Heute im Test sind drei Snares aus Pearls Reference One Serie. Die drei Edeltrommeln teilen sich identische Kesselmaße und Hardware-Bestückung. Allerdings fallen die Kesselkonstruktionen der Reference One Brass, der Reference One 20ply und der Hybrid / Standard Snare sehr unterschiedlich aus. Wir schauen mal, was die drei Trommeln können und ob sich die stolzen Preise lohnen.

- sehr gute Verarbeitung
- crispe Ansprache aller drei Modelle
- hoher Stimmumfang (Brass & Standard)
- laute und trockene Sounds der 20ply
- hohe Preise
- die Standard war schwerer zu stimmen (siehe Fazit)
Die Hardware: mit des Beste, was Pearl so zu bieten hat
Bevor wir uns den unterschiedlichen Kesselmaterialien widmen, schauen wir uns zunächst einmal die Hardwarebestückung an. Alle drei Reference One Snares sind mit 20 Single-Swivel-Lugs mit starren Messinggewinden bestückt, oben und unten sind Gussspannreifen montiert. Wie in dieser Preisklasse üblich, kommen Stainless-Steel-Spannschrauben zum Einsatz.
Ins Auge sticht außerdem die SR1000 Glide-Lock-Abhebung. Sie ist so konstruiert, dass sich die Spannung des Snareteppichs auch bei sehr harter Spielweise nicht verändert. Der Unterschied zu anderen Abhebemechanismen besteht darin, dass man mit einem Knopf auf dem Hebel den Mechanismus entriegeln muss (erinnert ein wenig an eine Handbremse). Beim Anspannen des Teppichs wird er wieder verriegelt.
Die Spannung des Snareteppichs wird ausschließlich auf der Butt-End-Seite eingestellt. Hier muss man das Einstellrad zunächst nach unten drücken, bevor man es in kleinen Schritten drehen und somit den Teppich spannen oder entspannen kann. Zum Wechseln des Resonanzfells kann man die komplette Einheit aus Abhebung, Butt End und Snareteppich abnehmen. Hierfür sind vier Vierkantschrauben vorgesehen.
In der Praxis habe ich ein bisschen gebraucht, um mich an das System zu gewöhnen, insbesondere daran, die Spannung des Snareteppichs ausschließlich auf der Butt-End-Seite einzustellen. Bei den Fellen handelt es sich um die typische Remo-USA-Ambassador-Kombination mit einem 20-spiraligen Ultra-Sound-Snareteppich, die man an nahezu allen Pearl Oberklasse-Snares findet.
Die drei Kesselkonstruktionen im Detail
Die Brass hat einen drei Millimeter starken, gerollten Messingkessel mit gebürsteter und lackierter Oberfläche. Wie der Name schon sagt, wird er aus einem Blech Messing gerollt und anschließend verschweißt. Die Fertigungsqualität ist allerdings so gut, dass die Schweißnaht für mich nicht zu entdecken ist.
Manche bezeichnen diese Trommel als Pearls Bell-Brass-Modell. Sie sollte aber nicht mit einer echten gegossenen Snare wie zum Beispiel der Tama Bell Brass verwechselt werden, die übrigens aus Bronze gefertigt wird.

Die 20-ply hat einen 25 mm starken Kessel aus 14 Lagen Ahorn und sechs inneren Lagen Birke – eine Konstruktion, die man nicht jeden Tag zu sehen bekommt! Auf der Außenseite ist sie hochglanzlackiert und kommt im Finish Brooklyn Burst, passend zum Kit aus unserem letzten Test.
Wie schon erwähnt, sind sowohl die 20-ply als auch die Brass keine neuen Modelle, sondern waren Teil der früheren Reference-Serie, im aktuellen Snare-Programm feiern sie quasi ein Comeback.

Eine baugleiche Standard / Hybrid 14″ x 6,5″ Snare hatte ich 2023 (sogar in dieser Farbe) zum damaligen Drumset-Test zu Gast. Sie hat einen 5,4 mm starken Kessel und entspricht damit den meisten übrigen Holzkesseln aus der Reference One Serie. Der Kessel besteht aus sechs Lagen – vier Lagen Ahorn und zwei Lagen Birke und ist in Puppy Grey lackiert, einer Farbe, die von der Automobilindustrie inspiriert ist. Bei den Gratungen macht Pearl hingegen keine Experimente. Alle drei Snares haben eine 45-Grad-Gratung mit leichtem Gegenschnitt.
Bis auf ein kleines Detail ist die Verarbeitung tadellos
Die Verarbeitung ist bei allen drei Modellen tadellos. Der einzige technische Kritikpunkt betrifft die Lugs der Standard-Snare. Ich hatte beim Stimmen etwas zu kämpfen, weil einige der Spannschrauben deutlich leichter liefen als die anderen. Deshalb musste ich mehrmals meine Tama Tension Watch zur Hand nehmen.




