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Tascam FR-AV4 Test – Kann der Alleskönner alles?

Ein Alleskönner, das möchte der Tascam FR-AV4 Field Recorder ganz offensichtlich sein. Mit vier Mikrofon-Preamps, 32 Bit Float Aufnahme, jeweils zwei Wandlern pro Kanal, Touch Display und HDMI-Anschlüssen ist er gerüstet für Podcast-Situationen, aber auch Bands, Sounddesign und die Filmvertonung gehören zu seinen Spezialitäten. Im Test haben wir gecheckt, ob das Gerät die Versprechen einlösen kann.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • sehr guter Sound der Preamps und Wandler
  • zügige, intuitive Bedienbarkeit
  • robust verarbeitet
  • lange Batterielaufzeit
Contra
  • Kopfhörerausgang bei hochohmigen Modellen eher schwach

Quick Facts zum Tascam FR-AV4 Field Recorder

  • Für welche Anwendungen ist der Tascam FR-AV4 konzipiert? Das Testgerät ist für Podcasts, Außenaufnahmen, Sounddesign, Bandaufnahmen und die Arbeit in der Filmproduktion ausgelegt.
  • Wieviele Mikrofone können am FR-AV4 angeschlossen werden? Vier XLR/Line Kombibuchsen stehen zur Verfügung. Phantomspeisung kann separat pro Kanal aufgeschaltet werden.
  • Welche Aufnahme-Modi stehen beim Tascam FR-AV4 zur Verfügung? Der FR-AV4 kann in 24 Bit oder 32 Bit Float aufnehmen.
  • Besitzt der FR-AV4 eine interne Klangbearbeitung? Ja, neben Limiter, Low Cut und dreistufigem Noise Gate ist auch ein EQ an Bord.

Der Lieferumfang besteht nur aus dem Gerät selbst

Erst einmal geht es ans Auspacken. Das fällt bei diesem als auch den meisten anderen modernen Kompakt-Recordern meistens ernüchternd aus. Es ist nämlich nichts dabei außer dem Gerät. Das ist ein Trend, den auch die Konkurrenz so mitmacht.

Robustes Metallgehäuse im flachen Format

Ansonsten ist der erste Eindruck erfreulich. Das flache Gehäuse besteht aus Metall, die Ecken sind mit roten Schutzstreben versehen. Auf der Vorderseite befindet sich links ein hochauflösendes, helles Touch Display, mit welchem sich der FR-AV4 theoretisch exklusiv steuern ließe, wären da nicht die Taster und Regler weiter rechts. Der größte ist der Push Encoder zum Navigieren und bestätigen, daneben sitzen die Gainregler. Sie sind als Regler mit Anschlag ausgelegt, ihre Aktionen werden jedoch digital übermittelt und auf dem Display dargestellt. Jedem Gainregler ist eine Anwahltaste zugeteilt, hier lassen sich Phantomspeisung, Low Cut (40, 80, 120, 220 Hz), Limiter, Noise Gate (dreistufig), Stereo Link (ein Regler fungiert für zwei Eingänge simultan), Knob Hold (Reglersperre), Phaseninvertierung und ein EQ anwählen.

Der Tascam FR-AV4 kommt im schlichten Karton und ohne Zubehör.

Fast alle Bedienelemente sitzen vorne

Mittig unten befinden sich vier runde Taster. Links ist die Menü/Home-Taste zum schnellen Zurückkehren ins Hauptmenü angeordnet, daneben liegen die Transporttasten. Die Zurück-Taste fungiert als Monitor-Schalter, die Vor-Taste trägt außerdem die fn Key Funktion zum Zuweisen eines individuell zuweisbaren Schnellzugriffs. Natürlich darf auch die Record-Taste nicht fehlen, welche sich ganz rechts rot von den anderen abhebt. Ebenfalls auf der Vorderseite sitzt ein Slot für den optionalen Bluetooth-Adapter namens Tascam AK-BT2. Wer den besitzt, kann das Gerät per App fernsteuern, Audio per Bluetooth senden oder einen drahtlosen Bluetooth Kopfhörer für das Monitoring nutzen. Auch ein Timecode für Atomos-kompatible Geräte kann hier ausgegeben werden.

