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Kann man eigentlich noch zur NAMM fahren?

Die NAMM Show in Anaheim, Kalifornien, bleibt die wichtigste Messe für Musiker und Toningenieure weltweit. Vom 20. bis 24. Januar 2026 öffnet das Anaheim Convention Center wieder seine Tore, letztes Jahr waren dort über 100000 Besucher aus mehr als 125 Ländern. Die Messe ist ein Hotspot für Produktneuheiten, Networking und Fachwissen. Es gibt aber immer mehr Menschen, die überlegen, ob es eine gute Idee ist, an die Westküste der USA zu reisen. Also: Lohnt sich der Trip noch? Wir haben für dich die wichtigsten Pro- und Contra-Argumente zusammengetragen.

(Bildquelle: Shutterstock / von Jorge Villalba)

Contra NAMM

1. Die Einreise in die USA

Die USA haben ihre Einreisebestimmungen in den letzten Jahren immer weiter verschärft. Als deutscher Staatsbürger kannst du zwar visumfrei mit ESTA einreisen, doch die Kontrollen sind strenger geworden. Und du bist nicht vor Willkür geschützt, kannst abgelehnt werden oder Schlimmeres: Wenn du dich in der Vergangenheit kritisch gegenüber den Machthabern geäußert hast, kann es besonders unangenehm werden. Bei ihrem Patriotismus und ihrer Weltsicht sind viele US-Amerikaner absolut humorlos. Die generelle Lage kann sich außerdem kurzfristig verschlechtern. Ist es das Risiko wert?

→ Du findest weiter unten in diesem Artikel die Information, was du zur Einreise benötigst.

2. Unterstützung der US-Staatskasse

Jeder Besuch in einem Land führt zu mehr Steuereinnahmen, du unterstützt diesen Staat also finanziell. Du musst also selber wissen, ob du das zur aktuellen Situation möchtest.

3. Sicherheit und Kriminalität in Los Angeles

Los Angeles gilt insgesamt als eine der kriminellsten Großstädte der USA. Besonders in bestimmten Vierteln ist Vorsicht geboten. Anaheim selbst gilt als eher sicher, doch solltest du dich über die Do’s und Don’ts informieren.

4. Umweltaspekt

Ein Hin- und Rückflug von Europa and die US-Westküste verursacht pro Passagier bis zu 5 Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht drei Jahren täglichen Pendelns mit einem PKW oder dem Heizen einer normalgroßen Wohnung für ein bis zwei Jahre.

5. Kosten

Ein paar Tage USA können ganz schön ins Geld gehen. Überleg’ mal, was du stattdessen Feines kaufen könntest!

Pro NAMM

1. Einzigartige Innovationen und Produktpremieren

Die NAMM ist bekanntlich der Ort, an dem die Musik- und Audiobranche ihre neuesten Entwicklungen präsentiert. Studioequipment, Gitarren, Synthesizer, Drums: 2026 werden wieder über 4000 Aussteller Dinge zeigen, die du sonst zu keiner Zeit an keinem Ort der Welt so vorfinden wirst.

2. Networking

Die NAMM ist ein globaler Treffpunkt für die Branche. Hersteller, Händler, Künstler, Presse, Influencer, die NAMM ist der Hotspot. Willst du Kontakte knüfen, pflegen oder ausbauen, geht das in Anaheim sehr gut.

3. Kalifornien ist nicht gleich USA

Trotz der politischen Spannungen in den USA gilt Kalifornien als liberal und weltoffen. Anaheim und Los Angeles sind kulturell vielfältig und bieten neben der Messe ein inspirierendes Umfeld für Musik- und Technologiebegeisterte. Die lokale Musikszene und die Nähe zu Studios und Tech-Unternehmen machen den Standort besonders attraktiv. Und in „unserer“ Branche sind generell eher Leute unterwegs, die sehr in Ordnung sind.

4. Vielleicht ist diese NAMM die letzte, zu der du noch recht einfach kommst

Abhängig davon, wie optimistisch oder pessimistisch du bist: Es kann sein, dass die NAMM 2027 nicht mehr so einfach besucht werden kann, ihr viele Hersteller fernbleiben, die politische oder gesellschaftliche LAge sich vor allem vor Ort verschlechtert. Allerdings

Einreiseinformationen USA, Stand Mitte Januar 2026

Die Einreise in die Vereinigten Staaten ist für alle EU-Bürger und die Schweiz identisch. Willst du in die USA reisen, benötigst du aktuell:

Deinen gültigen (!) biometrischen Reisepass

Er muss maschinenlesbar sein und den E-Pass-Chip haben. Dein Personalausweis und auch ein vorläufiger Reisepass werden nicht abgelehnt, damit kannst du nicht einreisen. Die Gültigkeit muss mindestens für die gesamte Aufenthaltsdauer bestehen, besser noch mindestens sechs Monate darüber hinaus.

