Mit den Ampknob-Plugins Fatman und Duet schlägt Bogren Digital traditionellere Töne als bisher an. Nach den Mid- bis High-Gain-orientierten Plugins aus dem BDH– oder BDM-Bundle stehen diesmal Fender-inspirierte Sounds im Fokus: Der Ampknob Fatman orientiert sich an einem Bassman-artigen Amp, während der Ampknob Duet den charakteristischen Ton eines Fender Twin Reverb aufgreift. Das Grundkonzept hat sich im Vergleich zu den bisherigen Plugins nicht geändert: authentische Sounds in Studioqualität, die schnell abrufbar und ohne langwieriges Tweaking daherkommen.

- Soundqualität, anschauliches GUI
- gelungene Abbildung der Vorlagen
- tolle Dynamik und direkte Ansprache
- Reduziertes, aber praxisnahes Bedienkonzept
- Kein Contra
DETAILS & PRAXIS
Welche Fender-Sounds liefern die Fatman & Duet Plugins?
Wie die bisherigen Ampknob-Plugins treten auch Fatman und Duet mit einem klaren Konzept an und widmen sich jeweils einem speziellen Amp-Typ. Dem Fatman hat höchstwahrscheinlich ein Fender Bassman der 50er-Jahre Pate gestanden, während sich der Duet vermutlich an einem Fender Twin orientiert.

Das einfache, direkte Bedienkonzept der vorangegangenen One-Knob-Plugins von Bogren Digital bleibt erhalten: Neben einem einzelnen Volume-Regler stehen lediglich reduzierte Effektoptionen zur Verfügung. Ähnlich spartanisch zeigt sich die Speaker-Simulation: Neben einem „Matched Cabinet“ gibt es zwei weitere Alternativen, die sich bei Bedarf auch komplett deaktivieren lassen. Das Laden eigener Impulsantworten wird ebenfalls unterstützt.
Fatman & Duet: Aufgeräumte GUIs und clevere Praxis-Features
Optisch bewegen sich die beiden Plugins sehr nah an ihrem jeweiligen Vintage-Vorbild. Das GUI ist angenehm aufgeräumt und lässt sich stufenlos skalieren. Neben der eigentlichen Amp-Sektion könnt ihr auch Eingangs- und Ausgangspegel separat justieren. Weitere Optionen findet ihr hinter dem Settings-Symbol: Dort stellt ihr das Noise Gate sowie die gewünschte Audio- bzw. DSP-Qualität ein. Eine Preset-Speicher-Option fehlt zwar, ist bei einem One-Knob-Konzept aber auch nicht wirklich erforderlich.

Die Ampknob-Plugins gibt’s für macOS und Windows sowie als Stand-alone-Version. In diesem Modus gesellen sich ein integriertes Metronom, ein Pan-Regler und eine kleine Aufnahmefunktion hinzu. So lassen sich Riffs oder spontane Ideen direkt festhalten, ohne dafür erst ein komplettes DAW-Projekt anlegen zu müssen.
So klingt der Bogren Digital AmpKnob Fatman
Das Fatman-Plugin basiert laut Hersteller auf einem klassischen F-Style-Amp aus den 50er-Jahren, der ursprünglich für Bassisten entwickelt wurde. Für mich klingt es stark nach dem 5F6-A Bassman, dem legendären „Grandfather of Rock ‘n’ Roll“. Bekannt ist diese Amp-Gattung nicht nur für die tollen Clean-Sounds, sondern auch für die wohlig warmen Vintage-Zerrsounds, die entstehen, sobald man den Lautstärkeregler weiter aufdreht.

Genau diese Vorlage wurde hier sehr authentisch getroffen. Bereits bei moderaten Volume-Werten überzeugt der Fatman mit warmen, natürlichen Clean-Sounds. Dreht man den Volume-Knob über 12-Uhr hinaus, liefert der Fatman sehr schöne Break-up-Sounds, die vorbildlich auf Anschlag und das Volumen-Poti der Gitarre reagieren. Der Boost legt noch eine Schippe Gain nach, wodurch auch cremig-raue Vintage-Zerrsounds möglich sind.