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Tascam AK-BT2
Tascam AK-BT2
Kundenbewertung:
(11)

Die Seiten beherbergen die Anschlüsse

Dass der FR-AV4 über eine umfangreiche Konnektivität verfügt, zeigt ein Blick auf die Seiten. Jeweils rechts und links sitzen zwei verriegelbare XLR-Kombibuchsen, deren Signal von Tascams Ultra HDDA Vorverstärkern bearbeitet wird. Ein Dynamikumfang von 133 dB und ein Eingangsrauschen von -127 dB lassen sehr rauscharme Audioresultate erwarten. Weiterhin sitzen rechts dedizierte Timecode In- und Out-Miniklinken, ein Miniklinken-Stereo-Input für eine Kamera sowie ein Kopfhörerausgang samt Regler. Auch der On/Off-Schieberegler ist hier zu finden.

Links befindet sich ein 3,5mm Miniklinke-Ausgang, der USB-C Anschluß und – eine Spezialität des FR-AV4 – HDMI Ein- und Ausgangsbuchsen zur Synchronisation und Durchleitung von 4K und 8K Videos.

Filmerfreundlich: Links sitzen HDMI-Buchsen.
Auf der rechten Seite gibt es dedizierte Timecode-Buchsen.

Stromversorgung, Aufnahmemedien und Aufnahme-Formate

Der Tascam FR-AV4 läßt sich über USB Bus Power mit Strom versorgen, die zweite Option findet sich auf der Rückseite. Hinter einer gesicherten Klappe verbirgt sich eine Batteriehalterung für vier AA-Batterien, für den Betriebsmodus mit zwei Kanälen ohne Phantomspeisung und Alkaline Batterien gibt Tascam eine Betriebsdauer von neun Stunden an. Hinter der Abdeckung verbirgt sich jedoch auch das Fach für das Speichermedium, SD, SDHC und SDXC-Karten bis zu 512 GB Fassungsvermögen akzeptiert das Gerät. Zwischen zwei Bitraten darf gewählt werden. Bei 24 Bit muss manuell gepegelt werden, 32 Bit Float macht den Gainregler überflüssig. Die Technik dahinter wird hier ausführlich erklärt.

Auf der Rückseite kommt die SD-Karte sowie der Einschub für vier AA-Batterien unter.

Nachgereicht: die Auto Mixer Funktion

Ein Vorteil der digitalen Welt ist die Möglichkeit, Produkte auch nach dem Marktstart noch zu verbessern. Das hat Tascam beim FR-AV4 wahrgenommen, denn offensichtlich haben viele Erstkäufer das Fehlen einer Automix-Funktion beklagt. Deren Aufgabe ist es, Lautstärke-Ausreißer in Aufnahmen automatisch zu beheben. Bei langen Mehrspuraufnahmen wie zum Beispiel Podcasts, kann die Nachbearbeitung zu lauter oder zu leiser Geräusche viel Zeit in Anspruch nehmen. Während die Konkurrenz von Zoom und Sound Devices entsprechende Funktionen in ihren vergleichbaren Modellen verbaut, kam das aktuelle Testgerät noch ohne daher, konnte jedoch per SD-Karte einfach aktualisiert werden. Gut gemacht, Tascam!

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Der Tascam FR-AV4 in der Praxis

Die erste Überraschung bei der Arbeit mit dem FR-AV4 ist die erstaunlich flüssige Bedienung. Oder besser, die Bedienungen, denn das Gerät läßt sich in der Praxis sowohl mit dem Touchscreen als auch dem Push Encoder gleichermaßen zügig steuern. Eine Kombination aus beiden erscheint mir optimal. Angenehm gestaltet sich auch die Ablesbarkeit und die Ansprache des Displays. Das hatte ich deutlich schlechter erwartet und wurde eines Besseren belehrt. Obwohl das Gerät viele Funktionen besitzt, hat man nie das Gefühl, in Menüs zu tauchen. Ebenfalls als praktisch erwies sich das Layout des FR-AV4. Auch in einer Tasche untergebracht, lassen sich nahezu alle Funktionen, mit Ausnahme der Kopfhörerlautstärke, von vorne erreichen. Hochohmige Kopfhörer mag das Teil übrigens nicht so gerne, dafür geht der Tascam erstaunlich effizient mit Energie um. Mit vier Mikrofonen, zwei davon mit Phantompower, und dem besagten Kopfhörer des Typs Beyerdynamic 770M, konnte ich über drei Stunden problemlos arbeiten, bevor sich die Batterieanzeige meldete.