Die ESTA-Genehmigung

Diie Einreisegenehmigung kostet dich 41 Dollar. Diese kannst du online beantragen über die CBP-Website. Zwar dauert das nicht lange, die Empfehlung lautet aber, das mindestens 72 Stunden vor Abflug zu beantragen. Achtung: Du musst deine Social-Media-Profile der letzten 5 Jahre mit angeben, auch, wenn sie schon gelöscht sind. Auch wenn du Deutscher bist: Es können abweichende Regeln bei Doppelstaatsbürgerschaft gelten!

Die wollen wissen, ob und wann du wieder gehst.

Du solltest deun Rück- oder Weiterflugticket parat haben oder nachweisen können, dass du auf dem Landweg nach Kanada oder Mexiko weiterreisen möchtest.

Impfungen/Gesundheitsstatus

Es gibt keinerlei Pflichtimpfungen für Touristen, aber der gesunde Menschenverstand empfiehlt Standardimpfungen (wie Tetanus, Diphtherie, eventuell Masern, Grippe etc.).

Weitere Empfehlungen und Tipps

Denk über eine Eintragung in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes, ELEFAND, oder diejeweilige Entsprechung in deinem Land nach. Eine Reisekrankenversicherung wird dringend empfohlen, die US-Gesundheitskosten sind extrem hoch! Auch finanzielle Mittel solltest du haben (und idealerweise nachweisen können): Kreditkarte/Bargeld für Notfälle (selten kontrolliert, aber hilfreich). Wenn du bestohlen oder beraubt werden solltest oder deinen Kram verschusselst, habe Kopien von Ausweis- und Aufenthaltsdokumenten im Zugriff.

Mache immer ehrliche Angaben im ESTA-Antrag und bei der Grenzkontrolle! Falsche Angaben oder fehlende Dokumente können zu Einreiseverweigerung und mehrjährigen Einreisesperren führen! Die USA geben auch bei erfolgtem Antrag und positive mBescheid keine Garantie auf Einreise. Die Entscheidung trifft allein der Grenzbeamte.

Vereinigte Staaten: Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beachten. Praktisch ist außerdem die App Sicher Reisen des Bundes.

Auf den letzten Drücker noch Flüge und Unterkünfte zu bekommen, ist zwar möglich, kann aber etwas kompliziert oder teuer werden.

Falls du in einen Konflikt oder eine Überprüfung gerätst, zum Beispiel durch ICE

  • bleibe immer ruhig und höflich, zeige deinen deutschen Reisepass sowie ESTA/Visum vor
  • nutze klare Sätze wie: “I am a German citizen and request that the German Embassy be contacted.” oder “I will not answer any questions without legal counsel.”
  • bei Eskalation: dokumentiere den Vorfall (Name/Badge-Nummer der Beamten, Uhrzeit)
  • kontaktiere sofort die deutsche Botschaft (+1 202 298 4000)

Welche Alternativen zum NAMM-Besuch gibt es?

Ganz klar: ein Besuch auf bonedo.de. Wir versorgen dich mit allem, was du wissen musst, schnell, gefiltert und in Kontext gesetzt.

Hot or Not
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NAMM: vertretbar? (American Bald Eagle, Stars and Stripes)

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Profilbild von Gunter Frank

Gunter Frank sagt:

#1 - 21.01.2026 um 09:24 Uhr

1

Lasst doch bitte den üblichen politisch-medialen Zeitgeist in einem Musikmagazin raus. Wir werden durch Tagesschau und Co schon genügend indoktriniert.

    Profilbild von Gernot M.

    Gernot M. sagt:

    #1.1 - 21.01.2026 um 09:47 Uhr

    0

    Ich bin der Meinung, daß der Artikel ganz korrekt kritisch ist. Es ist in einer Demokratie so üblich. Wo der verbleibende echte Journalismus indoktriniert (und die Medien in Russland, China und dem MAGA-Amerika nicht), bleibt mir schleierhaft. Wie sollten eine journalistische Nachrichtensendung «und Co.» ihrer Meinung nach sonst vorgehen? Wie «Fox News» und «Truth Social»?

    Antwort auf #1 von Gunter Frank

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