Effektpedale für Bass machen einfach Spaß! Sie laden zum Experimentieren ein und sind eine Quelle der Inspiration. Mitunter werden sie sogar zu elementar wichtigen Tools, wenn es darum geht, bestimmte Klänge zu realisieren. Will man zum Beispiel einen ganz bestimmten (Effekt-)Sound seines Idols nachbauen, so kommt man um die Anschaffung spezieller Effektpedale meist nicht herum. Doch wo fängt man bei der Anschaffung einzelner Geräte an? Welche Effektpedale für Bass gehören zur unvermeidbaren Grundausstattung – und welche sind eher optional? Natürlich hängt dies stark vom individuellen Geschmack und den persönlichen Bedürfnissen ab. Trotzdem gibt es eine Art „sinnvolle Rangliste“: Effektgeräte für Bass, die sich während der letzten Jahrzehnte zum Standard entwickelt haben. Wir haben die wichtigsten Geräte für euch zusammengetragen.

Effektpedale für Bass: Ein paar Worte vorweg
Eines gleich vorweg: Natürlich ändern sich je nach Genre die Prioritäten und somit auch die Reihenfolge unserer Liste. Verzerrer jeglicher Art sind beispielsweise deutlich häufiger in härteren Gangarten anzutreffen als z. B. ein Chorus. Ich habe mich bei diesem Artikel bemüht, einen allgemein gültigen Querschnitt abzubilden.
Zur Funktionsweise und zur allgemeinen Bedienung bestimmter Effektpedal-Typen haben wir in der Vergangenheit bereits viele Artikel hier im bonedo-Bassbereich veröffentlicht. Daher gehe ich inm heutigen Artikel heute nicht näher auf diese Aspekte ein, verweisen aber mit Links auf die entsprechenden Artikel. Wer Lust auf weiterführende Infos hat, kann hier also nach Herzenslust weiter recherchieren.
Und: Mittlerweile tummeln sich am Markt Preamp-Pedale, von denen nicht wenige gleich mehrere Funktionen in sich vereinen, etwa Equalizer, Booster, Overdrive etc. Preamps sind aber streng genommen keine Effekte und fehlen daher in unserer Liste. Aber keine Sorge, auch zu diesem Thema haben wir vor einiger Zeit einen eigenen Artikel veröffentlicht.
Was sind die wichtigsten Effektpedale für E-Bass?
▶ Kompressor
Der Kompressor erfüllt er eine elementar wichtige Aufgabe: Er glättet Pegelspitzen, hält unsere Spieldynamik unter Kontrolle, macht den Basssound kompakter und erleichtert somit das Leben aller Beteiligten. Natürlich sollte man seine Dynamik in erster Linie selbst unter Kontrolle haben, doch aufgrund des riesigen Dynamikumfangs unseres Instrumentes ist dies aber mitunter gar kein leichtes Unterfangen. In komplexen Slapgrooves, aber auch beim Spielen mit dem Plektrum oder den Fingern (Jaco lässt grüßen) kann ein Kompressor eine echte Hilfe sein!
Einige Bassleute, wie etwa Joe Dart oder Ida Nielsen, nutzen diesen Effekt sogar als elementar prägenden Bestandteil ihres persönlichen Sounds. In diesem Clip könnt ihr Ida Nielsen hören, wie sie ihren Sandberg-Bass mit ihrer energetischen Slaptechnik dynamisch vortrefflich im Zaum hält:
Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte, dem seit dieser Artikel empfohlen:

Was macht ein Bass-Kompressor? Was bedeuten die Begriffe Threshold, Ratio, Gain, Attack und Release? In diesem Workshop erfährst du es!
▶ Octaver
Fett, fetter, Octaver! Er nimmt unser Signal und transponiert es eine Oktave (oder wahlwesie sogar zwei) nach unten. Diese können wir dann mit unserem Originalsignal mischen und so unsere Sounds richtig „dick“ machen. Für amtliche Synthie-Basssounds kann man auch nur das oktavierte Signal verwenden und dieses in weitere Effekte schicken.
Ganz egal, wie man ihn einsetzt, der Octaver macht einfach immer Spaß! Fans des Octaver-Effektes sind zum Beispiel Pino Palladino, Guy Pratt, Tim Commerford, Mike Kerr, Tim Lefebvre, Tony Levin uvam. Ein absoluter Klassiker in diesem Zusammenhang ist der Song „Sledgehammer“ von Peter Gabriel, in welchem Tony Levin seinen bundlosen Music Man Stingray mit einem Bass OC2 Octaver anfettet.
Genaueres zum Octaver findet ihr hier:

