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Arturia Rev OCEAN Test: ozeanischer Reverb mit Tiefgang

REV OCEAN ist ein starker Name für ein Reverb, der Sounds nicht nur in den Raum stellt, sondern sie absaufen, treiben oder im Wet-Anteil baden lässt. Selbst die Bezeichnung der Zusatzmodule – Abyss, Foam und Tide – spart nicht an maritimer Assoziation und macht klar, das der Tauchgang keine nüchterne Raumabbildung zum Ziel hat. Zeit, die Badekappe zu pudern.

Arturia Rev OCEAN Test: ozeanischer Reverb mit Tiefgang

In der FX Collection 6 Pro versammelt Arturia bereits mehrere klassisch inspirierte Reverbs. Mit REV OCEAN geht das französische Unternehmen nun einen eigenständigen Weg: Statt Vintage-Hardware setzt das Plugin auf starke Bewegungen innerhalb der Hallwolke. Was REV OCEAN sonst besonders macht und wie sich der Reverb im bonedo-Test schlägt, klären wir im Folgenden.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • Performance-orientierter Reverb mit dichten Tail
  • einfache Bedienung, übersichtliches GUI
  • 3 Algos: Tide, Abyss & Foam
Contra
  • mehr Detail-Parameter ggfls. wünschenswert

Rev OCEAN Highlights

  • eigenständiges Kreativ-Reverb mit starker Sounddesign-Ausrichtung
  • drei unterschiedlich gefärbte Algorithmen: ABYSS, FOAM und TIDE
  • schnelle Ergebnisse durch übersichtliche Bedienung
  • Macro-Regler für performative Hallfahrten und Übergänge
  • in der FX Collection 6 Pro enthalten

DETAILS

Rev OCEAN : FDN-Klassiker neu gedacht

Das Rev OCEAN Reverb-Plugin von Arturia basiert ganz klassisch auf einem Feedback Delay Network (FDN) und kombiniert dazu mehrstufige Diffusion sowie umfangreiche Modulation. Im Vordergrund steht gezielte Formung: weiches Einschwingen und dichte Fahnen.

Besonders prägend sind dazu die Modi ABYSS, TIDE und FOAM. Sie werden über nun einen Regler gesteuert, greifen aber komplex und an unterschiedlichen Stellen in den Nachhall ein. Je nach Modus verändern sie die Tonalität, die Modulation oder das Einschwingverhalten.

Kurz & knapp: die drei Modi des Rev Ocean Reverb Plugins

ABYSS ergänzt den Reverb um Reverse-Texturen mit Pitch-Shifting. Dadurch wird der Nachhall harmonisch und fetter. Der Modus eignet sich für Sounds, die nicht nur verlängert, sondern auch verfremdet werden sollen – etwa Pads, Vocals, Gitarren oder einzelne Synths. Zeitlichen Einfluss auf die Repeats hat man allerdings nicht, da hätte ich mir mehr Rhythm abseits des Pre-Delay gewünscht.

Red Ocean Regler
Links werden die drei Modi umgeschalten. In der Mitte gibt es eine recht kreative Visualisierung.

TIDE indes arbeitet mit modulierter Filterung. Dadurch entstehen Bewegungen im Spektrum, die weitestgehend subtil bleibe, aber auch in Richtung Phaser oder Flanger kippen können. Sinnvoll bei langen Hallfahnen, Arpeggios, Flächen sowie rhythmischem Material, bei dem der Reverb nicht nur statisch im Mix liegen soll.

FOAM wiederum beeinflusst den Attack-Bereich des Reverbs. Der Hall setzt weicher ein, Transienten werden verwischt und die Hallfahne baut sich diffuser auf. Das kann perkussives Material entschärfen und Flächen breiter machen – ja und teilweise klingt es halt auch etwas nach schaumigen Meeresrauschen, was den Namen etwas erklären könnte.

Something new under the hood

Neben klassischen Reverb-Parametern wie Dry/Wet und Pre-Delay bietet Rev OCEAN aber auch Width sowie eine Ducking sowie Transient-Bearbeitung, eine einfach Band-Filterung mit unteren und oberen Grenzen sowie Brightness zur Färbung des Tail. Allesamt helfen diese, die dichte Hallstruktur kontrollierbar zu halten.

