System Of A Down waren schon immer eine besondere Band, die musikalisch unvorhergesehene und überraschende Wege einschlägt. Heute widmen wir uns ihrem wohl bekanntesten Klassiker, „Chop Suey!“. Die Anzahl an unterschiedlichen Grooves und Feels, die Schlagzeuger John Dolmayan in diesem recht kurzen Song unterbringt, ist bemerkenswert. Sein Spiel ist allerdings so songdienlich und fokussiert, dass er es schafft, diesen komplexen Song sehr zugänglich zu gestalten. Wie Dolmayan das genau macht, schauen wir uns in diesem Workshop an.

Die Geschichte hinter „Chop Suey!“– und was Rick Rubin damit zu tun hat
Nachdem der namhafte Produzent Rick Rubin die Band System Of A Down 1997 als Konzertbesucher entdeckte und sie an ein Plattenlabel vermittelte, ging es steil bergauf für die Karriere der Gruppe. Nach dem 1998 veröffentlichten selbstbetitelten Album, welches System Of A Down im Vorprogramm der Metal-Legende Slayer vorstellen durften, ging es erneut mit Rick Rubin ins Studio. Drei Jahre später veröffentlichte die Band dann „Toxicity“ – das Album, welches ihnen den internationalen Durchbruch brachte.
Auf diesem Album befindet sich auch der bekannteste Song der Band – „Chop Suey!“. Basierend auf einem Gitarrenriff, welches Gitarrist Daron Malakian im Tourbus geschrieben hat, entfaltet der Track in dreieinhalb Minuten ein Gewitter aus unterschiedlichen Parts und scheinbar zusammenhangslosen Lyrics. Eine Textpassage ist nach Rick Rubins Erzählung sogar aus einem zufällig ausgewählten Buch abgeschrieben worden, nachdem Sänger Serj Tankian länger keine passenden Worte für die Stelle fand.
Der Drumsound von John Dolmayan
Das Fundament für dieses musikalische Chaos legt Schlagzeuger John Dolmayan mit seinen songdienlichen und abwechslungsreichen Drumgrooves. Dabei ist sein Schlagzeugsound kräftig und fokussiert. Die sehr hoch gestimmte Snare, die Bassdrums sowie die Toms klingen eher kurz, knackig und punchy und setzen sich so sehr gut gegen die mächtigen Gitarren durch. Die Becken klingen klar und brillant und gerade die Hi-Hat scheppert bei den härteren Stellen ordentlich.
Die Drumparts sind schnörkellos und songdienlich gespielt
Nach einem Gitarrenintro startet Dolmayan mit einem kräftigen Tomgroove. Die Bassdrum spielt er in durchgehenden Viertelnoten, während die Toms einen synkopierten Rhythmus darüber spielen, der sich nach jeweils einem Takt wiederholt.

Nach einem eintaktigen Aufbau auf den Toms geht es dann in das erste harte Riff des Songs, welches Dolmayan mit einem wuchtigen und treibenden Realtime-Groove untermalt. Die Hi-Hat spielt er halb offen in Achtelnoten, wobei er die Viertel betont.

Im ersten Vers kommt die erste SOAD-typische Überraschung
Und mit dem ersten Vers nimmt der Song dann die erste überraschende Wendung – etwas, wofür System Of A Down bekannt sind. Vocals, Gitarren und Schlagzeug spielen unisono Stakkato-artige 16tel-Figuren. Dolmayan spielt diese 16tel-Noten auf der halb offenen Hi-Hat. Zusätzlich betont er die Achtelnoten mit der Bassdrum.

In der zweiten Hälfte der Strophe wechselt er dann wieder zu einem Realtime-Groove. Die Hi-Hat spielt er nach wie vor halb offen, während er mit synkopierten Rhythmen in der Bassdrum einen treibenden Groove erzeugt. Mit einem kurzen Fill-In geht es schließlich in den ersten Chorus des Songs.

Im Chorus gibt es dann einen abrupten Stimmungswechsel. Die Gitarrenharmonien aus dem Intro kehren zurück und Serj und Daron setzen zu einer zweistimmigen Gesangseinlage an. Dolmayan wechselt zu einem simplen Halftime-Groove mit Achtelnoten auf dem Ride, um den Gesang mehr Platz zu lassen.

Als Übergang in den zweiten Vers spielt Dolmayan einen eintaktigen Blastbeat mit halb offener Hi-Hat, während Serj Tankian einen gewaltigen Schrei ausstößt.

Im zweiten Chorus, der doppelt so lange dauert wie der erste, erhöht Dolmayan ab der Hälfte die Anzahl der Bassdrumschläge und erzeugt damit einen noch treibenderen Groove. Diesen Groove wird Dolmayan auch für den letzten epischen Chorus des Songs verwenden.

Am Ende wird es nochmal richtig episch
Nachdem wir nun schon fast alle möglichen Variationen an Feels in diesem kurzen Song gehört haben, kommt jetzt noch eine weitere Variante hinzu – Dolmayan spielt einen scheppernden Doubletime-Groove über das Main-Riff des Songs, bevor es dann in den absoluten Höhepunkt und Abschluss des Songs geht.

Und das waren die Schlagzeug-Grooves von “Chop Suey!“ – eine Menge unterschiedlicher Grooves und Feels für so einen kurzen Song. Dadurch dass John Dolmayan aber so schnörkellos und auf den Punkt spielt, macht er es dem Zuhörer wirklich leichter, dem Song zu folgen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachspielen!

Dieser Workshop richtet sich an Drummer, die legendäre oder aktuelle Grooves nachspielen wollen. Wir haben eine ganze Palette Beats für euch zum Nachtrommeln aufbereitet!























