Anzeige

Die hässlichsten Signature-Gitarren der Rockgeschichte

Signature-Gitarren sollen die Persönlichkeit eines Musikers auf sechs Saiten übertragen. Im besten Fall entstehen unverwechselbare Instrumente, im schlechtesten teure Modelle mit fragwürdigem Design und wenig Substanz. Einige der umstrittensten Signature-Gitarren aus Rock und Metal reichen dabei vom kleinen Schönheitsfehler bis zum ausgewachsenen Designunfall.

Alessio Bragadini, CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons

Wenn der Name größer ist als die Gitarre

Bei Signature-Gitarren gelten andere Regeln als bei normalen Serienmodellen. Käufer erwarten nicht nur ein gutes Instrument, sondern auch etwas, das tatsächlich mit dem jeweiligen Künstler verbunden ist. Ein besonderer Tonabnehmer, eine ungewöhnliche Schaltung, ein eigenständiges Design oder wenigstens ein Detail, das über eine andere Lackierung und einen bekannten Namen hinausgeht.

Daran scheitern jedoch einige Modelle. Andere treiben den Signature-Gedanken so weit, dass am Ende zwar niemand mehr an der Identität des Künstlers zweifelt, dafür aber am Geschmack aller Beteiligten. Und dann gibt es noch jene Gitarren, bei denen Preis, Verarbeitung und Ausstattung so wenig zusammenpassen, dass die Optik plötzlich das kleinere Problem ist.

Pete Wentz Squier Bass: Wo genau ist hier die Signature?

Nicht jede fragwürdige Signature-Gitarre braucht Zacken, Totenköpfe oder eine Lackierung, die schon vom anderen Ende des Festivals zu erkennen ist. Manchmal reicht eine viel einfachere Frage: Was unterscheidet dieses Instrument eigentlich von einem normalen Serienmodell? Der Pete Wentz Signature Precision Bass von Squier landet genau in dieser Kategorie.

Kritiker bemängeln vor allem die fehlende Eigenständigkeit. Im Vergleich zu einem regulären Squier Bass bringt das Modell nur wenige Merkmale mit, die wirklich nach einem persönlichen Instrument des Fall Out Boy Bassisten aussehen. Das ist für eine Signature-Gitarre fast problematischer als ein hässliches Design. Ein völlig übertriebenes Instrument kann immerhin interessant sein. Ein Modell, das hauptsächlich durch Branding und Künstlernamen auffällt, wirkt dagegen schnell wie die musikalische Variante eines T-Shirts mit Autogramm.

Neu wird der zwischen 2008 und 2016 produzierte Bass längst nicht mehr angeboten. Auf dem Gebrauchtmarkt taucht er heute je nach Zustand ungefähr zwischen 450 und 700 Euro auf. Ein stolzer Kurs für ein Instrument, dessen größte Besonderheit für manche Betrachter darin besteht, dass Pete Wentz daraufsteht. Hässlich ist der Bass also kaum. Besonders aufregend allerdings auch nicht.

Hässlichkeitsfaktor: 4/10

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Fender Tom DeLonge Stratocaster: Minimalismus zum Signature-Preis

Die Fender Tom DeLonge Stratocaster gehört zu den Gitarren, bei denen sich die Diskussion weniger um ihre Form als um die Frage dreht, wie wenig Ausstattung eine Signature-Gitarre eigentlich haben darf. Das Konzept ist denkbar einfach. Ein Seymour Duncan Invader Humbucker, ein Lautstärkeregler, keine unnötigen Extras. Das passt hervorragend zu DeLonges direktem Pop Punk Ansatz und hat durchaus seinen eigenen Reiz. Gleichzeitig liegt genau hier der häufigste Kritikpunkt. Denn wer für eine Signature-Gitarre einen entsprechenden Preis bezahlt, erwartet häufig etwas mehr als maximale Reduktion. Manche sehen deshalb weniger ein kompromissloses Arbeitsgerät als eine sehr einfache Stratocaster, bei der der prominente Name einen nicht ganz unwichtigen Teil des Verkaufspreises erklärt.

Und billig ist die Sache nicht. Fender verlangt in Deutschland aktuell 1.509 Euro für die Tom DeLonge Stratocaster. Optisch ist das Modell keineswegs ein Totalausfall. Im Gegenteil, die Schlichtheit kann durchaus gefallen. Nur könnte man bei einem Pickup, einem Regler und gut 1.500 Euro irgendwann anfangen zu fragen, ob der Minimalismus möglicherweise auch die Ausstattungsliste erreicht hat.

Hässlichkeitsfaktor: 4,5/10

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

ESP LTD Kirk Hammett KH-202: Viel Metallica für relativ wenig Gitarre

Kirk Hammett gehört zu den bekanntesten Metal-Gitarristen überhaupt. Entsprechend groß ist das Interesse an Instrumenten, die seinen Namen tragen. Bei der LTD KH-202 trifft dieser berühmte Name allerdings auf eine vergleichsweise einfache Gitarre. Das sorgt immer wieder für Diskussionen. Kritisiert werden vor allem Ausstattung, Hardware, Spielgefühl und die Frage, ob der Preis tatsächlich zur gebotenen Qualität passt.