Verkabelt: Der Tascam FR-AV4 im Praxistest am Drumset

So klingt der Tascam FR-AV4

In Sachen Sound git sich das Testgerät ebenfalls keinerlei Blöße. Eine Schlagzeugaufnahme offenbart die Stärken und Schwächen von Preamps und Wandlern schnell, also ist das die erste Station des Soundchecks. Auch im Vergleich mit meinen hochwertigen RME UFX Vorverstärkern machen die HDDA Preamps wirklich Spaß. Sie klingen räumlich und hochauflösend und liefern ein sehr plastisches, druckvolles Klangbild mit schnellen Transienten. Dasselbe gilt für das gesprochene Wort, bei leisen Quellen macht sich der hohe Rauschabstand positiv bemerkbar.

Das Noise Gate

Für alle, die Sprache im Außenbereich aufnehmen, kann auch das dreistufige Noise Gate von Vorteil sein. Es arbeitet erwartungsgemäß ähnlich wie bei der Konkurrenz von Zoom oder Sound Devices und schneidet, je nach Intensität, alles ab, was unter einen gewissen Schwellenwert fällt. Die Wirkungsweise habe ich euch im entsprechenden Soundfile dargestellt.

Audio Samples
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Sprache, neutral Sprache, Noise Gate Test: Low, Mid, High Drums, 4 Spuren RME UFX, Drums, 4 Spuren

Alternativen zum Tascam FR-AV4-07XP

Im Segment der professionellen Field Recorder hat der FR-AV4 zwei direkte Konkurrenten, den Zoom F6 und die Sound Devices MixPre II-Modelle. In Sachen Video- Integration dürfte der Tascam die Nase vorn haben, HDMI-Durchleitung und separate Timecode-Buchsen gibt es nur hier. Auch die Klangbearbeitungsmöglichkeiten sind beim FR-AV4 umfangreicher. Allerdings lassen sich die beiden anderen Geräte bei Bedarf mit Sony L-Serie Kamera-Akkus betreiben, der F6 hat außerdem zwei weitere XLR-Buchsen.

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Test des Tascam FR-AV4: Fazit

Der Tascam FR-AV4 erweist sich im Test als Multitalent für die Aufnahme von professionellem Audio für Podcasts, Sounddesign, Musik und Filmproduktion. HDMI Ein- und Ausgänge, dedizierte Timecode-Buchsen und (mit optionalem AK-BT2 Bluetooth-Adapter) drahtlosem Atomos-Timecode dürfte er sich besonders für verschiedene Filmszenarien empfehlen. Klanglich geht er äußerst akkurat und plastisch zu Werke, integrierte Low Cuts, EQ, Limiter und Noise Gate ermöglichen umfangreiches Eingreifen ins Audiomaterial direkt am Gerät. Das geht zudem erstaunlich intuitiv vonstatten, denn die Kombination aus gut ablesbarem Touch Display und Push Encoder funktioniert einwandfrei. Ein Vorteil ist auch der genügsame Umgang mit Energie. Hochohmige Kopfhörer mag das Gerät nicht so gerne. Preislich geht das Paket ebenfalls in Ordnung, der extrem knauserige Umgang mit Zubehör mag ein Trend sein, gefällt aber sicher nicht allen. Ansonsten erarbeitet sich der FR-AV4 eine klare Testempfehlung.

  • Field Recorder mit 4 Eingängen, dualen Wandlern pro Kanal, HDMI-Anschlüssen, Timecode-In/Outs und Dual-A/D-Wandlern, 32-Bit-Float-Aufnahme und Audio Interface Funktion
  • Eingangskanäle: 4 x XLR/Line Kombibuchsen
  • Wiedergabekanäle: 6 (4 plus Stereosumme)
  • Dynamikumfang: 133 dB
  • Aufnahmeformate: WAV, 24 oder 32 Bit Float, 48, 96 oder 192 kHz, MP3
  • Stromversorgung: 4 AA-Batterien (Alkali, Lithium oder NiMH-Akkus) oder USB-C Bus Power
  • Operationstemperatur: 0 – 40 Grad Celsius
  • Batterielaufzeit mit Alkaline Batterien, 2 Spuren, 24 Bit: 9 Stunden
  • Größe: 18,4 x 4,2 x 13,0 cm (B x H x T)
  • Gewicht: 756 g (mit Batterien)
  • mitgeliefertes Zubehör: keins
  • hergestellt in: China
  • Webseite: tascam.eu
  • Preis: € 839,– (Straßenpreis am 16.9.2026)

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