Die Trennung von Decay und Size erlaubt es darüber hinaus, Nachhalllänge und wahrgenommene Raumgröße unabhängig voneinander einzustellen. So kann der Hall groß wirken, ohne zwangsläufig lange auszuklingen. Umgekehrt lässt sich die Raumgröße bei gleichbleibender Decay-Zeit modulieren – gerade per Automation ein sehr wirkungsvolles Mittel.

Weitere Einstellungen

Apropos: Wird Decay auf den Maximalwert gesetzt, friert Rev OCEAN die Hallfahne ein und deaktiviert den Eingang. Der eingefrorene Nachhall steht dann allein für sich.

Ducking nimmt ferner den Effektanteil zurück, solange ein starkes Direktsignal anliegt, und lässt den Hall in ruhigeren Momenten damit stärker hervortreten. Das sorgt für Übersicht im Mix. Bei höheren Einstellungen entsteht ein hörbarer Pump-Effekt. Etwas mehr Kontrolle über Zeitparameter wäre wünschenswert gewesen.

Die Transient-Kontrolle bestimmt außerdem, wie stark kurze Signalspitzen in den Reverb übernommen werden. Bei perkussivem Material lässt sich der Nachhall dadurch entweder deutlicher herausarbeiten oder bewusst glätten.

Browser und Presets

So weit zu den Parametern und ihren Funktionen. Hinzu kommen eine Library mit guten Presets sowie eine frei skalierbare GUI. Ebenfalls praktisch sind das integrierte Tutorial, die Hilfe-Blasen und die A/B-Vergleichsmöglichkeit. Bei der Benutzerfreundlichkeit gibt es, wie bei den neueren Arturia-Plugins üblich, wenig zu beanstanden. Lediglich optisch setzt sich Rev OCEAN etwas vom Rest ab – vor allem durch die Dot-Matrix-Animation, die sich bei Bedarf aber auch deaktivieren lässt.

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Praxis: Arturia Rev Ocean

Bei der Installation gab es keine Probleme, und auch die Orientierung im Plugin war sofort klar – zumal die Tutorials beim Einstieg hilfreich zur Seite stehen. Sehr gut. Das Grundprinzip von REV OCEAN ist entsprechend schnell verstanden, sodass man zügig mit den Parametern experimentieren und eigene Ergebnisse erzielen kann.

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In Kombination mit einem gespielten oder automatisierten Macro-Regler sowie Size- oder Dry/Wet-Fahrten entstehen neben dem eigentlichen Reverb reichlich Freeze- und Pitch-artige Artefakte, die ausdrücklich zum Konzept gehören und atmosphärisch einiges hermachen. Dadurch zeigt sich schnell: REV OCEAN ist weniger als klassischer Send-Reverb für räumliche Mix-Tiefe gedacht, sondern vielmehr als kreatives Effektwerkzeug für Übergänge, Spannungsaufbau und Sounddesign.

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Mehr Informationen

Etwas mehr zeitlicher Einfluss auf den Rhythmus bestimmter Effekte wäre allerdings wünschenswert gewesen, vielleicht wäre auch mehr Pitch-Shifting interessant gewesen. Vor allem aber beim ABYSS-Algorithmus fällt auf, dass die Reverse-Bewegungen etwas gegen den Groove arbeitet. Die beiden anderen Algorithmen sind in dieser Hinsicht unkritisch und lassen sich mit jeweils einem Regler gut kontrollieren. Der CPU-Load ist angesichts der knackfreien Performance allerdings nicht unerheblich. Unterm Strich hat Arturia seinen zukünftigen Collection-Werkzeugkasten bereits erfolgreich und sinnvoll erweitert.

Audio Samples
0:00
Schmidt LUNAR – FOAM Schmidt LUNAR – TIDE Schmidt LUNAR – ABYSS Schmidt LUNAR – DRY Floyd – FOAM Floyd – TIDE Floyd – ABYSS B.EDGE – FOAM B.EDGE – TIDE B.EDGE – ABYSS

Welche Hall- und Reverb-Plugins gibt es in der Arturia FX Collection 6 noch?

Stand Juni 2026 lässt sich Arturias Reverb-Angebot grob in zwei Bereiche einteilen: klassische Reverb-Emulationen und moderne beziehungsweise experimentelle Raumprozessoren. Zu den dedizierten REV-Reverb-Plugins zählen damit PLATE-140, SPRING-636, LX-24 sowie INTENSITY.

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Efx AMBIENT geht schon stärker in Richtung kreativer Textur- und Space-Prozessor, wie beispielsweise auch der hochinteressante Granular-Effekt Efx Fragments. Insgesamt umfasst die FX Collection 6 Pro aktuell 39 Effekte.

