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Foreigner in Hamburg: Rocklegende oder Coverband?

50 Jahre Foreigner – ein Stück Rockgeschichte Live in Hamburg. Und tatsächlich lockte das Jubiläumskonzert der amerikanisch-britischen Rockinstitution rund 4.000 Fans in den ausverkauften Stadtpark. Wer allerdings gehofft hatte, dort auch nur ein einziges Gründungsmitglied auf der Bühne zu sehen, musste seine Erwartungen schnell korrigieren.

Frank Schwichtenberg, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Schon der Auftakt mit „Long, Long Way From Home“ und „Double Vision“ machte klar, dass die Band ihre Klassiker noch immer überzeugend präsentieren kann. Sänger Luis Maldonado wirbelte über die Bühne, Gitarristen Bruce Watson und John Roth lieferten die passenden Riffs, während Bassist Jeff Pilson und Drummer Chris Frazier das Fundament legten. Musikalisch gab es daran wenig auszusetzen. Im Gegenteil: Maldonado dürfte für viele Besucher zu den stärksten Stimmen gehört haben, die sie in den vergangenen Jahren live erlebt haben.

Weniger überzeugend war dagegen ausgerechnet der Sound. Nicht die Qualität der Mischung, sondern die Lautstärke sorgte für Diskussionen. Besucher versuchten Band und Technik mittels Handy-Banner und Rufen darauf aufmerksam zu machen. Teilweise wirkte das Konzert eher wie gehobene Zimmerlautstärke als wie eine Rockshow. Besucher berichteten, dass Unterhaltungen selbst während der Songs problemlos möglich gewesen seien. Ein Vorwurf, der bei Stadtpark-Konzerten immer wieder auftaucht und häufig mit den Lärmschutzauflagen sowie der Nähe zur Wohnbebauung begründet wird.

Und doch schwang über dem Abend noch eine andere Frage mit:

Wann hört eine Band auf, die Band zu sein?

Denn von der Besetzung, die Songs wie „Cold As Ice“, „Hot Blooded“ oder „I Want To Know What Love Is“ einst berühmt machte, steht heute niemand mehr auf der Bühne. Sänger Lou Gramm verließ die Gruppe bereits vor über zwanzig Jahren. Bandgründer Mick Jones gilt zwar offiziell weiterhin als Mitglied, kann aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung jedoch nicht mehr auftreten.

Das Publikum störte sich daran allerdings kaum. Spätestens bei „Urgent“, „Juke Box Hero“ und den Zugaben sang der Stadtpark lautstark mit. Die Musiker präsentierten sich professionell, spielfreudig und technisch auf hohem Niveau. Genau darin liegt vermutlich das Erfolgsgeheimnis vieler Legacy-Acts im Jahr 2026: Die Menschen kommen nicht wegen neuer Songs, sondern wegen der Erinnerungen.

Bleibt die spannende Frage: Wenn niemand mehr auf der Bühne steht, der diese Songs ursprünglich geschrieben, gesungen oder eingespielt hat: schaut man dann eine legendäre Rockband oder die weltweit erfolgreichste Foreigner-Coverband?

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