler für Hochmitten und Höhen, über die genauen Parameter dieses EQ-Reglers macht die Bedienungsanleitung allerdings keine näheren Angaben. Die Ausgangslautstärke wird schließlich über den Output-Regler angepasst, um Pegelverluste durch die Kompression wieder auszugleichen oder das Signal bewusst anzuheben.

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Fotostrecke: 3 Bilder So sieht das Cockpit …

Wozu dient der Auto/Manual-Schalter des Thorn Soundlabs Steambass?

Zusätzlich verfügt der Thorn Steambass über einen Auto/Manual-Schalter. Im Auto-Modus übernimmt das Pedal die Steuerung von Attack und Release automatisch und passt diese dynamisch an das Eingangssignal an – ideal für Anwender, die möglichst schnell zu musikalischen Ergebnissen kommen wollen.

Im Manual-Modus hingegen sind Attack und Release vollständig manuell regelbar, was deutlich präzisere Eingriffe erlaubt. In diesem Modus sind die entsprechenden Regler aktiv, während sie im Auto-Betrieb außer Funktion gesetzt werden. Direkt über dem Fußschalter sitzt eine kleine LED, die ihre Farbe von Blau zu Rot wechselt, sobald die Kompression einsetzt, und entsprechend wieder zurück wechselt, wenn sie ausklingt.

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor

Über welche Anschlüssmöglichkeiten verfügt der Thorn Soundlabs Steambass?

Sämtliche Anschlüsse befinden sich an der Rückseite des Pedals. Hier finden wir die üblichen Input- und Output-Klinken sowie den Anschluss für ein externes Netzteil. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über ein 9-Volt-Netzteil (Center Negative; nicht im Lieferumfang enthalten), ein Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen.

Ganz vorne auf der Oberseite sitzt schließlich ein True-Bypass-Fußschalter zum Aktivieren beziehungsweise Deaktivieren des Effekts, ergänzt durch eine Status-LED, die über den aktuellen Betriebszustand informiert.

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Fotostrecke: 2 Bilder Sämtliche Anschlüsse wurden …

Hören statt Lesen!

Der Steambass von Thorn Soundlabs richtet sich ganz offensichtlich eher an Spieler, die lieber mit den Ohren als mit Zahlen arbeiten. Die Beschriftungen der Regler liefern nämlich lediglich Funktionsnamen – in der Bedienungsanleitung sucht man konkrete technische Angaben zu Regelbereichen oder exakten Parameterwerten vergeblich.

Das ist per se kein Beinbruch, denn einen Kompressor stellt man ohnehin am besten nach Gehör ein. Gerade weniger erfahrene Nutzer profitieren allerdings häufig von Referenzwerten oder Herstellerempfehlungen, um einen schnellen Einstieg zu finden – hier wären daher ggf. ein paar Tipps seitens des Herstellers wünschenswert.

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor

Thorn Soundlabs Steambass: Auto- vs. Manueller Betrieb

Sehr lobenswert finde ich hingegen, dass der Thorn Soundlabs Steambass gerade für Kompressor-Neulinge eine Auto-Funktion für Attack und Release bietet. Bei einfachen Grooves im Fingerstyle arbeitet diese Automatik durchaus zuverlässig und liefert schnell brauchbare und musikalische Ergebnisse. Sobald jedoch perkussivere Spieltechniken und stärkere Kompressionseinstellungen ins Spiel kommen, werden Anschläge unter Umständen zu hart eingefangen, wodurch Pumpeffekte an Stellen entstehen, an denen man sie musikalisch nicht unbedingt haben möchte.

Spätestens hier lohnt es sich dann also, tiefer in die Materie einzusteigen und die Kompressionszeiten manuell einzustellen. Die Regelbereiche fallen relativ weit aus, sodass etwas Feingefühl erforderlich ist, um Attack und Release gezielt an die eigene Soundvorstellung anzupassen.

Gleiches gilt für die anderen Parameter der Kompression, also Threshold und Amount. Das Pedal deckt demzufolge ein breites Spektrum ab: von sehr dezenter Dynamikglättung, die man eher fühlt als hört, bis hin zu deutlich zupackender Kompression mit hörbarem Effektcharakter.

