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Glücksgefühle-Festival: Diese Acts wurden nach Alphaville politisch

Eigentlich sollte das Glücksgefühle-Festival „komplett unpolitisch“ bleiben. Nach dem Streit mit Alphaville passierte allerdings ziemlich genau das Gegenteil. Von „FCK AFD“-Shirts bis zu mehreren Versionen von „Forever Young“: Zahlreiche Acts nutzten ihre Auftritte für klare Botschaften.

DIE LINKE, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons

Manchmal muss man einem Festival wohl erst verbieten, politisch zu werden, damit es so richtig politisch wird. Beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring hat das jedenfalls ziemlich gut funktioniert.

Zur Erinnerung: Alphaville war zunächst ausgeladen worden, weil sich die Band nicht auf einen Auftritt ohne politische Äußerungen festlegen wollte. Nach heftiger Kritik folgte zwar die erneute Einladung, die Band blieb aber bei ihrer Entscheidung dem Festival fernzubleiben. Mitveranstalter Markus Krampe bezeichnete seine Entscheidung später selbst als „superdämlich“.

„Forever Young“ wird zum Protestsong

Dass Alphaville nicht auf der Bühne stand, war kaum zu hören. Schon bei der Pre-Party spielte DJ Alle Farben „Forever Young“. Tom Gregory eröffnete am Freitag sogar sein Set mit dem Song. Rapperin Nura legte ebenfalls nach und stellte direkt klar: „Wenn man mich bucht, dann kriegt man auf jeden Fall keine unpolitische Show.“

Auch Ski Aggu nutzte den Song für eine Ansage. „Solange ich auf einer Bühne stehe, werde ich immer für eine offene Gesellschaft stehen“, sagte er, bevor „Forever Young“ einsetzte.

Später nahmen auch Max Giesinger und David Guetta den Alphaville-Hit in ihre Shows auf. Bei Guetta sangen laut ZDF rund 100.000 Menschen mit. Mark Forster hatte da wohl recht: Er nannte den Song kurzerhand die „Nationalhymne Hockenheims“.

Felix Jaehn, No Angels und Zartmann zeigen Haltung

Bei anderen Acts blieb es nicht bei musikalischen Anspielungen. Felix Jaehn begrüßte das Publikum mit den Worten: „Willkommen auf der politischen Veranstaltung“ und spielte unter anderem einen Anti-AfD-Song.

Die No Angels kamen in Shirts mit der Aufschrift „FCK AFD“ auf die Bühne. Zartmann sprach sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Sexismus aus. Er werde sein Leben lang den Mund aufmachen, sagte er: „egal wo, egal wann, egal wie viele was dagegen haben“.

Auch Marteria solidarisierte sich mit Alphaville. „Glücksgefühle entstehen nur, wenn du eine Haltung hast“, erklärte er bei seinem Auftritt. Mia Julia formulierte es ähnlich direkt: „Wir müssen den Mund aufmachen, um gewisse Augen zu öffnen.“ DJ Beauty & the Beats zog für sich noch eine andere Konsequenz und sagte seinen Auftritt ganz ab.

Aus dem geplanten „Good Vibes Only“-Wochenende wurde damit ausgerechnet eines der politischsten Festivals des Sommers. Nicht trotz des Versuchs, Politik von der Bühne fernzuhalten, sondern ziemlich eindeutig deswegen.

Und „Forever Young“ war am Ende nicht nur ein 80er-Hit. Der Song wurde eine Antwort auf das gesamte Festival.

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