Safari Audio interpretiert mit Polyrex einen klassischen Vintage-Synthesizer neu. Sein Name erinnert an den Korg Polysix, während die Synthese-Architektur dem Roland Juno-60 ähnelt. Soundästhetisch ist Polyrex hingegen ganz in der Gegenwart angekommen und eignet sich vor allem für Lo-Fi-Produktionen.

Der Hersteller Safari Audio ist uns bereits im Test des Safari Pedals Everything Bundle begegnet. Dort überzeugte vor allem das durchdachte User-Interface, während sich viele der Pedale als eigenständige Soundmacher mit ausgeprägtem Vintage-Charakter erwiesen. Das Safari Audio Everything Bundle enthält über 30 Plugins, Studio-Tools und Instrumente für erstaunlich wenig Geld und ohne Abo-Stress.
- Retro-Sound, Juno-Chorus
- Mix-Tauglichkeit, Simple Bedienung
- Günstiger Preis
- Factory Presets eher schwach
- Wenig Parameter
DETAILS & PRAXIS
Neuer Easy-Analog-Synth statt akribischer Juno-Emulation
Der achtstimmige Safari Audio Polyrex will den Roland Juno-60 gar nicht bis ins kleinste technische Details emulieren. Stattdessen setzt das Plugin auf einen modernen, unkomplizierten Zuang zu analogen Standard-Sounds mit Vintage-Charakter.

Der Oszillator-Bereich ist simpel strukturiert. Wie bei den Junos setzt auch der Polyrex auf einen DCO mit Saw-, Square- und Pulswelle sowie Suboszillator und Noise-Generator. Für breite schwebende Klänge gibt es die Option zur Pulsweitenmodulation und auch ein Pitch-LFO fehlt beim Polyrex nicht.
Den Sound des Plugins prägen vor allem das resonanzfähige Tiefpassfilter und der separate Hochpass. Wie beim Juno-60 gibt es auch hier nur eine ADSR-Hüllkurve, die entweder Filter oder Lautstärke steuert. Das schränkt die Soundprogrammierung leider ein.
Safari Audio Polyrex – integrierte Effekte und Arpeggiator
Zum typischen Juno-60-Sound gehört auch der Chorus, den Safari Audio im Polyrex mit zwei kombinierbaren Modi überzeugend nachbildet. Ein analoges Delay und ein Federhall sorgen für räumliche Retro-Effekte. Wie der LFO kann auch der Arpeggiator zum Tempo der DAW synchronisiert werden und ermöglicht die üblichen Akkordbrechungen. Ob Klangerzeugung, Effekte oder Arpeggiator: Der Polyrex wirkt nie unnötig komplex oder überladen. Gerade für Einsteiger ist das Panel sehr bedienungsfreundlich.

So modern klingt der Safari Audio Polyrex
Der Safari Audio Polyrex hat Charakter. Schon beim ersten Durchhören zeigt sich ein moderner Analog-Sound, der bei anderen Juno-60-Clones oft erst durch weiteres Sound-Tuning entsteht. Die Preset-Auswahl fällt allerdings etwas knapp aus und nicht alle Sounds können überzeugen. Dafür fügen sie sich gut in den Mix ein und beanspruchen den Rechner kaum.

Komplexe oder modulative Synthesizerklänge beherrscht der Polyrex nicht. Warme, organische und auch musikalisch verwertbare Sounds gehören eher zu seinen Stärken. Plucks und Keys, Pads und auch manche Leads schätze ich persönlich am meisten. Für die Audio-Demos habe ich insgesamt zehn der Factory Presets ausgewählt und für euch angespielt.
Weitere Super Keys von Safari Audio: Super Chunk und Cubby
Der Polyrex ist der jüngste Sproß der Super Keys von Safari Audio. Wie seine beiden älteren Geschwister ist auch im Everything Bundle enthalten. Das Plugin Super Chunk konzentriert sich auf den Bassbereich und liefert moderne, Moog-orientierte Sounds. Deutlich eigenständiger präsentiert sich der Safari Audio Cubby: Der Soft-Synth bringt den Sound von Home-Keyboards der 70er und 80er samt Arpeggiator und Effekten in die DAW und verdient sich damit durchaus das Prädikat „LoFi Keys“.

Alle drei Plugins der Super-Keys-Serie ergänzen sich gut, kosten erstaunlich wenig und begeistern mit ihrem einfachen Handling.
Alternativen zum Polyrex – Juno-60-Clones im Vergleich
Die Konkurrenz ist groß: Der Safari Audio Polyrex tritt gegen zahlreiche Emulationen des Roland Juno-60 und Juno-106 an. Welche davon besonders überzeugen, zeigen wir euch im Bondeo-Feature inklusive Audio-Demos.
Der TAL-U-NO-LX gehört dabei zu den stärksten Kandidaten. Preislich und klanglich liegt der Cherry Audio DCO-106 Polyphonie Synth tatsächlich am nächsten am Polyrex – unbedingt die Demo-Version testen!

Aber auch ein Blick auf den Korg Polysix lohnt sich – ihn gibt es als Einzel-Plugin oder als Bestandteil der Korg Collection. An seinem Sound hat man sich vielleicht noch nicht so satt gehört wie an den Juno-Patches.
FAZIT: Safari Audio Polyrex
Der Safari Audio Polyrex ist ein unkomplizierter und charaktervoller Synthesizer mit eigenständiger Klangästhetik. Besonders Producer aus den Bereichen Lo-Fi und Indie-Pop dürften an seinem Sound Gefallen finden.
Der günstigen Preis macht die Entscheidung leicht: Wer die spezielle Soundästhetik von Safari Audio mag, sollte den Polyrex unbedingt ausprobieren. Mein persönlicher Tipp: Wenn schon Safari Audio, dann richtig – das Everything Bundle versammelt neben den Synths auch die verschiedenen Effektpedale des Herstellers.
Unterm Strich bekommen beim Polyrex vor allem Einsteiger ein stimmiges Instrument mit Juno-DNA, Vintage-Charme und schnellem Workflow.
Features
- Soft-Synth im Stile des Vintage-Synthesizers Roland Juno-60 mit Arpeggiator und Effekten.
- Systemvoraussetzungen: Ab Windows 10, Mac OS X 10.15 (M1 Support), Online-Aktivierung, VST3, AU, AAX.
- PREIS: 33 Euro (Straßenpreis vom 17.08.2026)

























