Mit der LD Systems ANNY 12 wendet sich Adam Hall einem spannenden Segment der mobilen PA-Welt zu: ein vollwertiges, akkubetriebenes Beschallungssystem samt integriertem Mixer und (zumindest der Papierform nach) langer Akkulaufzeit sowie beachtlichem Schalldruck. Jeder, der schon mal einen Singer-Songwriter-Gig ohne Stromanschluss oder einen Straßenauftritt ohne Verlängerungskabel organisiert hat, weiß, wovon ich rede. Man braucht eine Box, die läuft – und zwar so lange, bis der letzte Zuschauer gegangen ist. Dabei ist die LD Systems ANNY-Serie für Bondeo-Leser kein unbeschriebenes Blatt, die kleineren Geschwister ANNY 8 und ANNY 10 haben wir bereits ausführlich getestet. Mit der ANNY 12 legt LD Systems nun das bisher leistungsstärkste Modell der Serie nach. Ob die Box hält, was das Datenblatt verspricht?

LD Systems ANNY 12 – das Wichtigste in Kürze
- vier Wechselakkus mit Hot-Swap-Funktion für unterbrechungslosen Betrieb
- starker 12-Zoll-Tieftöner mit satten 122 dB max. SPL
- vollständiger 6-Kanal-Mixer mit 3-Band-EQ, fünf Presets, Reverb und Delay
- Priority/Ducking-Modus für Moderationen und Präsentationen
- Bluetooth 5.0 mit TWS-Stereoverkopplung zweier ANNY 12
- praktische Trolley-Funktion mit ausziehbarem Teleskopgriff und Rollen
- Smartphone/Tablet Ablage auf der Oberseite
- USB-C-Ladeausgang für Mobilgeräte
- zwei Steckplätze für optionale ANNY-Funkempfänger (nachrüstbar)
- auch mit nur einem eingesteckten Akku nutzbar
- kein wasserdichtes Gehäuse (Schutzcover separat erhältlich)
Was ist im Lieferumfang der LD Systems ANNY 12?
Die ANNY 12 kommt in einem stabilen Transportkarton. Im Lieferumfang enthalten sind das Kaltgerätekabel sowie vier Lithium-Ionen-Akkus (je 14,8 V/6.700 mAh), die direkt im Gerät aufgeladen werden können. Ein gedrucktes Manual und Sicherheitshinweise liegen ebenfalls bei. Die Box ist damit ab Werk sofort einsatzbereit – anschließen, Akkus einsetzen und los geht’s.


Wie ist das Gehäuse der LD Systems ANNY 12 beschaffen?
Das Kunststoffgehäuse der ANNY 12 ist in mattschwarzem Design gehalten und macht einen soliden Eindruck. Man merkt, dass das Gerät für den Einsatz on the road konzipiert wurde. Mit 405 x 655 x 341 mm (B x H x T) und einem Gewicht von 20,96 kg ist die ANNY 12 kein Leichtgewicht. Wer allerdings auf die integrierte Trolley-Funktion setzt – und die sollte man definitiv nutzen –, wird das Gewicht schnell vergessen. Ausziehbarer Teleskopgriff und Lenkrollen machen den Transport auch über längere Strecken angenehm, selbst wenn man allein unterwegs ist.
Auf der Unterseite sitzt ein 35-mm-Ständerflansch, mit dem die Box auf einem handelsüblichen Lautsprecherstativ montiert werden kann. Das ist besonders praktisch: Wer die optionalen Funkstrecken einsetzt, profitiert dabei von einer praxisnahen Antennenhöhe. Die Funkantennen der Empfänger sitzen dann auf Kopfhöhe, was der Übertragungsqualität im Gig zugutekommt. Ein Pluspunkt, der im Alltag mehr wert ist, als er zunächst klingt.
Auf der Oberseite findet ihr eine eingelassene Halterung für Smartphones und Tablets. Sehr praktisch, wenn man auf Playbacks oder Songsteuerung per App angewiesen ist. Daneben befindet sich ein kleines Staufach für Handsender, Kabel und Kleinteile. Damit hat man im Eifer des Gefechts alles griffbereit und muss nicht erst in der Tasche wühlen. Seitlich eingelassene Tragegriffe sorgen für einen sicheren Griff beim manuellen Tragen oder Umladen.