Im Vergleich zu höherwertigen Hammett-Modellen wirkt die KH-202 deutlich einfacher. Manche Spieler sehen sie deshalb eher als Ausgangspunkt für spätere Modifikationen als als rundum überzeugende Signature-Gitarre direkt aus dem Karton. Aktuell liegt die KH-202 bei rund 649 Euro. Damit ist sie zwar weit von den wirklich teuren Artist-Modellen entfernt, für eine vergleichsweise einfach ausgestattete Gitarre aber auch nicht mehr im klassischen Einsteigerbereich unterwegs.

Äußerlich ist sie nicht besonders hässlich. Eigentlich ist das sogar ein Teil des Problems. Sie transportiert die Kirk Hammett und Metallica Assoziation zuverlässig, wirkt ansonsten aber relativ gewöhnlich. Hier liegt die Hässlichkeit deshalb weniger im Korpus als im Verhältnis zwischen Erwartung, Preis und Gegenwert.

Hässlichkeitsfaktor: 5,5/10

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Paul Stanley Silvertone: Mehr Starchild als Substanz

Bei KISS gehörte die Optik von Anfang an zur Musik. Paul Stanley brauchte deshalb nie eine Gitarre, die unauffällig im Hintergrund verschwindet. Seine Signature-Modelle von Silvertone setzen entsprechend stark auf Show und Wiedererkennungswert. Genau das führt allerdings zu einem Problem, das bei günstiger produzierten Signature-Gitarren häufiger auftritt. Ein berühmter Name erzeugt Erwartungen und denen muss das Instrument anschließend auch gerecht werden.

Bei verschiedenen Silvertone Modellen wurden Verarbeitung, Qualität und Spielbarkeit immer wieder kritisch gesehen. Der Eindruck ist schnell klar: viel Paul Stanley auf den ersten Blick, aber nicht unbedingt dieselbe Starpower, sobald man das Instrument tatsächlich in die Hand nimmt. Da die Serie längst eingestellt ist, bleibt heute vor allem der Gebrauchtmarkt. Je nach Modell und Zustand werden Paul Stanley Silvertones ungefähr zwischen 350 und 500 Euro gehandelt. Einzelne seltenere Varianten können darüber liegen. Rock’n’Roll Theater kann schließlich vieles kaschieren, aber eine schlechte Saitenlage gehört nur bedingt dazu.

Hässlichkeitsfaktor: 6,5/10

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Mick Thomson B.C. Rich Warlock: Metal bis in die letzte Spitze

Eine B.C. Rich Warlock war noch nie für Menschen gedacht, die möglichst unauffällig auf der Bühne stehen möchten. Bei den Signature-Modellen von Slipknot Gitarrist Mick Thomson wird dieser Ansatz konsequent weitergeführt. Die aggressive Korpusform, zahlreiche Spitzen und eine düstere Gestaltung machen sofort klar, in welchem musikalischen Umfeld dieses Instrument zu Hause ist. Für einen Slipknot Gitarristen ergibt das absolut Sinn. Im Jazz Trio könnte die Wirkung etwas schwieriger sein.

Doch nicht nur die Optik wird kritisch gesehen. Auch Spielbarkeit und schwankende Qualität wurden bei manchen Versionen bemängelt. Neu ist die Mick Thomson Warlock längst nicht mehr regulär erhältlich. Gebrauchte Exemplare zeigen, wie stark Sammlerwert und Zustand inzwischen hineinspielen. Einfachere beziehungsweise stärker gebrauchte Versionen sind um 550 Euro aufgetaucht, sehr gut erhaltene Exemplare werden teilweise für 1.500 bis 1.600 Euro angeboten. Wer aussieht wie eine mittelalterliche Waffe mit Tonabnehmern, muss offenbar auch preislich nicht unbedingt bescheiden auftreten.

Hässlichkeitsfaktor: 8/10

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Machine Gun Kelly Schecter Razor Blade: Eine Rasierklinge mit sechs Saiten

Bis hierhin konnte man darüber diskutieren, ob eine Gitarre lediglich etwas zu auffällig geraten ist. Dann kommt die Schecter Razor Blade von Machine Gun Kelly. Ihr Korpus ist tatsächlich einer Rasierklinge nachempfunden. Keine kleine Anspielung, kein dezentes Detail, sondern eine große metallische Rasierklinge mit Hals, Tonabnehmer und Saiten. Damit ist zumindest eines geklärt: Verwechseln wird diese Signature-Gitarre niemand.

Die Razor Blade zeigt allerdings auch, wie weit sich ein Gitarrendesign von klassischen Formen entfernen kann, bevor das Instrument eher wie ein Bühnenrequisit wirkt. Die rechteckige Grundform, die großen Aussparungen und das metallische Finish machen sie optisch extrem dominant. Preislich bewegt sich die Machine Gun Kelly Razor Blade ungefähr um die 2.000 Euro. Dafür bekommt man durchaus hochwertige Komponenten. Man bekommt allerdings auch eine Gitarre, die im heimischen Gitarrenständer ungefähr so dezent wirkt wie ein Verkehrsschild im Wohnzimmer.

