Das Nord Electro geht in die siebte Generation und soll mit einer neuen Klangerzeugung ausgestattet werden. Zu den Highlights des Nord Electro 7 gehören z. B. die Orgel-Engine der Nord Organ 3, sowie eine umfangreichere Synth-Abteilung mit virtuell-analoger (VA) und FM-Synthese. Wir hatten den Nord Electro 7 in den Varianten mit 61 und 73 Tasten im Test.

- Neue Orgel-Engine
- Vielseitige Synth-Sektion
- Kompatibel mit Nord Piano Library und Nord Sample Library
- Effekte individuell pro Sektion einsetzbar
- Sehr guter Klang
- Einfache Bedienung
- Reverb nur global einsetzbar
- Synth-Abteilungen (Sample, Analog, FM) etwas umständlich erreichbar
Nord Electro 7 – der Alleskönner mit Orgel, Pianos und Synth-Sounds
Im Grunde genommen bleibt Clavia dem Konzept der Electros treu: Das neue Nord Electro 7 ist ein intuitives Stagekeyboard mit drei Sound-Abteilungen für Orgel, Piano und Synthesizer. Dazu gesellt sich die bekannte Effekt-Sektion, mit der man den Klängen zu mehr Lebendigkeit verhilft. Alles ist „hands-on“ über die gut strukturierte Benutzeroberfläche zu bedienen. Doch wenn man sich die Features genauer anschaut, merkt man schnell: Das Nord Electro 7 hat sich in einigen Punkten dem großen Nord Stage 4 angenähert.

Eine Synthesizer-Abteilung mit virtuell-analoger und FM-Synthese? Das gab es bislang nicht in den Electros und ist seit dieser Generation endlich auch Teil der Electro-Serie. Individuelle Effekte pro Sektion? Auch das ist jetzt möglich. Und tatsächlich gibt es viele weitere Details, die man vom Nord Stage 4 übernommen hat. Da wäre z. B. die Unison-Funktion zum „Andicken“ der Piano- und Synthesizer-Sounds und die Timbre-Einstellungen: Das Nord Electro 7 ist deutlich vielseitiger geworden!
Neue Orgel-Engine
Mit jedem Generationswechsel der Nord Electros wurde auch immer eine neue Orgel spendiert. Und so ist es auch mit dem Nord Electro 7, das über zahlreiche neue Orgel-Modelle verfügt. Tatsächlich beherbergt das Nord Electro 7 die Orgel-Engine aus der Nord Organ 3, welche gleich mit einer neuen Rotary-Speaker-Emulation daherkommt. Eine realistischere und räumlichere Darstellung des Rotary Speakers wird u. a. mit drei virtuellen Mikrofon-Positionen erreicht: Wide, Close und XY. Mit „Bass Wide“ wird der Bassrotor ebenfalls breit im Stereo-Spektrum abgebildet.
Neu ist auch die Stop-Funktion, welche auf Wunsch sogar an einer festen Position stehen bleibt. Neben der klassischen Tonewheel-Orgel gibt es hier auch die Modelle Vox, Farfisa, Pipe sowie B3-Bass. Letztere eignet sich zum Spielen von Left-Hand-Bass via Splitpunkt. Übrigens kombiniert das Nord Electro 7 zum ersten Mal physische Drawbars mit einer LED-Anzeige – für optimale Übersicht und einfaches „Recall“.
Synth-Abteilung: virtuell-analoge und FM-Synthese
Zu den interessantesten Features des Nord Electro 7 gehört die aufgebohrte Synth-Abteilung. Konnte man bislang in den Electros nur auf die Sample-Synths zurückgreifen, so bietet die siebte Generation der Electros jetzt endlich eine Möglichkeit für echte Klangsynthese. Unter „Analog“ stehen jeweils zwei Oszillatoren zur Verfügung, die klassische Wellenformen wie Dreieck, Sägezahn und Rechteck bieten. Die Oszillatoren können gemischt und gegeneinander verstimmt werden.
Ein dezidierter Regler für Cutoff und Resonanz erlaubt geschmeidige Filtersweeps – eine wirklich tolle Ergänzung. Daneben darf man im FM-Bereich aus zahlreichen Operatoren à la DX7 wählen: ein gelungener Einstieg in die komplexe Welt der Frequenzmodulation. Zum Glück stehen hier auch etliche Presets bereit – vom Moog-Bass bis hin zum FM-Piano.
Dreifach Effekte: jetzt individuell pro Sektion
Im Vorgänger mussten die Sound-Sektionen die Effekte untereinander aufteilen. Dem ist jetzt nicht mehr so: Piano, Synth und Orgel können jetzt individuell auf die Effekte zugreifen. So kann das Piano z. B. einen Chorus aus MOD1 verwenden, während die Synth-Abteilung einen Phaser aus MOD1 verwendet. Die Zuweisung des Effektpanels auf die einzelnen Sektionen erfolgt ganz einfach über den FX-FOCUS-Taster. Einzige Ausnahme: Das Reverb steht nur global zur Verfügung und kann über den Layer-Send in seinem Anteil pro Sektion geregelt werden.
Neues Display bietet mehr Übersicht
Mit dem neuen Farbdisplay bietet das Nord Electro 7 eine deutlich bessere Übersicht über Klänge und Effekteinstellungen. Preset-Nummer, Name und eingestellte Klänge lassen sich hier sehr gut darstellen. Ganz besonders in der Synth-Abteilung zeigt das Display seine Stärken: Die verschiedenen Wellenformen, Hüllkurven-Einstellungen sowie Filter-Cutoff und Filter-Resonanz werden hier bildlich dargestellt. Dazu gesellen sich gleich drei Encoder, die mit einer Push-Funktion ausgestattet sind. Schnelles Navigieren durch die einzelnen Sound-Kategorien und Presets bei den Pianos und Synths ist damit wirklich einfach. Per Druck auf die beiden Library-Push-Encoder öffnen sich jeweils Listen mit vielen Presets – schnellen Sound-Kreationen steht hiermit nichts mehr im Weg!
We Hear You: zwei Modelle erscheinen mit Pitchstick und Modwheel
Das Nord Electro 7 erschien zunächst mit 61 Tasten und Waterfalltastatur. Aufgrund des kompakten Gehäuses gibt es hier keinen Pitchbender und auch kein Modwheel. Mit dem größeren Nord Electro 7 73 halten nun aber erstmals Pitchstick und Modwheel Einzug in die Electro-Serie. Optisch rückt das Instrument damit noch näher an das Nord Stage 4 heran.
Gerade in Verbindung mit der neuen Synth-Sektion erweitern die beiden Controller die Ausdrucksmöglichkeiten deutlich: So lassen sich Lead-Sounds nun mit Bendings, Vibrato und anderen Modulationen deutlich lebendiger gestalten.