Welche Ein- und Ausgänge bietet die LD Systems ANNY 12?
Die Anschlussausstattung ist für eine Akkubox bemerkenswert umfangreich. Auf der Rückseite finden sich zwei XLR/Klinke-Combobuchsen für Mikrofon- oder Line Signale, ein Stereo-Aux-Eingang per Cinch sowie eine 3,5-mm-Miniklinke. Bluetooth 5.0 mit AAC-Codec ermöglicht die drahtlose Verbindung zu Smartphones und Tablets. Der XLR-Mix-Ausgang erlaubt das Durchschleifen des Signals an eine weitere Box oder ein Mischpult. Sehr praktisch ist der USB-C-Ausgang auf der Rückseite: Damit lässt sich das eigene Smartphone oder Tablet direkt an der ANNY 12 laden, und man spart sich ein weiteres Kabel und Ladegerät im Gepäck. Zwei Steckplätze für optionale ANNY-Funkempfänger sind ebenfalls vorhanden und können nachträglich bestückt werden. Das Konzept des Nachrüstens ist aber klar durchdacht und praxisnah umgesetzt.


Wie funktioniert das Akkukonzept der LD Systems ANNY 12?
Das Akkukonzept ist in der Tat herausragend, auch im Vergleich mit den Mitbewerbern: vier Akkus, Hot-Swap-fähig, bis zu 50 Stunden Laufzeit im ECO-Modus. Das klingt zunächst nach einem wagen Marketingversprechen, ist aber technisch sauber gelöst. Solange mindestens ein Akku eingesteckt ist, läuft die Box ohne Unterbrechung weiter – die leeren Exemplare zieht man einfach heraus und tauscht sie gegen geladene aus. Im MUSIC-Preset bei voller Lautstärke erreicht man laut Hersteller eine Laufzeit von rund fünf Stunden, was für die meisten Gigs oder Auftritte dicke reicht.
Der ECO-Modus ist für Hintergundbeschallung, Moderation oder Sprach-PA gedacht, bei denen man nicht ständig auf Maximalpegel angewiesen ist. In diesem Modus sollen alle vier Akkus zusammen bis zu 50 Stunden durchhalten. Das eröffnet Einsatzmöglichkeiten, die mit anderen Akkuboxen schlicht nicht denkbar sind. Die Akkus werden direkt im Gerät geladen, eine Ladezeit von rund drei Stunden bis 100 Prozent (80 Prozent in zwei Stunden) ist angenehm kurz für die gebotene Kapazität. Zusatzakkus können separat erworben werden. Sinnvoll für alle, die wirklich tagelang ohne Steckdose auskommen wollen.

Wie intuitiv ist die Bedienung der LD Systems ANNY 12?
Wer schon mal ein handelsübliches Mischpult bedient hat, findet sich auf der Rückseite der ANNY 12 sofort zurecht. Wer das nicht hat, auch: Die Bedienung ist klar strukturiert und selbsterklärend genug für tontechnische Laien. Die beiden Kanal-Regler für die Kombobuchsen, der Aux-Eingang und der Master-EQ sind übersichtlich angeordnet. Das kleine Display zeigt Betriebszustand, gewähltes Preset und Akkustatus an. Die fünf Klang-Presets – MUSIC, LIVE, VOCAL, ECO und FLAT – lassen sich per Tastendruck anwählen und sollen einen entsprechenden Grundklang für die jeweilige Anwendungssituation bieten.
Auch der Fußschalteranschluss ist ein praktisches Detail, das im Livebetrieb Gold wert ist. Wer als Entertainer für Ansagen zwischen Songs Hall oder Delay deaktivieren möchte, kann das mit einem Fußschalter bequem erledigen. Singer-Songwriter werden das zu schätzen wissen. Mit dem eingebauten Mixer lassen sich kleinere Gigs, ob Singer-Songwriter, Straßenmusiker oder Moderator bei einer kleinen Firmenveranstaltung, völlig autark bestreiten. Ein externes Mischpult braucht man für solche Szenarien in der Regel nicht.
Welche Features bieten DSP und Presets der LD Systems ANNY 12?
Das Herzstück der Klangregelung ist der integrierte DSP mit DynX-Technologie (Gen. 2). Er sorgt dafür, dass die ANNY 12 auch bei voller Leistung sauber und kontrolliert klingt, ohne hörbare Kompression oder Verzerrungen. Ein Punkt, bei dem viele günstigere Akkuboxen erfahrungsgemäß schwächeln. Der 3-Band-Master-EQ erlaubt eine grundsätzliche Klanganpassung an den Raum oder die Anwendung, ohne externen Equalizer. Die fünf Presets sind sinnvoll gewählt. MUSIC liefert einen ausgewogenen, druckvollen Klang für Konserven-Beschallung, LIVE ist für gemischte Signale aus Mikrofon und Musik optimiert, VOCAL hebt die Sprachverständlichkeit hervor, ECO reduziert die Ausgangsleistung für maximale Akkulaufzeit und FLAT ist für technisch orientierte Anwender gedacht, die lieber selbst Hand anlegen. Die Priority-Funktion im VOCAL-Modus ist für Moderatoren besonders hilfreich: Sobald ein Signal am Mikrofon-Eingang erkannt wird, senkt die Box den Musikpegel automatisch ab – perfekt für Durchsagen und Anmoderationen ohne manuelles Eingreifen.







