GForce hat sich mit Sequential zusammengetan und die erste offizielle Prophet-5 Software-Version entwickelt. Diese Emulation bildet sämtliche Funktionen der Original-Hardware der späten 70er Jahre nach, berücksichtigt alle Revisionen (Rev 1 bis 3) mit ihren klanglichen Eigenheiten des Curtis-Filters und bietet natürlich so einige Extras, die ihr euch als anspruchsvolle DAW-User heutzutage wünscht.

Keine Frage, es ist nicht der erste Prophet-5 als Plugin. Schon einige Software-Hersteller haben diesen Klassiker überzeugend emuliert. Allen voran der u-he Repro, der Softube Model 80 oder auch der Arturia Prophet-V sind klanglich ziemlich nahe am originalen Vintage-Sound der fünfstimmigen Ikone mit digitalen Speicherplätzen. Mehr dazu erfahrt ihr im Feature SCI Prophet-5 – VST-Plugins und Soft-Synths im Vergleich.
Der neue Prophet-5 von GForce punktet nicht nur mit einem verlockenden Preis, sondern auch mit erstklassigem Sound und nützlichen Zusatzfunktionen. Wer neugierig geworden ist, sollte den Kurztest weiterlesen, die zwölf Klangbeispiele anhören und die Demoversion unbedingt selbst testen.
- Layer-Architektur mit zwei separaten Zones
- Vintage-Charakter, geschmackvolle Presets
- gelungene Arp- und Effekt-Sektion
- XLFO und XADSR
DETAILS & PRAXIS
GForce Prophet-5 überzeugt durch seine Dual-Layer-Architektur
GForce gelingt damit ein geschickter Coup: Dank der serienmäßigen Dual-Layer-Architektur lässt der Prophet-5 die meisten Wettbewerber hinter sich. Pro Layer sind bis zu zehn Stimmen und zusammen mit dem Arpeggiator und Chord Mode sehr interessante Schichtklänge möglich: Layer- oder Splitkreationen aus Layer A und B sowie ein Wechsel zwischen A und B bei jedem neuen Tastenanschlag im Alternate Mode. Schon jetzt zeigt sich: Das luxuriöse Plugin könnte ebenso gut Prophet-10 heißen, denn es vereint gleich zwei Prophet-Synthesizer in einer Instanz.

Mit seinem skalierbaren GUI schaut der GForce Prophet-5 nicht nur adrett aus, sondern zeigt sich auch sehr bedienungsfreundlich. Unter der Haube findet ihr eine präzise Nachbildung aller drei Revisionen des Prophet-5 mit Curtis Filter sowie unterschiedlichem Hüllkurven-Verhalten. Freilich kommt auch die berühmte Poly-Mod-Sektion des Prophet-5 zu neuer Ehre. Mehr noch: Per Modulation lassen sich die Patches des Software-Synths auch für MPE-Controller sensibilisieren.
XLFO und XADSR erweitern das klassische Synthese-Potenzial
Ihr könnt das Panel aufklappen und weitere Features erschließen, die ein originaler Prophet-5 so nicht bietet. Eine Attraktion sind die Xmods – ein separater LFO und eine individuelle ADSR-Hüllkurve für jeden einzelnen Parameter des GForce Prophet-5. Dabei handelt es sich nicht einfach um zusätzliche Modulationsquellen.

Der XLFO mit acht verschiedenen Wellenformen wie auch die Hüllkurve XADSR lassen sich eigenständig und für mehrere Parameter gleichzeitig verwenden. Rote Leuchtmarkierungen auf dem Bedienfeld sowie die Möglichkeit, Einstellungen per Copy & Paste zu übertragen, erleichtern den praktischen Umgang mit den XMods deutlich.

Die Effekte integrieren sich gut bei Layer-Sounds
Bei den Effekten bekommt ihr zunächst zwei umschaltbare Slots, die einen von sechs FX-Typen aufnehmen: Chorus, Phaser, Distortion, Filter, Tremolo und Compressor. Auf Wunsch lassen sich die beiden FX-Slots auch nur einem bestimmten Layer zuweisen. Erfreulicherweise funktioniert dies auch beim zusätzlichen Delay- und Reverb-Block.