Für räumliche Tiefe stehen gleich zwei Optionen bereit. „Reverb“ regelt den Anteil des Federhalls, während „Room“ den Raumklang des abgenommenen Cabinets bestimmt. Die Werks-IRs sind mit Bedacht gewählt, das sie eine solide klangliche Bandbreite mitbringen und hervorragend mit dem Bassman-Style-Grundsound harmonieren.
So klingt der Bogren Digital AmpKnob Duet
Mit dem Duet-Plugin zielt Bogren nun auf ein ikonisches Fender-Modell der 60er-Jahre ab und orientiert sich damit klar an einem Fender Twin Reverb. Dieser Amp ist bekannt für seine großen, offenen Clean-Sounds und den glockigen Ton, der sich von Jazz, Funk über Country bis hin zum Blues vielseitig einsetzen lässt.

Auch hier punktet das Plugin mit einer authentischen Umsetzung. Der Clean-Sound wirkt extrem perlig und noch etwas twangiger als beim Fatman. Gleichzeitig bietet der Duet deutlich mehr cleanen Headroom. Dreht man den Volume-Regler weiter auf und aktiviert den Boost – hier „Pedal“ genannt – lassen sich aber auch dezente Crunch-Sounds abrufen.

Wie der originale Twin Reverb verfügt auch der Duet über einen warmen Tremoloeffekt, den Fender traditionell als „Vibrato“ bezeichnete. Regeln lässt sich der Effekt über „Intensity“ und „Speed“. Den Federhall könnt ihr über die Parameter „Level“ und „Size“ anpassen, während sich „Room“ um den Raumanteil des abgenommenen Cabinets kümmert. Bei den Werks-IRs punktet Bogren erneut mit einer zielsicheren Auswahl, die unterschiedliche Klangcharaktere abbildet und das Plugin zusätzlich flexibilisiert.
Fazit: Bogren Digital AmpKnob Fatman & Duet Test
Mit Fatman und Duet überträgt Bogren Digital das bewährte Ampknob-Konzept überzeugend auf klassische Fender-inspirierte Gitarrensounds. Der Fatman liefert warme Cleans, dynamische Break-up-Sounds und cremig-raue Vintage-Zerrklänge mit viel Charakter, während der Duet mit perligen, offenen Cleansounds, hohem Headroom sowie musikalischem Tremolo und Federhall punktet. Beide Plugins reagieren vorbildlich auf Anschlag und dynamische Nuancen und liefern dank praxisnaher Werks-IRs sofort einsatzfähige Ergebnisse.
Das reduzierte Bedienkonzept bleibt ein großer Pluspunkt: Statt endlosem Parameter-Geschraube stehen schnelle, musikalische Ergebnisse im Vordergrund. Die ausgewählten Effektoptionen, das skalierbare GUI, die Möglichkeit zum Laden eigener IRs sowie die Stand-alone-Version mit Metronom und Quick-Recording-Funktion machen Fatman und Duet zu äußerst durchdachten Werkzeugen für Recording und Songwriting. Wer maximale Editiertiefe sucht, wird hier nicht bedient – doch genau darin liegt die Stärke der Plugins. Bogren Digital liefert hier zwei inspirierende Amp-Simulationen, die Vintage-Sounds ohne große Umwege auf den Punkt bringen.
Features
- Hersteller: Bogren Digital
- Name: Fatman, Duet
- Typ: Virtuelle Amp-Software
- Amp-Modelle: je 1
- Cabinets: je 3
- Effekte: Reverb, Boost & Gate (Fatman); Reverb, Boost, Tremolo & Gate (Duet)
- IR-Loader-Funktion: ja
- GUI: stufenlos skalierbar
- Plug-in-Formate: Windows (64-bit), macOS (64-bit), VST3, AU, AAX
- Herstellerseite: https://bogrendigital.com/
- Preis: 49,- € pro Plug-in, Bundle-Preise möglich (Stand: Juli 2026)
