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor

Thorn Soundlabs Steambass: Immense Bandbreite

Mit moderaten Einstellungen arbeitet der Steambass angenehm unaufdringlich. Der Sound wirkt insgesamt etwas kompakter und kraftvoller, bleibt dabei aber transparent und neutral. Dreht man die Kompression weiter auf, so lassen sich auf Wunsch aber auch sehr kraftvoll-punchige Sounds realisieren. Dabei verliert der obere Frequenzbereich naturgemäß etwas an Offenheit, wenn auch ohne dramatische Einbußen. Und siehe da: In solchen Fällen schafft der Detail-Regler im Handumdrehen Abhilfe, mit dem sich der dezente Höhenverlust problemlos ausgleichen lässt.

Zwar macht der Hersteller keine konkreten Angaben zu den bearbeiteten Frequenzen, die Abstimmung erweist sich in der Praxis jedoch als äußerst gelungen und musikalisch sinnvoll. Dreht man den Regler auf, so gewinnt der Sound spürbar an Präsenz und wirkt angenehm knackig und crisp. Der Regelbereich fällt auch hier sehr großzügig aus – in meinem Test habe ich nur selten mehr als etwa die Hälfte des verfügbaren Boosts benötigt. Aber wie heißt es so schön: Haben ist besser als brauchen!

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Mit dem Steambass kommt man in der Praxis schnell zu brauchbaren Ergebnissen!

Produziert der Thorn Soundlabs Steambass Nebengeräusche beim Betrieb?

Auch in Sachen Nebengeräusche gibt sich der Steambass unauffällig. Bereits vorhandenes Rauschen wird bei hohen Kompressionsgraden erwartungsgemäß zwar durchaus mit angehoben, die Schaltung selbst fügt dem Signal jedoch kein auffälliges Eigenrauschen hinzu.

Verzerrungen traten im Test selbst mit pegelstarken Aktivbässen nicht auf – die Schaltung des Thorn Steambass bietet somit ausreichend Headroom und kommt problemlos mit unterschiedlichsten Bass-Typen zurecht.

Wird die Kompression des Thorn Soundlabs Steambass optisch angezeigt?

Ein Thema, das bei Kompressoren immer wieder diskutiert wird, sind Gain-Reduction-Anzeigen. Mehrsegmentige LED-Ketten liefern hier durchaus wertvolle visuelle Rückmeldungen darüber, wie stark der Kompressor tatsächlich arbeitet.

Der Steambass verzichtet auf eine solche Anzeige, bietet aber immerhin eine zweifarbige Status-LED, die zuverlässig signalisiert, wann die Kompression einsetzt und wann nicht. Dies ersetzt zwar keine detaillierte Gain-Reduction-Anzeige, erweist sich in der Praxis aber dennoch als hilfreich, um ein Gefühl für das Eingriffsverhalten des Pedals zu bekommen.

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor

Thorn Soundlabs Steambass: Sounds

Ein Höreindruck sagt bekanntlich mehr als tausend Worte, daher folgen hier natürlich noch einige Audiobeispiele, anhand derer ihr euch einen eigenen Eindruck vom Thorn Soundlabs Steambass machen könnt. In den Beispielen hört ihr immer zuerst vier Takte im Bypass-Modus, gefolgt von vier Takten mit aktivierter Kompression.

Audio Samples
0:00
Light to medium compression, Auto-Mode, Jazz Bass Medium to strong compression, Manual-Mode, Jazz Bass Medium to strong compression, Manual-Mode, Detail: 1h, Jazz Bass Medium compression, Auto-Mode, Detail: 1h, Stingray Strong compression, Manual-Mode, Detail: 3h, Stingray Medium compression, Auto-Mode, Jazz Bass, Slapping Strong compression, Manual-Mode, Detail: 11h, Jazz Bass, Slapping

