Die früher in Turnhallen, Aulas und Speisesälen stattfindende Schuldisko galt als wichtiges Event zum Feiern und Zusammenkommen für Schüler und Lehrer und war für die soziale Entwicklung der Jugendlichen genauso wichtig wie für die Clubkultur als Vorgeschmack. Nun gibt es eine neue Initiative in Chemnitz, die traditionelles Auflegen fördert und die Schuldisko wiederbeleben möchte. Die zunehmende soziale Isolierung durch Social Media und die rückläufigen Besucherzahlen in den Clubs, brachte Dirk Duske, Lehrer der Städtischen Musikschule Chemnitz im Fach „DJing“, auf die Idee, das Problem beim Kern anzupacken: Eine Initiative zur Wiederbelebung der Schuldisko.

An der Städtischen Musikschule Chemnitz unterrichtet Dirk Duske, Buchautor des DJ-Lehrbuchs „Gut aufgelegt!“ seit 20 Jahren das DJing. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Galt früher der Plattenspieler ausschließlich als einziges glaubwürdiges Auflege-Instrument, um mit perfekten Skills eine DJ-Karriere in den angesagtesten lokalen Clubs anzustreben, sind die jetzigen Ziele entsprechend dem sehr jungen Einstiegsalter von mittlerweile neun Jahren kleiner gesteckt.
Schuldisko: Auflegen mit Plattenspielern fördern und gemeinsam feiern
Es geht um den Reiz spielerischer Kreativität mit vorhandener Musik. Dirk Duske legt dabei großen Wert auf das Auflegen mit Plattenspielern, um den Schülern diese traditionelle Form des DJings ohne Sync, dafür aber mit geschultem Ohr und dennoch in Kombination mit den digitalen Vorzügen moderner Technik beizubringen. Aber auch sie möchten irgendwann vor Publikum jenseits der privaten Geburtstagsparty auflegen. Die Schuldisko würde dazu einladen.
„Schließlich habe auch ich damit im Alter von 15 Jahren meine ersten Erfahrungen in diversen Schulen gesammelt“, so Dirk Duske. Eine Umfrage unter Schülern ergab aber leider, dass die Schuldisko vom außerunterrichtlichen Lehrplan gestrichen wurde.
DJ-Nachwuchsförderung und get together
Entsprechend verfasste Dirk Duske einen Brief, der von der Städtischen Musikschule Chemnitz an sämtliche Schulen der Umgebung versendet wurde. Zudem bewirbt die Musikschule das Thema kräftig mit Flyern und Plakaten.
- „Ich hoffe natürlich, dass die Schulen dieser Idee trotz Lehrermangel und zeitlicher Überlastung eine Chance geben. Schließlich soll es nur ein bis zweimal im Jahr als Highlight stattfinden. Ich finde es wichtig, die Schüler auch jenseits der Ganztagesangebote diese Möglichkeit der Freizeitgestaltung zu bieten, die ihre sozialen Kontakte stärkt. Wir bringen auch sämtliche erforderliche Technik mit und unsere DJs sorgen für die Party.“
Technics und Ortofon sind von dieser Idee begeistert, sodass sie dieses Projekt unterstützen. Schließlich sollen die Jugendlichen wieder auf den Geschmack kommen, in der Gemeinschaft zu aufgelegter Musik im Scheinwerferlicht zu tanzen, sei es beginnend in der Schule oder später im Club.
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