Natürlich ist genau diese Radikalität beabsichtigt. Machine Gun Kelly wollte keine weitere leicht veränderte Stratocaster mit Signatur auf der Kopfplatte. In dieser Hinsicht funktioniert die Razor Blade hervorragend. Nur schön wird sie dadurch nicht. Bis vor wenigen Momenten wäre sie der klare Sieger dieser Liste gewesen, dann kommt jedoch unser letzter Kandidat.

Hässlichkeitsfaktor: 10/10

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Dean Dimebag Dixie Rebel: Die hässlichste Signature-Gitarre dieser Liste

Bei der Dean Dimebag Dixie Rebel endet die Diskussion über Gitarrendesign. Denn hier geht es nicht mehr nur um eine unglückliche Form, zu viele Zacken oder eine Lackierung, die besser im Katalog geblieben wäre. Der Korpus der Dixie Rebel trägt großflächig die Confederate Battle Flag. Dazu kommen Sternmotive und der Schriftzug „REBEL“ auf dem Griffbrett. Damit wird aus einer geschmacklich fragwürdigen Signature-Gitarre ein historisch und gesellschaftlich belastetes Objekt.

Die Confederate Battle Flag steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Konföderation im Amerikanischen Bürgerkrieg, deren Staaten die Sklaverei verteidigten. Im 20. Jahrhundert wurde die Flagge außerdem von Gegnern der Bürgerrechtsbewegung und von rassistischen sowie weißen suprematistischen Gruppen verwendet. Deshalb lässt sich das Motiv heute kaum glaubwürdig als harmlose Südstaatenromantik betrachten. Und genau das macht die Dixie Rebel zum eindeutig problematischsten Modell dieser Liste.

Technisch steckt darunter durchaus eine ernsthafte Metal-Gitarre. Mahagonikorpus, Floyd Rose und Dimebucker machen deutlich, dass Dean hier kein billiges Dekorationsmodell gebaut hat. Der damalige Listenpreis lag bei ungefähr 1.570 US-Dollar. Gebrauchte Exemplare werden heute aufgrund ihrer Seltenheit teilweise um 1.500 US-Dollar oder mehr angeboten. Dean hat hier kein schlechtes Instrument gebaut. Problematisch ist vielmehr das Motiv, das beim Spielen unweigerlich im Mittelpunkt steht.

Während man bei den anderen Gitarren dieser Liste noch über missratene Proportionen, fragwürdige Farben oder eine bewusst übertriebene Bühnenästhetik schmunzeln kann, wird es bei der Dixie Rebel deutlich schwieriger. Denn während die Machine Gun Kelly Razor Blade vor allem deshalb polarisiert, weil sie wie eine überdimensionierte Rasierklinge aussieht, trägt die Dixie Rebel ein rassistisch belastetes Symbol über nahezu den gesamten Korpus, weshalb die Entscheidung am Ende ziemlich eindeutig ausfällt.

Hässlichkeitsfaktor: 11/10

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Fazit: Wenn Signature-Gitarren zu weit gehen

Signature-Gitarren müssen nicht schön sein. Eigentlich wäre es sogar ziemlich langweilig, wenn jeder Künstler am Ende nur eine leicht veränderte Stratocaster oder Les Paul mit seinem Namen auf der Kopfplatte bekommen würde. Gerade die Modelle, die anecken, übertreiben oder bewusst gegen klassische Designregeln verstoßen, bleiben oft besonders gut im Gedächtnis.

Das ist auch der Reiz vieler Instrumente auf dieser Liste. Manche sind technisch fragwürdig, andere überteuert, wieder andere sehen schlicht so aus, als hätten bei der Gestaltung ein paar Leute zu lange „mehr ist mehr“ gesagt. Trotzdem erfüllen viele von ihnen ihren Zweck, weil sie sofort mit dem jeweiligen Musiker verbunden werden. Und genau das sollte eine gute Signature-Gitarre im besten Fall auch schaffen.

Problematisch wird es erst dann, wenn aus Eigenständigkeit Beliebigkeit wird oder wenn ein Design nicht nur provoziert, sondern eine Bedeutung mitträgt, die weit über Rockästhetik hinausgeht. Dann reicht es nicht mehr, sich auf Geschmackssache zu berufen. Vielleicht ist das am Ende die wichtigste Erkenntnis dieser Liste: Eine Signature-Gitarre darf hässlich sein. Sie darf laut, absurd und völlig überzogen wirken. Sie sollte aber trotzdem eine gute Idee haben. Und wenn sie schon hässlich ist, dann bitte wenigstens auf die richtige Art.

Hot or Not
?
rebeldixi_Guitar Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • The Keyboard That Changed Yamaha’s Sound | PSR-5700
  • Istanbul Agop Traditional Groove Pack
  • Best Wireless Audio Under €200? | the t.bone free 300