Thorn Steambass – das sind die Alternativen

FeaturesThorn SteambassMXR M87 Bass CompressorBoss BC-1X Bass Compressor
Regler/SchalterRelease, Attack, Amount, Threshold, Detail, Output, Auto/Manual, BypassRelease, Attack, Ratio, Input, Output, BypassLevel, Release, Ratio, Threshold, Bypass
AnschlüsseInput, Output, NetzteilInput, Output, NetzteilInput, Output, Netzteil
SonstigesDetail (Hochmitten/Höhen-EQ)Gain Reduktion LED-KetteGain Reduktion LED-Kette
Stromversorgung9-Volt Netzteil, Minuspol innen9-Volt Netzteil, Minuspol innen9-Volt Netzteil, Minuspol innen
Preis189,- Euro203,- Euro204,- Euro
Produkt bei ThomannThorn Steambass kaufen (Affiliate)MXR M87 Bass Compressor kaufen (Affiliate)Boss BC-1X Bass Compressor kaufen (Affiliate)
Thorn Soundlabs Steambass – Alternativen
Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor

Thorn Soundlabs Steambass – Fazit

Der Steambass von Thorn Soundlabs überzeugt als flexibel einsetzbarer Bass-Kompressor mit überwiegend neutralem Grundcharakter. Bei moderaten Einstellungen arbeitet er transparent und kontrolliert, greift angenehm unauffällig in die Dynamik ein und erhält dabei stets den Grundsound des Basses. Dreht man die Kompression weiter auf, sind je nach Geschmack und abhängig von der Feinabstimmung von Attack und Release aber auch extrem punchige Sounds mit leichten Pumpeffekten möglich.

Die großzügig ausgelegten Regelbereiche bieten eine Menge klanglichen Spielraum, verlangen allerdings besonders bei der Abstimmung von Attack und Release etwas Feingefühl. Ausgesprochen gelungen ist der Detail-Regler: Er erweist sich als überaus praxisnahes Werkzeug, um leichte Höhenverluste bei stärkerer Kompression auszugleichen oder Hochmitten und Höhen gezielt etwas crisper und knackiger einzustellen. Positiv ist außerdem, dass Einsteiger mit der Auto-Funktion schnell zu guten Ergebnissen kommen, während erfahrene Anwender im Manual-Modus die volle Kontrolle über Attack- und Releasezeiten behalten.

Angesichts dieser Punkte, der soliden Verarbeitung und des durchaus moderat angesetzten Preises kann ich den Thorn Soundlabs Steambass generell allen Bassleuten empfehlen, die einen vielseitig einsetzbaren Bass-Kompressor suchen.

Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
Thorn Soundlabs Steambass Flex Bass Compressor
  • Technische Spezifikationen:
  • Hersteller: Thorn Soundlabs
  • Herstellungsland: China
  • Modell: Steambass Flexible Bass Compressor
  • Regler/Schalter: Attack, Threshold, Ampunt, Release, Detail, Output, Auto/Manual, Bypass (True Bypass)
  • Stromversorgung: 9 VDC, 5,5 x 2,1 mm Hohlstecker,
  • Minuspol am Mittelkontakt
  • Stromverbrauch: 29 mA Betrieb
  • Maße: 94 x 120 x 38 mm
  • Gewicht: ca. 380g
  • Zubehör: Velcro und Gummi Aufkleber
  • Ladenpreis: 189,- Euro (Ladenpreis im Januar 2026)
  • Technische Spezifikationen:
  • Hersteller: Thorn Soundlabs
  • Herstellungsland: China
  • Modell: Steambass Flexible Bass Compressor
  • Regler/Schalter: Attack, Threshold, Ampunt, Release, Detail, Output, Auto/Manual, Bypass (True Bypass)
  • Stromversorgung: 9 VDC, 5,5 x 2,1 mm Hohlstecker,
  • Minuspol am Mittelkontakt
  • Stromverbrauch: 29 mA Betrieb
  • Maße: 94 x 120 x 38 mm
  • Gewicht: ca. 380g
  • Zubehör: Velcro und Gummi Aufkleber
  • Ladenpreis: 189,- Euro (Ladenpreis im Januar 2026)
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