PluginVorbild / KonzeptKlangcharakterTypischer Einsatz
Rev PLATE-140EMT 140 Plattenhalldichter, leicht metallischer Plate-HallVocals, Snare, Piano, Synths, Mix-Glue
Rev SPRING-636Grampian 636 Spring-Reverbvibey, dubby dank Preamp-SättigungGitarre, Dub, Drums, LoFi, Oldschool
Rev INTENSITYEigenentwicklung, algorithmischmodern & modulierbar, Effekt-HallSounddesign, Synths, Pads, Übergänge
Rev LX-24Lexicon 224-inspiriert80s Hall/Plate, musikalisch & breitDrums, Vocals, Synths, Retro-Pop
Efx AMBIENTAmbient Spectral-ProzessorShimmer, Washes, Texturen, Pitch/SpaceAmbient, Sounddesign, Cinematic, Übergänge

Über den Tellerrand geschaut – mehr als Hall

Als Alternative zu REV OCEAN bietet sich auch Polyverse Music Comet an: ein großer, modulierbarer Kreativ-Reverb für endlose Räume, dramatische Hallfahrten und atmosphärisches Sounddesign.

Baby Audio Transit 2 schwächelt zwar bei der eigentlichen Reverb-Qualität, genügt aber durchaus für schnelle Übergänge, Builds und Drops.

Wer noch stärker mit musikalischer Groove-Bewegung, Sidechain-artigen Modulationen und rhythmischen Filterfahrten arbeiten möchte, ist mit ShaperBox 3 sehr gut bedient. 

Arturia Efx MOTIONS bringt ebenfalls Bewegung ins Signal, fügt sich gut ins Arturia-Ökosystem ein und macht moderne Motion-FX ebenfalls angenehm zugänglich. Und ist natürlich auch Teil der FX Collection.

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Fazit: Arturia Rev OCEAN Test

Arturia REV OCEAN kann auch klassischen Brot-und-Butter-Hall für dezente Mix-Tiefe liefern, empfiehlt sich aber vor allem als schnelles Kreativ-Reverb für Sounddesign. Die drei Algorithmen ABYSS, FOAM und TIDE liefern durchweg dicke Wolken und bleiben trotz experimenteller Ausrichtung angenehm ungefährlich. So klingt REV OCEAN nie überladen oder schaukelt sich gar bei höheren Einstellungen schrecklich auf. Besonders stark wird es, wenn Macro, Size und Dry/Wet gespielt oder gar automatisiert werden – dann wird der Hall selbst Teil der Performance!

Etwas mehr rhythmische Kontrolle hätte dem Konzept dennoch gutgetan, vor allem beim ABYSS-Algorithmus, dessen Reverse nicht immer sauber mit dem Groove tanzt. Auch der CPU-Verbrauch ist nicht unerheblich. Trotzdem erfüllt Arturia seinen Auftrag der Vollständigkeit, und erweitert so vor allem die FX Collection um ein eigenständiges Reverb, das eben weniger nüchterne Raumabbildung als vielmehr kreative Bewegung liefert. Und da das bisher gefehlt hat und gibt es dafür 4,5 Sterne.

Bis zum 14. Juli gilt ein spezieller Einführungspreis. Außerdem ist REV OCEAN beim Kauf der FX Collection 6 PRO ohne Aufpreis enthalten.

Features

  • Kreativ-Reverb-Plugin
  • drei Reverb-Algorithmen: ABYSS, FOAM und TIDE
  • Macro-Regler für performative Effektfahrten
  • Size-Regler zur schnellen Raumgrößensteuerung
  • Dry/Wet-Mix, Freeze-Funktion
  • Freeze- und Pitch-artige Halltexturen möglich
  • Preset-Browser, skalierbare Bedienoberfläche
  • VST3, AU und AAX
  • Systemanforderungen
  • macOS 11 oder neuer, 8 GB RAM, 4-Kern-CPU mit 3,4 GHz bzw. 4,0 GHz Turbo Boost oder Apple-Silicon-CPU
  • Windows 10 oder neuer, 64 Bit, 8 GB RAM, 4-Kern-CPU mit 3,4 GHz bzw. 4,0 GHz Turbo Boost: ARM-Prozessoren werden unter Windows nicht unterstützt!
  • PREIS: 45 € (Straßenpreis am 25. Juni 2026)
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