Der hölzerne Pitchstick liegt hervorragend in der Hand und bietet genau den richtigen Widerstand, um Tonhöhenänderungen präzise zu kontrollieren. Ergänzend dazu ermöglicht das Modwheel die stufenlose Steuerung von Vibrato und weiteren Klangparametern.
Über den Taster „Wheel Assign“ im Program-Panel lassen sich unter anderem Organ-, Piano- und Synth-Lautstärken sowie Filter-Cutoff, Mod-Rate und Mod-Amount den Modwheel-Bewegungen zuweisen. Das macht das Electro 7 insbesondere im Live-Einsatz noch flexibler und schließt eine Lücke, die viele Electro-Anwender seit Jahren bemängelt haben.
Seamless Transitions, Split und Expression Pedal Assign
Dass das Nord Electro 7 ganz besonders für den Live-Betrieb konzipiert wurde, erkennt man auch daran, dass es keine abreißenden Klänge mehr gibt. Mit Seamless Transitions können Klänge umgeschaltet werden, ohne dass der ausgehaltene Klang inkl. Effekten abreißt. Daneben erlaubt das Nord Electro 7 natürlich auch das Splitten der Tastatur, was seit der neuen Synth-Abteilung besonders praktisch ist. Und noch ein Feature aus dem Nord Stage 4 ist hier zu finden: Das Expression Pedal lässt sich über die Assign-Funktion ganz einfach zahlreichen Reglern zuweisen – so bleiben die Hände fürs Spielen frei.
Nord Piano Library, Sample Library und Sample Editor
Mit dem Nord Electro 7 profitiert man natürlich auch von der wirklich üppigen und kostenlosen Nord Library. Zahlreiche Flügel, Upright-Pianos und E-Pianos können in verschiedenen Größen in das Nord Electro 7 geladen werden. Daneben findet man in der Synth-Library wirklich alles, was man als Keyboarder in jeglichem musikalischen Kontext gebrauchen kann: Streicher, Bläser, Mellotron- und Synthesizer-Samples lassen Keyboarder-Herzen höherschlagen. Bedenkt man dieses Angebot, dann darf man hier durchaus attestieren: So etwas findet man bei keinem anderen Hersteller in dieser Qualität. Dazu kommt der Nord Sample Editor, um kinderleicht Samples zu editieren und diese auf der Tastatur zu mappen. Das ist wirklich eine feine Sache!
Anschlüsse des Nord Electro 7
Die Anschlüsse des Nord Electro 7 befinden sich auf der Rückseite des Keyboards. Hier finden wir auf der rechten Seite zwei Line-Outs, einen Kopfhöreranschluss sowie einen Monitor-In. Weiter mittig liegen die Anschlüsse für Pedale: Sustain, Expression-Pedal und Rotary Control. Auch MIDI In/Out sowie ein USB-Anschluss dürfen hier nicht fehlen. Links außen befindet sich dann noch der Netzschalter.



























Gunter Frank sagt:
#1 - 16.06.2026 um 23:27 Uhr
Ja, neben dem Viscount Legend One endlich eine amtliche Orgel mit Sample und Synth Sounds. Ideal als Zweitkeyboard auf einem Stagepiano. Aber ausgerechnet die 61er Version ohne Pitchbend. Ich hätte es mir auf mein Crumar Seven gestellt. Aber so geht es halt nicht.