In diesem Workshop lernst du alles, was du über den beliebten Octaver-Effekt und seine Verwendung mit dem E-Bass wissen musst.
▶ Overdrive
Der Overdrive-Effekt bildet die Sättigung bzw. Verzerrung einer übersteuerten Röhrenendstufe nach. Sein Klangcharakter ist im Vergleich zur Distortion oder gar einem Fuzz eher mild, warm und cremig. Ein Overdrive eignet sich perfekt für leicht angezerrte Basssounds im Blues, Rock oder Hardrock, manchmal sogar im Heavy Metal. Gerne wird aber auch in scheinbar „cleanen“ Produktionen dem Bass mit einem Overdrive zu etwas mehr Biss und Griffigkeit verholfen. Auch wenn man das im Mix nicht wahrnehmen kann, macht es doch in der fertigen Produktion nicht selten den entscheidenden Unterschied.
Ein bestimmtes Beispiel herauszupicken, ist nicht einfach – es gibt einfach unzählige Paradebeispiele. Exemplarisch habe ich mich für „Killing In The Name Of“ der Band Rage Against the Machine entschieden, da Bassist Tim Commerford mit seinem übersteuerten Ampeg SVT immer eine leckere Portion Overdrive im Sound hat. Dies kann man sehr gut beim Einsatz des Main Riffs hören.
Zum Thema Overdrive, Distortion und Fuzz gibt es hier weitere Infos:

Welchen Unterschied machen Overdrive, Distortion oder Fuzz für den Basssound in verschiedenen Stilistiken? Wir bringen Licht ins Dunkel!
▶ Chorus / Flanger
Diese beiden nah verwandten Modulations-Effekte sorgen für schwebende und sphärische Klänge und werden daher gern für exponierte Stellen wie Intros, Solos etc. eingesetzt. Vor allem in den 80er-Jahren waren sie aber auch in Slapgrooves sehr beliebt, und in Kombination mit einem Overdrive bildeten Chorus-Sounds tolle Farbtupfer in vielen Rock- oder Hardrock-Produktionen – man höre sich nur einmal Duff McKagan bei Guns N’ Roses an.
Eines der berühmtesten Beispiele dürfte die Intro-Basslinie von „Don’t Stop Believin’“ der Band Journey sein, das ihr hier hören könnt:
Hier gibt es einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema:

Bass-Workshop Modulations-Effekte: Was genau versteht man eigentlich unter Chorus, Flanger und Phaser und wie arbeitet man mit diesen Effekten am besten? Hier erfährst du es!
▶ Phaser
Dem Chorus und Flanger nicht ganz unähnlich ist der Phaser, der vor allem gerne mit psychedelischen Sounds in Verbindung gebracht wird. Nicht umsonst war er in den 70er-Jahren ausgesprochen beliebt, etwa bei Roger Waters während seiner Zeit bei Pink Floyd.
Auch für Synthie-Sounds eignet er sich wie seine beiden Geschwister Chorus und Flanger hervorragend. Seinen großen Durchbruch in der Basswelt hatte er aber mit der Kult-Bassline des seligen Anthony Jackson in „For The Love Of The Money“ bei The O’Jays:
Auch zum Phaser gibt es hier weitere Infos:

Bass-Workshop Modulations-Effekte: Was genau versteht man eigentlich unter Chorus, Flanger und Phaser und wie arbeitet man mit diesen Effekten am besten? Hier erfährst du es!
▶ Fuzz
Diese ganz besondere Art der Verzerrung ist enorm beliebt in Basskreisen. Dies liegt unter anderem daran, dass ein Fuzz irgendwie die gesamte Range zwischen „Synthesizer und Kreissäge“ abdeckt. Von subtil bis brachial, von cremig bis kreischend, von EDM bis Metal – hier ist einfach alles möglich!
Es gibt kaum ein Genre (außer vielleicht Jazz oder Latin), wo ein Fuzz nicht für ein klangliches Highlight sorgen kann – entsprechend hat heutzutage so gut wie jede/r Bassist/in ein Fuzz-Pedal auf dem Pedalboard. Ein Name jedoch steht quasi exemplarisch für den exzessiven Einsatz der Fuzz-Verzerrung: Chris Wholstenholme von der britischen Band Muse. Hier ist sein Fuzz-Meisterwerk:

Welchen Unterschied machen Overdrive, Distortion oder Fuzz für den Basssound in verschiedenen Stilistiken? Wir bringen Licht ins Dunkel!
▶ Envelope Filter / Wahwah
Der einzige Effekt, der tatsächlich lautmalerisch benannt wird. Dieser Filter klingt wunderbar quäkend und ist einfach extrem funky. Bei einem Wahwah-Pedal wird die Wirkungsweise des Filters mit dem Fuß bestimmt, bei einem Envelope Filter über die Dynamik im Spiel des Users. Vor allem Wahwah-Pedale klingen auch hervorragend in Kombination mit einem Verzerrer, man höre sich nur einmal Geezer Butler (Black Sabbath) oder Cliff Burton (Metallica) an.
Als Vater des Envelope Filters für E-Bass gilt natürlich Bootsy Collins, und zahlreiche Funkateers traten während der letzten Jahrzehnte in seine Fußstapfen. Eine davon ist die sympathische Dänin Ida Nielsen, z. B. in ihrem Song „Funky Make Up“.
Auch zu diesem Effekt findet ihr bei uns ausführliche Informationen:

Das Auto Wah bzw. der Envelope Filter wurde durch Bassisten wie Bootsy Collins populär. Hier gibt es Tipps und Tricks zum richtigen Umgang mit diesem Filtereffekt für E-Bass.
▶ Equalizer
Ein Equalizer ist ähnlich wie der Kompressor nicht wirklich ein Effekt im strengen Sinne, verdient aber dennoch einen Platz auf dieser Liste. Ein sinnvolles Szenario für den Einsatz eines Equalizers ist die Verwendung von zwei Bässen mit unterschiedlichen Sounds. Vor allem, wenn zum Beispiel ein Fretless oder Akustikbass zum Einsatz kommt, muss man in der Regel einige Anpassungen vornehmen.
Auch bei der Verwendung unterschiedlicher Spieltechniken kann ein Equalizer hilfreich sein, und nicht wenige Effektgeräte klingen besser, wenn man spezielle Frequenzen etwas anpasst. Ein typisches Beispiel hierfür wäre etwa das Anheben der Mitten bzw. Hochmitten vor einem Verzerrer.
▶ Distortion
Der böse Bruder des Overdrive-Pedals simuliert die bissige und aggressive Verzerrung einer Röhrenvorstufe und ist daher vor allem in härteren Genres (zum Beispiel modernem Metal bzw. Nu Metal) angesagt.
Bevor die finnische Firma Darkglass mit ihren hervorragenden Produkten den Markt von hinten aufrollte, war Distortion für Bass tatsächlich noch vergleichsweise selten zu hören – heutzutage sieht die Welt aber ganz anders aus! Hier ist mit Adam „Nolly“ Getgood ein Paradebeispiel für dieses neue Soundideal:
Wer tiefer ins Thema eintauchen möchte, kann dies hier tun:

"Welches Bassverzerrer-Pedal ist das richtige für mich?", "Was für Verzerr-Pedale für Bass gibt es?" Eine stetig wachsende Zahl von Bassisten entdeckt nach wie vor den Reiz dieses Effektes neu. Wir haben die wichtigsten Pedale für euch getestet.
▶ Booster
Ein Booster ist genau genommen kein Effekt, kommt aber ebenfalls im Pedal-Format. Im Prinzip erhöht der Booster lediglich den Pegel beziehungsweise die Lautstärke. Dies kann zum Beispiel bei einer exponierten Stelle wie einem Solo sinnvoll sein – speziell dann, wenn man sich nicht 100%ig auf die Rücksicht der Kollegen in Sachen Dynamik verlassen kann.
Spielt man einen Röhrenverstärker, so kann ein Booster auf Knopfdruck auch die Vorstufe lauter ansteuern und auf diese Weise für mehr Sättigung oder Verzerrung sorgen. Gerne wird dabei der Verstärker so eingestellt, dass er ohne Booster bereits kurz vor dem Einsetzen der Verzerrung ist.
Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg bei euren eigenen Effekt-Experimenten!
Thomas Meinlschmidt