Das ist natürlich beim Design von Layer-Sounds sehr willkommen. So könnt ihr ein Arpeggio mit Delay effektieren, während das kombinierte Pad mit Chorus und Reverb aufgewertet wird. Leider gibt es keine FX-Presets, die Einstellungen werden zusammen mit einem Preset gespeichert. Die integrierten Effekte stellen jedoch einen klaren Mehrwert des GForce Prophet-5 dar.
Chord und Arpeggiator unterstützen beim GForce Prophet-5 musikalisch
Weiter geht’s mit dem Arpeggiator, der sich wahlweise für Layer A und B aktivieren lässt. Zur Auswahl stehen die üblichen Parameter wie Rate, Oktave, Gate oder Swing sowie nicht weniger als sechs Modes: Up, Down, Up Down, Random, Assign, Chord. Der Arpeggiator des Prophet-5 verfügt über 25 vordefinierte Muster, die sich als Liste mit Symbolen darstellen lässt – wirkt eher abstrakt. Eigene Arpeggio-Muster können nicht erstellt werden; zudem fehlt ein dedizierter Pattern-Editor. Mit dem Parameter Chance lässt sich noch die Wahrscheinlichkeit festlegen, mit der jeder Schritt abgespielt wird. In der Summe ergeben sich zwar viele Möglichkeiten fürs Produzieren, die Bedienung könnte aber komfortabler sein.

Diesen Eindruck habe ich auch bei der Chord-Funktion. Ihr könnt 18 verschiedene Akkorde aufrufen, den Akkordmodus vor oder nach dem Arpeggiator schalten und ein Strumming für die Akkordtöne anwenden. Auf ein klassisches Chord Memory, bei dem sich Akkorde selber auf der Tastatur anspielen und speichern lassen, lässt sich der GForce Prophet-5 offenbar nicht ein.
GForce Prophet-5 erzeugt organische Klangwelten
Die Library des GForce Prophet-5 enthält insgesamt über 460 Presets – darunter auch die originalen 38 Factory Patches von 1978. Insgesamt überzeugt mich der Klang durch seine warme, organische und lebendige Ausstrahlung, die ihm einen authentischen Vintage-Charakter verleiht.
Besonders stark zeigt sich die Library im Bereich Ambient und Cinematic. Alle Freunde von Synthpop, Wave, Fusion oder anderen nostalgisch geprägten Stilrichtungen finden dagegen nicht ganz so viel Material – halb so tragisch, die vielen Standard-Presets hat man sowieso schon irgendwo in seiner DAW.

Beim ersten Walkthrough mit dem GForce Prophet-5 habe ich schon einige Presets als Favoriten markiert. Der Prophet-5 birgt noch weit mehr Potenzial, als die aktuelle Auswahl zeigt – es bleibt zu hoffen, dass künftig weitere spannende Libraries erscheinen.
Zwölf Presets habe ich während des Tests angespielt. Sie demonstrieren mitunter die epische Weite bei Layer-Sounds und den typischen Prophet-Charakter. Wie ihr hört, machen sich auch die internen Effekte klanglich gut. Nur in Einzelfällen würde ich sie deaktivieren und separate FX-Plugins nutzen.
FAZIT
Trotz zahlreicher installierter Prophet-Emulationen auf meinem Studiorechner überrascht der GForce Prophet-5 mit einer besonders überzeugenden Umsetzung. Das Instrument setzt sich an die Spitze des Feldes und lädt dazu ein, die ikonischen Klänge des Sequential-Klassikers neu zu entdecken.
Zu den größten Stärken der Emulation zähle ich die flexible Layer-Architektur mit separaten Effekten und die Unterstützung per Arpeggiator und Chord-Mode für jede Ebene. Dieses Konzept eröffnet ein enormes kreatives Potenzial, das mit der aktuellen Preset Library noch längst nicht vollständig ausgeschöpft ist.
Kurz und gut: Wer hätte gedacht, dass eine Prophet-5-Emulation im Jahr 2026 noch einmal für echte Begeisterung sorgen kann? GForce und Sequential liefern den eindrucksvollen Beweis, dass es möglich ist.
Features

- Systemvoraussetzungen: Ab Windows 7, Mac OS X 10.15 (M1 Support), Online-Aktivierung, VST2, VST3, AU, AAX.
- Produktseite: https://www.gforcesoftware.com/products/map
- PREIS: 83 € (Straßenpreis vom 16.06.2025) regulär: 119,99 €























