Das Shure SM58 ist er Archetyp eines Mikrofons. Wenn du überall auf der Welt Menschen bitten würdest, ein Mikrofon zu zeichnen, wäre es in den meisten Fällen wohl die klassische Eistütenform des 58: ein kugelfärmiger Korb mit umlaufendem Ring, das Handteil konisch. Da wäre neben der Form natürlich auch die Art, mit der ein Shure SM58 seine Aufgabe erledigt. Es gilt als DER Allrounder unter den Mikrofonen und ist für eine robuste Bauart bekannt. Das hat schon lange vor dem Aufkommen von Kurzvideo-Plattformen für reichlich Storys gesorgt.

„Gesangsmikrofon“? – Was für eine Untertreibung!
Sicher, das Shure SM58 sieht man in den Händen von Sängern auf der Bühne. Klassisch mit Kabel, mit zusätzlichem Schalter oder auch nur als Wechselkorb für Funksysteme ist es etabliert und Technikern wie Musikern gut vertraut (was allen Sicherheit gibt!). Aber es ist viel mehr als das, es ist als echter Allrounder für viele unterschiedliche Signale bestens geeignet. In unserem Testbericht (von 2012!) kannst du das Mikrofon in Tauchspulentechnik auch am Gitarren- und am Bassverstärker sowie an allen Instrumenten eines Drumsets hören. Ja, auch an der Bassdrum: Nur, weil das Mikro nicht groß und wuchtig aussieht, bedeutet das nicht, dass es das nicht gut kann. Ein wenig Anhebung im Subbass, je nach Instrument, Stil und Mix meist in der Oktave zwischen 30 und 60 Hz, tut dem Signal oft gut. Sehr gut, dass das SM58 als hervorragend „EQable“ gilt. Zu Nutzen machen kannst du dir die Bassanhebung im Nahbereich von Signalquellen, den Proximity Effect.
Bei geschickter Positionierung, zum Beispiel ausgehend von 150 cm Höhe mittig über dem Resonanzfell der Bassdrum, lässt sich mit einem einzelnen Shure SM58 sogar sehr gut ein komplettes Drumkit einfangen. Die genaue Position zu finden, kann etwas dauern, aber es lohnt sich. Andere gute Startpunkte: Auf 2/3 zwischen Resonanz- und Schlagfell der Bassdrum, sehr nah am Kessel, in Richtung Snare zeigend: Oder: Unter der Hängetom zwischen Bassdrum und Hi-Hat.

Irgendwie war das Shure SM58 schon immer da und wird uns wohl auch bis in alle Ewigkeit begleiten. Aus guten Gründen.

Mikrofone, Outboard und andere Werkzeuge mit hoher Verbreitung. Welche das sind – und warum!
Eine große Familie: Shure SM58 und seine nahen Verwandten
Im Jahr 1966 ist das SM58 von Shure auf dem Markt vorgestellt worden. Es feiert also dieses Jahr seinen 60. Geburtstag! Das Herzstück ist die Tauchspulenkapsel: Auf eine durch den eintretenden Schall beweglichen Membran ist eine Kupferspule aufgeklebt, die in einen Topfmagneten eintaucht. Durch das tändige Hin und Her wird im Magnetfeld eine geringe Wechselspannung induziert, über einen kleinen Übertrager im Handteil hochtransformiert, sie kann dann vom XLR-Ausgang weit über 100 Meter bis zum Mikrofon-Vorverstärker geschickt werden. Die Konstruktion ist eine Niere, das SM58 ist also von der Vorderseite maximal, auf der Rückseite fast gar nicht empfindlich für eintretenden Schall. Wichtig ist das für die Vermeidung von Feedbacks auf Bühnen und das Übersprechen anderer Schallquellen auf das Nutzsignal. Übrigens: Als Shure SM58 S hat das Mikrofon einen An-/Aus-Schalter.
Die Kapsel ist seit Jahr und Tag die bewährte Shure Unidyne III. Wusstest du, dass sie in vielen Shure-Mikrofonen verbaut ist? Das Shure SM58 und das Shure SM57 unterscheiden sich nur durch ihren Mikrofonkorb. Allerdings hat auch dieser klangliche Auswirklungen. Auch im 545SD und in den „Elvis-Mikrofonen“ wie dem 55SH , Super 55 und dem Big Head 55 kommt eine Unidyne III zum Einsatz. Im letzten Jahrzehnt wurde das große Shure SM7B immer bekannter und beliebter. genau: Die Kapsel ist die gleiche wie im SM58!
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Mehr InformationenFun Facts zum Shure SM58
Das “SM” in SM58 steht für “Studio Microphone”!
Ganz recht: Das SM58 wurde für Studios entwickelt, allerdings in erster Linie Radiostudios, nicht Musikstudios. Heute findet man es zwar auch in Tonstudios, vermehrt aber in Proberäumen und auf Bühnen.
Der Erfinder des SM58 mochte keine Rockmusik
Tatsächlich: Ernie Seeler, ein wichtiger Shure-Ingenieur, machte sich nicht viel aus diesem modernen Rock-Zeugs. Umso lustiger, dass das SM58 wegen seines kernigen Klangs als DAS Rockvocal-Mikro schlechthin gilt.
Das Shure SM58 funktioniert auch in der Schwerelosigkeit des Weltraums
Dass es als unzerstörbar gilt, dürfte bekannt sein. Aber ob es im Weltall funktioniert, konnten selbst Shure nicht testen. 2011 war eines auf der ISS – und funktionierte. Hier ist es als Mikrofon im NYT-Interview zu sehen.
In den 1970ern wäre die Produktion fast eingestellt worden
Heute kaum vorstellbar, aber damals wäre die Ära des damals schon vermeintlich „alten“ SM58 fast zu Ende gewesen. Dann wäre die (Musik-/Tontechnik-)Welt heute sicher eine andere.
























Janosch sagt:
#1 - 26.09.2017 um 05:17 Uhr
Der Link zum "ausführlichen Testbericht" führt zum Shure-Blog... Die werden sich sicher kritisch mit dem 50 Jahre alten Gerät auseinandersetzen. ;-)
Nick (Redaktion Recording) sagt:
#1.1 - 26.09.2017 um 07:03 Uhr
Hallo Janosch,nee, das war tatsächlich der falsche Link. Danke für den Hinweis, haben wir gefixt.Beste Grüße
Nick
Antwort auf #1 von Janosch
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